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Seevögel auf den Felsklippen Helgolands

Die grobkörnigen Sandsteinablagerungen (Katersande) zwischen dem härteren Buntsandstein werden viel schneller durch Winderosion ausgefrässt und so formen sich unzählige Terassen in der Felsmauer, auf denen Vögel brüten können. Das NSG "Helgoländer Lummenfelsen" wird vom Verein Jordsand betreut. Mehrere tausend Seevögel aus dem Norden finden sich alljährlich im März/April auf Helgoland ein, um hier zu brüten. Am zahlreichsten sind die Dreizehenmöwe und die Trottellumme, daneben sind auch Silbermöwen, Dickschnabellummen,Tordalke, Eissturmvögel und neuerdings vereinzelt Basstölpel zu beobachten.

  • Lummensprung

    Ende Juni oder Anfang Juli findet das größte Ereignis unter den Seevögeln statt: der Lummensprung. Nach viel "Zuspruch" der Elternvögel wagen die Jungen den Sprung in über 20 bis 50 Meter Tiefe, wo sie auf das Wasser oder manchmal auf den Felssockel landen. Nur in den seltensten Fällen verletzen sie sich dabei. Übrigens versuchen die Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland dabei einige Jungvögel zu fangen und zu beringen. Anhand der Beringung kam heraus, dass die Lummen treue Stammgäste auf Helgoland sind und den Winter z.T. weit im Norden verbringen, z.B. in den Fjorden Norwegens.

  • Papageitaucher

    Durch Jagd und Eiersammeln konnte sich der einst vorkommende Papageientaucher auf dem grünen Oberland nicht halten, während andere Vogelarten in den Klippen sicherer waren. Die Vogeljagd wurde aber erst ein Problem für die Vögel, als Hutmode und Langeweile der Touristen im 19. Jahrhundert zu Massenabschüssen führten.

  • Meeresforschung und Seevogelschutz

    Auf dem Unterland steht die traditionsreiche "Biologische Anstalt Helgoland", die inzwischen dem Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven angeschlossen ist. Vor Helgoland kamen in den 70-er Jahren die Unterwasserlabors Helgo I und II zum Einsatz. Ein öffentliches Aquarium zeigt die Unterwasserbewohner der südlichen Nordsee, vor allem der Felsen und Seetangwälder rund um Helgoland. Sogar ein Schwarm Heringe zieht hier munter seine Kreise um die Betonsäule eines Rundbeckens. Übrigens steht die für die südliche Nordsee einmalige Unterwasserlandschaft rund um den Felssockel unter strengem Schutz.