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Schleswig-Holstein   Amrum   

Mens en Milieu

Amrum, Akuhlman74, via www.flickr.com

Amrum

Amrum liegt südlich von Sylt, direkt an der Nordsee. Die Insel ist im Westen, Norden und Süden von schiffbaren Prielströmen umgeben. Nach Osten erstreckt sich eine Wattfläche bis an die Insel Föhr. Amrum ist ca. 20 qkm groß (zusammen mit dem Kniepsand ca. 29 qkm), die Länge des Dünengürtels an der Westseite beträgt 15 km. Es wohnen etwa 2000 Einwohner in den 5 Orten. Die Insel ist sehr beliebt bei Touristen.

  • Entstehung

    Die Nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr und Sylt nehmen eine Sonderstellung ein. Sie bestehen aus den Resten einer alten Landoberfläche aus der Saale-Eiszeit. Die eiszeitlichen Ablagerungen auf Amrum selber sind hauptsächlich Schmelzwassersande. Es kommt aber auch Moränenmaterial vor. Erst zu Beginn unserer Zeitrechnung lagerten sich die Dünen im Norden und Süden an den Altmoränen an und auch die Hälfte der Insel wurde von Dünen bedeckt.

  • Verkehr

    Von Dagebüll gibt es eine 2 Stunden dauernde Fährverbindung über Wyk/Föhr mit Wittdün. Von Schlüttsiel aus kann man über die Halligen Wittdün in 2 1/2 h erreichen. Besucher können ihre Autos mitbringen, da aber bereits große Probleme durch den Autoverkehr auf der Insel bestehen, wird es gerne gesehen, wenn man das Auto am Festland lässt und auf der Insel die Busse benutzt.
    Auch zu Fuß kann man nach Amrum gelangen. Es gibt einen ca. 6 km langen Wattweg von Föhr nach Amrum, der allerdings nur unter ortskundiger Führung begangen werden sollte.

  • Kniepsand

    Der Kniepsand ist eine an die Insel angelagerte, etwa 10 qkm große Sandbank. Erkennbar wird dies an der Art und Weise der Entstehung und an der großen Dynamik dieses Sandes. Flugsände haben die Senken zwischen der Sandbank und der Insel aufgefüllt, und damit auch den ehemaligen Inselhafen unbrauchbar gemacht. Der Name Kniep stammt aus dem friesischen Wort 'knieper' und beschreibt die zangenartige Form der ehemaligen Sandbank, die sich im 18. Jahrhundert der Insel vorlagerte. Der Kniepsand ist der größte Badestrand Europas, aber seine wichtigste Funktion ist der Schutz der Insel.

  • Kliffe

    Viele Geestkernkliffs sind heute nicht mehr dem Einfluss des Meeres ausgesetzt, es sind sogenannte 'tote Kliffs'. An der Westseite der Insel, zwischen dem Nebeler Strand und dem Quermarkenfeuer liegt das Littorina-Kliff, das schon seit Jahrtausenden von Strand- und Dünenwällen geschützt ist. Das Kliff hat eine lebhafte Braunfärbung und enthält eingelagertes eiszeitliches Geröll.
    Das Steenodder Kliff bildet den Abschnitt des Ostufers zwischen der Steenodder Landungsbrücke und dem Ortsrand von Nebel.

  • Nehrungshaken

    Amrum hat sowohl an seinem Südende, als auch an seinem Nordende Nehrungshaken. Nehrungshaken entstehen aus küstenparallelem Sandtransport durch die Meeresströmungen, ragen über das mittlere Hochwasserniveau hinaus und sind bevorzugte Rastplätze von Vögeln, an denen Störungen unbedingt zu vermeiden sind.
    Odde ist ein nordisches Wort für eine in das Meer ragende Landzunge. Als Amrumer Odde wird der nördliche Nehrungshaken bezeichnet. Hier erheben sich bis zu 20 m hohe Flugsanddünen. Diese 71 ha große Dünenhalbinsel steht unter Naturschutz. Das Betreten der geschützten Flächen auf dieser etwa 2 km langen und durchschnittlich 400m breiten Landspitze ist deshalb nur unter Führung des Vogelwartes erlaubt.
    Auf dem südlichen Nehrungshaken befindet sich unter anderem der Ort Wittdün.

