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Memmert

Memmert ist vor allem als Vogelinsel bekannt. Die Insel Memmert ist nicht in die Linie der Ostfriesischen Inseln eingereiht, sie liegt ca. 1 km südwestlich von Juist und ca. 5 km östlich von Borkum, am Ostrand der Osterems. Der Strand von Memmert verläuft im Gegensatz zu den alten Ostfriesischen Inseln (Wangerooge bis Borkum) nicht in West-Ost-Richtung, sondern von Nord nach Süd. Die Insel ist unbewohnt, bis auf den Inselvogt, der ständig dort lebt. Sie darf ohne Erlaubnis nicht betreten werden. Das Leuchtfeuer am Südstrand von Memmert hat eine Sicht von 12 Seemeilen.

  • Entstehung von Memmert

    Der Name "Memmert" bedeutet soviel wie Sand und bezeichnet das was Memmert bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer war: eine Sandbank mit geringer Dünenentwicklung. Abbruch im Westen und Anlandung im Osten hielten sich bis dahin immer die Waage. Seit 1908 überwiegt aufgrund menschlicher Mithilfe der Dünenzuwachs. Zwischen 1891 und 1966 wanderte der Inselkern um 500 m weiter ostwärts. Kein Punkt der Insel ist älter als 80 Jahre.
    Es wird vermutet, das Memmert im Mittelalter ein Fluthaken von Juist war, 1650 wurde die Verbindung von der Juister Balje durchbrochen.

  • Landschaft auf Memmert

    Die "Vogelinsel" Memmert ist ein international anerkannten Feuchtgebiet. Deshalb hat man sich entschieden, auf Memmert keinerlei Küstenschutzmaßnahmen wie Sandaufspülungen gegen die stattfindende Dünen- und Stranderosion zu ergreifen, sondern die Insel "der Dynamik der Nordsee" und damit ganz der Natur zu überlassen.

  • Geschichte von Memmert

    Bereits 1585 wurde Memmert als Plate beschrieben und 1650 gab es dort bereits eine geringe Dünenbildung. Untrennbar mit Memmert verbunden ist der Name des Juister Lehrers Otto Leege. Als er Memmert im Jahre 1888 zum ersten Male betrat, war es nur eine etwa 10 Hektar große, fast unbewachsene Sandplate, die noch sehr häufig überflutet wurde. Ganze 6 Pflanzenarten wuchsen hier unter diesen schwierigen Bedingungen. Bereits 1890 hatten sich die Dünen ausgeweitet und neue Pflanzenarten hatten sich auf der im Entstehen begriffenen Insel angesiedelt. 1924 wurde Memmert zur Insel erklärt und unter Naturschutz gestellt.
    Um 1908 begannen Otto Leege und Helfer damit, die sich abzeichnende Insel- und Dünenbildung systematisch zu unterstützen: sie legten Sandfangzäune an und pflanzten Strandhafer. Diese bis heute durchgeführten Maßnahmen haben dazu geführt, dass sich Memmert auf etwa 120 ha vergrößert hat. Im Schutze der Dünen haben sich ausgedehnte Salzwiesen gebildet.

  • Die Bedeutung der Insel Memmert als Brut- und Rastgebiet

    Memmert bietet optimale Voraussetzungen als Brutgebiet für viele Seevogelarten. Trotz der Maßnahmen, die im Laufe der Jahre zur Sicherung der Dünen ergriffen worden sind, hat sich die Insel an ihrer Südwest-Seite in den vergangenen 30 Jahren um über 200 m verlagert. Durch diese natürliche Dynamik entstehen immer wieder vegetationsarme und überflutungsfreie Sände und Schillflächen, während anderseits Teile der Insel wieder verschwinden. Auf diesen im raschen Wandel begriffenen Erosionsflächen brüten Silber- und Heringsmöwen.
    Im Gegensatz zu den bewohnten Ostfriesischen Inseln ist Memmert fast frei von Beeinträchtigungen durch den Fremdenverkehr und deshalb als Brutgebiet besonders wertvoll. Die großen Möwenkolonien können allerdings für andere Vögel, wie Seeschwalben oder Regenpfeifer, zum Problem werden. Fast alle anderen Küstenvögel brüten im möwenfreien Teil der Insel. Die Salzwiesen der Insel sind ein Rastgebiet von internationaler Bedeutung u.a. für Austernfischer, Knutt und Brachvogel.