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Helgoland, Foto Firewarrior, via www.flickr.com

Helgoland

Während die ganze Wattenmeerküste mit Sand und Marschinsel umsäumt ist, ragt rund 70 km vor der Elbmündung und 45 km westlich von Eiderstedt ein fast 60 m hoher, roter Felsen einsam aus der Nordsee empor, nur von einer kleinen Sandüne beigesellt. Die Insel Helgoland bietet als einzige Felseninsel in der südlichen Nordsee zahlreichen Seevögeln einen idealen Brutplatz. Tausende Trottellummen nisten hier im Frühjahr. Auch Dreizehenmöwen, Dickschnabellummen, Tordalken und neuerdings Basstölpel bringen auf den roten Sandsteinbalkonen im Fels ihre Jungen groß. Schon in vorgeschichtlicher Zeit war dieser Ort etwas besonderes, man nannte diesen Felsen deshalb "Heiliges Land" (Helgoland).

  • Steile Kliffs

    Die Steilklippe besteht aus Stacken (freistehende Felstürme, z.B. die Lange Anna), Hörnen (Felsnasen), Gatts, Brandunghöhlen und Kaminen. Die heftigen Winde in den Kaminen dienen den Seevögeln häufig als Aufwärtslift. Die Südwestseite der Insel ist mit einer Brandungmauer geschützt, sodass die sie nicht weiter von der Nordsee abgetragen wird, während ein Abschnitt des Felsens vor der Nordwestseite noch stets von der Nordsee bearbeitet wird. Seit 1940 sind nur noch etwa 10 % der ca. 7,7 km langen Küstenlinie von Helgoland direkt dem Meer ausgesetzt.
    An einigen Stellen sind inzwischen Geröllhalden entstanden, da das erodierte Felsmaterial nicht mehr von der Brandung abtransportiert wird. Auf der langen Mole am Nordende lassen zahlreiche Kormorane ihre Flügel von Sonne und Wind trocknen. Die Sanddüne bietet auch Seeschwalben und Seehunden einen Ruheplatz.

  • Flora und Fauna

    Die Flora Helgolands zeigt wegen der besonderen Lage und dem felsigen Untergrund einen leicht atlantischen Einschlag. So wachsen hier die Wilde Rübe, Rays Knöterich, Babingtons Melde, Klippenkohl (der Stammvater des Gemüsekohls), Meerkohl, Stranddistel und Hornmohn. Einer der wenigen älteren Bäume auf dem Oberland ist ein fast 200 Jahre alter Maulbeerbaum. Eine Besonderheit ist die Helgoländer Hausmaus (Mus domesticus helgolandicus), die vor allem im Freien lebt und deren Fell die gleiche rötliche Farbe angenommen hat wie der Felsen, es handelt sich bei ihr somit um eine echte Inselrasse.