  • Dünen

    Fast die Hälfte Amrums ist mit Dünen bedeckt, es ist das auffälligste Landschaftselement der Insel. Die höchste Düne liegt südwestlich von Norddorf, sie hat eine Höhe von 32 m über NN. Im Süden Amrums ist der Dünengürtel 600-1000 m breit, im Abschnitt zwischen Nebel und Norddorf hat der Dünengürtel eine Breite von 1000-1500 m.
    Wenn man von den höchsten Dünen Ausschau hält, so kann man leicht drei verschiedene Dünenreihen erkennen: Die innere Dünenreihe ist die höchste und breiteste Zone und besteht aus den ältesten und humusreichsten Dünen, die daher eine Braunfärbung aufweisen (Braundünen). Die mittlere Zone besteht aus vereinzelten Dünenkuppen und -tälern, bei denen die Humusbildung noch nicht so weit fortgeschritten ist (Graudünen). Die äußere Reihe besteht aus einer deutlichen Dünenkette entlang der Küste, mit kompakten und hohen Dünen mit frischem Anflug weißen Seesandes (Weißdünen). Diese Dünen sind die jüngsten der Insel. Darüberhinaus gibt es auf dem Kniepsand, insbesondere im Bereich nördlich des Quermarkenfeuers, immer wieder neu beginnende Dünenbildung. Betretensregelungen in diesen Primärdünenbereichen sollten unbedingt respektiert werden, da sie u.a. als Brutplatz der seltenen Zwergseeschwalben ganz besonders empfindlich sind.
    Unter den Dünen befinden sich Siedlungsplätze, Ackerwälle und Gräberfelder von der jüngeren Steinzeit bis zur Völkerwanderungszeit. Ab und zu werden diese freigeweht.
    Die größte Gefahr des Kulturlandes bestand in früheren Jahrhunderten aus der Überwehung durch wandernde Dünen. Ende des 17. Jahrhunderts wurden Bepflanzungsmaßnahmen zur Befestigung der Wanderdünen vorgenommen. Seit der ersten Landesvermessung im Jahre 1799 hat sich der innere Dünenrand kaum noch verändert.
    Die Amrumer Dünen beherbergen zahlreiche Brutvögel, insbesondere große Möwenkolonien und einige hundert Eiderenten, und typische, teils seltene Pflanzen wie Seggen, Binsen, Silbergras, Glockenheide, Krähenbeere, Kriechweide, Wollgras oder Sonnentau. Sie sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen, das nur auf den Wegen betreten werden darf.

  • Heide

    Auf Amrum gibt es weite Heideflächen im Inneren der Insel, früher bedeckten sie die ganze Inselmitte zwischen Dünenrand und landwirtschaftlich genutzter Feldmark. Ihre größte Ausdehnung hatte die Heide während der Seefahrerzeit, als die Landwirtschaft allein von den Frauen betrieben wurde. Auch heute breitet sich die Heide auf Amrum wieder aus, da die Landwirtschaft nicht mehr der bedeutenste Erwerbszweig der Insel ist.
    Typische Heideflächen befinden sich vor allem zwischen Nebel und Norddorf. Auf den Heideflächen dominiert besonders die Besenheide, die früher als Brennmaterial, Stalleinstreu und bis heute zur Firstabdeckung der Reetdächer genutzt wurde. Die Heidepflanzen blühen im August und September.

  • Wälder

    Amrum ist die waldreichste Nordseeinsel. 1887 wurden zur Verhinderung des Sandfluges die Heideflächen bei Nebel aufgeforstet. 1948 erfolgte eine staatlich finanzierte Aufforstung der Inselheide, es handelte sich dabei um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und diente der Produktion von Brennholz. Am Ende der Maßnahme, gegen Ende der 1960er Jahre, waren 180 ha aufgeforstet. Dieser Wald besteht hauptsächlich aus Nadelbäumen (Kiefern), aber auch Birken, Erlen und Eichen wachsen dort.

  • Marschen

    Im Schutz der Nehrungshaken konnten sich Marschen entwickeln, die zwischen 1933 und '35 eingedeicht wurden.

  • Deiche

    Das Marschland nördlich von Norddorf und zwischen Steenodde und Wittdün im Süden wird durch Deiche geschützt. Der Küstenabschnitt von Wittdün bis Wriakhörn muss heute mit einer Schutzmauer gegen die Brandung geschützt werden. Und auch die schmalste Stelle des Nordhakens wird auf seiner Westseite von einem Asphaltdeich geschützt.

  • Naturschutz

    Die Hälfte Amrums steht seit langem unter Naturschutz. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über die Dünen und die Nordspitze. Der Rest der Insel ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
    Die Amrum-Odde am Nordende der Insel ist bereits seit 1937 Natur- und Vogelschutzgebiet. In der Brutzeit sorgt ein Vogelwart des Vereins Jordsand für die Bewachung und Betreuung. Es finden regelmäßig Führungen statt.

  • Historische Walfangzeit

    Die Zeit zwischen dem 17. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Zeit des Walfangs. Die Lebensbedingungen auf der ertragsarmen und von Wanderdünen bedrohten Geest waren hart. Die Menschen lebten zusätzlich zur Landwirtschaft auch von Herings- und Schellfischfang. Durch den Walfang stiegen die Familieneinkünfte deutlich an, besonders dann, wenn mehrere Familienmitglieder auf Walfang gingen. Die Zeit zwischen 1720 und 1775 war das "Goldene Zeitalter" auf Amrum. Die Dörfer wurden ausgebaut und die auf Amrum heimischen Utländischen Friesenhäuser wurden jetzt aus Stein errichtet. Diese Häuser bestimmen auch heute noch die Ortschaften von Nebel und Süddorf.
    Nach der Walfangzeit fanden die Seeleute noch einige Zeit ein Einkommen in der Handelsschifffahrt. Aber auch das wurde immer schwieriger und es setzte Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Auswanderungswelle nach Amerika ein. Zu dieser Zeit wurde Amrum preußisch und der Fremdenverkehr begann sich zu entwickeln. Mit der Rückgang der Schifffahrt wurde die Landwirtschaft wieder intensiviert, was u.a. zu einem Rückgang der Heideflächen führte.
    Amrum war als Fischereistandort praktisch bedeutungslos, da die Anbindung an das Hinterland und das Eisenbahnnetz fehlte. Die Austernzucht in heimischen Gewässern war einige Zeit lang gewinnbringend - bis die Austernbestände überfischt waren.
    Weitere Einkommenquellen auf Amrum waren die Bergelöhne gestrandeter Schiffe und die Strandräuberei.

  • Vogelkojen

    Eine weitere Einkommensquelle stellten die Vogelkojen dar. 1867 entstand, angeregt durch den Erfolg auf Föhr, zwischen Nebel und Norddorf die erste Vogelkoje auf Amrum. Sie ist aus kulturhistorischen Gründen bis heute erhalten und kann besichtigt werden. 1883 wurde die zweite Vogelkoje in der Nähe des Leuchtturmes errichtet. Die Vogelkojen wurden genossenschaftlich betrieben. Die gefangenen Enten wurden zeitweise auch zu Konserven verarbeitet.

  • Fremdenverkehr auf Amrum

    Etwa um 1888 kam auch auf Amrum der Fremdenverkehr auf. Der Ort Wittdün entstand. Vor allem von auswärtigen Investoren wurden hier Pensionen und Unterkünfte errichtet. Als erstes entstanden auf Initiative des Amrumer Kapitäns und Strandvogtes Volker Martin Quedens ein Badhotel und ein Fachwerk-Kurhaus in Wittdün. Es folgten weitere Hotels und um die Jahrhundertwende befand sich hier ein kompletter Badeort in den Dünen. Vier Fährverbindungen von Husum, Dagebüll, Hamburg und Bremerhaven sorgten für eine gute Anbindung.
    In Norddorf wurden ebenfalls Hospizen und Fremdenpensionen gebaut. Hier war es Pastor Bodelschwingh aus Bethel, der den Ausbau Norddorfs zu einem Familienbad voran brachte.
    1893 wurde eine Eisenbahn zu den Badeanlagen am Kniep gebaut, aus dieser Bahn entstand die Inselbahn zwischen Norddorf und Wittdün, die alle Ortschaften Amrums miteinander verband. Die Bahn fuhr bis 1939.
    Bereit 1906 mußte die Aktiengesellschaft, die in Wittdün mehrere Hotels betrieb, Konkurs anmelden. Wittdün kam in eine Krise. Nach dem ersten Weltkrieg verstärkte sich die Kriese und die Badeorte Amrums konnten nicht mit den anderen Nordseebädern mithalten. Vor allem der Bau des Hindenburgdammes 1927 sorgte für eine bessere Verkehrsanbindung und damit Erreichbarkeit von Sylt. Ein großer Teil der Pensionen und Hotels auf Amrum ging in die Hände von Sozialversicherungsträgern über, die diese zu Kinderheimen und Kurhäusern umfunktionierten. Diese Funktion hielten sie bis in die 1960er und 70er Jahre. Heute zählt Amrum wieder zu den beliebtesten Urlaubsgebieten an der Nordsee.

  • Wirtschaft

    Heute ist der Fremdenverkehr auf Amrum die wichtigste Einkommensquelle. Es gibt auf der Insel nur noch ein paar hauptberufliche Landwirte, die vor allem Viehzucht betreiben. Der Ackerbau hat auf Amrum immer eine geringe Rolle gespielt, da es nur rund 120 ha fruchtbare Marschen auf der Insel gibt.

  • Ortschaften

    Norddorf wurde bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Aus dem nur rund 40 Häuser zählenden Dorf entwickelte sich seit 1890 durch die Hospize des Pators Bodelschwingh und durch die Privatinitiative der Dorfbewohner der heutige ruhige Kurort. Durch den Bau dieser Häuser bekam Norddorf ein modernes Dorfbild. 1925 zerstörte ein Großfeuer zudem noch 10 reetgedeckte Häuser. Vor der Ausdehnung des Kniepsandes befand sich der Inselhafen bei Norddorf. Dieser Hafen versandete allerdings nach und nach durch die Ausdehnung des Kniepsandes und durch den Flugsand. Heute wohnen 650 Einwohner in Norddorf.
    Der Ort Nebel (= Neues Bohl) in der Inselmitte wird erstmals 1662 in den Steuerlisten erwähnt und ist damit jünger als die Orte Norddorf und Süddorf. Während der Walfangzeit siedelten sich die wohlhabenden Kapitäne und Steuerleute vornehmlich in Nebel an. Es entwickelte sich als sogenanntes Kapitänsdorf zum Hauptort der Insel und besitzt heute noch seinen ursprünglichen Ortskern. Heute befinden sich in Nebel die Schule, die Verwaltung und andere Behörden sowie die um 1200 erbaute St. Clemens-Kirche, die erst 1908 einen Turm erhielt.
    Schon immer war die windgeschützte Bucht bei Steenodde ein Hafen- und Ankerplatz. Der Ort Steenodde wurde jedoch erst 1721 gegründet. Der Hafen von Steenodde wird hauptsächlich als Güterumschlagplatz gebraucht.
    Zusammen mit Norddorf ist Süddorf das älteste Inseldorf. Es wird bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Aus Süddorf stammen zahlreiche Kapitäne und Kommandeure der Walfangzeit. Wie in Nebel, so hat auch in Süddorf der Fremdenverkehr erst spät Einzug gehalten.
    Die Gemeinde Nebel mit den Orten Süddorf und Steenodde hat heute etwa 1050 Einwohner. 1938 wurde es zum Nordseebad ernannt. In dieser Gemeinde gibt es den höchsten Anteil von Fremdbesitzern in Schleswig-Holstein, gerade die Fremden waren es jedoch, die den Friesenstil der Häuser erhalten haben.
    Der Ort Wittdün verdankt seine Entstehung Ende des 18. Jahrhunderts dem Fremdenverkehr. Der Gründer des Badeortes war der Kapitän Volkert Quedens, der mit einer Landungsbrücke und einem Hotel den Anfang machte. Das heutige Seebad Wittdün ist ganz auf Gästebesuch eingestellt. Der Hafen von Wittdün ist der Passagierhafen und bildet das Tor zur Insel. Heute wohnen etwa 730 Menschen in Wittdün.

  • Infrastruktur auf Amrum

    Auf Amrum gibt es vollbiologische Kläranlagen. Der Müll wird gesammelt und zum Festland transportiert. Die Stromversorgung geschieht ebenfalls vom Festland aus, die Kabel verlaufen über Föhr bis nach Amrum. In Nebel gewährleistet ein Wasserwerk die Wasserversorgung, in Norddorf hat noch jedes Haus seinen eigenen Brunnen und schöpft Wasser aus der Süßwasserlinse unter der Insel.

  • Adressen

    Amrum Touristik, 25946 Wittdün/Amrum, Tel.: (04682)94030; Fax: (04682)940320, www.amrum.de
    Vereine:
    Öömrang Ferian (Amrumer Verein), Strunwai 31, 25946 Norddorf, Tel./Fax 04682/ 1635: der Verein befasst sich mit Brauchtums- und Sprachpflege und ist regionaler Naturschutzträger des Naturschutzgebietes "Amrumer Dünen" und des Landschaftsschutzgebietes Amrum, sowie Träger des "Öömrang Hüs" und des Naturzentrums am Schwimmbad in Norddorf
    Schutzstation Wattenmeer, Mittelstraße 34, 25946 Wittdün, Tel. 04682/ 2718:
    Infozentrum Wittdün (geöffnet täglich außer Sonntag), naturkundliche Führungen, Wattwanderungen.
    Verein Jordsand, 25946 Norddorf, Tel. 04682/ 2332:
    Vogelwärterhaus Amrum-Odde, Führungen täglich 10:00 Uhr außer Montag, Gruppen nach Anmeldung.

  • Landschaften und Naturgebiete

    Es gibt auf Amrum drei dominierende Landschaftsformen:
    - der flachwellige Geestkern
    - auf dem Geestkern liegt westseitig ein breiter Dünengürtel und der begleitende Kniepsand mit den beiden Nehrungshaken
    - an der Wattseite der Inseln befinden sich die Salzwiesen.

  • Sehenswürdigkeiten

    Die Satteldüne ist eine Düne westlich von Nebel. Mit 'Satteldüne' ist jedoch vor allem die Kinderfachklinik am Fuße der Düne gemeint.
    Amrum ist reich an Spuren aus der Vor- und Frühgeschichte. Reste eines cimbrischen Dorfes, steinzeitliche Grabkammern in den Dünen und die Gräberfelder aus der Wikingerzeit sind besonders interessant. Auf der Inselgeest gibt es viele Hügelgräber, unter anderem auch mehrere unversehrte und bis zu 3 Meter hohe Rundhügel mit vorwiegend bronzezeitlichen Bestattungen. Einige Grabbeigaben sind im Nebler Heimatmuseum zu sehen. Das Skalnastal ist ein sagenumwobenes Dünental südlich der Vogelkoje. Dort befinden sich Grabstätten aus der Wikingerzeit, die heute jedoch völlig versandet sind. Ebenfalls aus der Wikinger- und Friesenzeit stammt noch ein Gräberfeld mit Rundhügeln bei Steenodde. Südlich von Norddorf befinden sich Wohn- und Feuerstätten der Wikinger und auf dem Burghügel 'Borag' hat vielleicht auch einmal eine Turmburg gestanden. Südlich der Nebeler Mühle verläuft deutlich sichtbar ein etwa 2 m hoher und ca. 1800m langer Erdwall, der Krümwaal, in einem großen Bogen hinunter zum Watt. Der Zweck dieses größten Reliktes aus der Amrumer Vorgeschichte ist bis heute nicht geklärt.
    Der Wriakhörn ist der südlichste Ausläufer der Amrumer Dünen. Dahinter hat sich der Wriakhörn-See gebildet, der heute ein Vogelparadies ist.
    Einen weiten Ausblick über Amrum bekommt man von den hohen Aussichtsdünen bei Wittdün, Süddorf und Norddorf.
    Der Leuchtturm von Amrum wurde 1875 gebaut. Er steht auf der Groß-Dün und hat zusammen mit der Düne eine Höhe von 64 m. Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen der Insel. In der Sommersaison kann der Leuchtturm besichtigt werden.
    Die Hauptkirche auf Amrum ist die St.Clemens-Kirche in Nebel, die bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird. Sie wurde als Nebenkirche von St.Johannis auf Föhr erbaut. Der Kirchturm wurde allerdings erst 1908 errichtet. Die katholische Kapelle und das Gemeindehaus in Norddorf, sowie die evangelische Kapelle in Wittdün entstanden erst mit der Zunahme des Fremdenverkehrs.
    Auf Amrum gibt es noch zwei Mühlen. Eine steht auf dem Geestrücken bei Nebel. Dieser Erdholländer wurde 1771 erbaut und war bis 1964 in Betrieb. Ein Amrumer Verein erhält heute diese Mühle. Die zweite Mühle steht in Süddorf. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und war bis nach dem 2. Weltkrieg in Betrieb. Heute dient diese Mühle als Wohnung.
    Ein kleines Heimatmuseum wurde in der Mühle in Nebel eingerichtet. Ein anderer Raum dient der Ausstellung von Malereien und Photographien.
    Seit Mitte der 90er Jahre ist auch das "-ömrang-Hüs" im Nebeler Waaswai als Museum für Besucher geöffnet.

  • Geschichte von Amrum

    Siedlungsspuren auf Amrum führen bis in die Jungsteinzeit zurück, aus dieser Zeit stammen einige der Grabstätten. Die zahlreichen Hügelgräber sind dagegen in der späteren Bronzezeit (1700-1200 v. Chr.) errichtet worden. Die Gräber liegen sowohl im Siedlungsbereich, als in den Dünen. Einige der Hügelgräber sind unversehrt.
    Die ersten Besiedlungen der Nordfriesischen Inseln durch die Friesen ab dem 8. Jahrhundert fanden wahrscheinlich vom Seewege her statt. Die Verbindung mit dem Festland führte durch unwegsame Bruchwälder und Schilfgürtel, mit dazwischen die Gezeitenrinnen und Priele, so dass das Festland erst viel später von den Friesen besiedelt wurde.
    1231 wird Amrum zum ersten Mal im "Erdbuch" des dänischen Königs Waldemar II schriftlich erwähnt. Das auch die Amrumer an der Salzgewinnung teilhatten, zeigt die Salzsiederei "Däänsk Braanang", die sich westlich von Steenodde befunden haben soll.
    Im 15. und 16. Jahrhundert beteiligten sich die Amrumer am Heringsfang vor Helgoland. Zusätzlich wurde ab dem 15. Jahrhundert die Handelsschifffahrt betrieben.

  • Traditionen

    Traditionen sind u.a. das Biaken oder Biikebrennen am Abend des 21. Februars. Das im Nordfriesischen Wattenmeer gebräuchliche Biikebrennen war ursprünglich ein Opferfeuer für Wotan. Seit dem Mittelalter war es ein Abschiedsfest für Seefahrer und Walfänger. Heute wird es als Tradition gepflegt. Am Abend des 21.Februars werden die "Biakebonker", die Haufen des Brennmaterials abgebrannt.
    Die Friesentrachten werden heute noch zu Familienfesten und anderen Festlichkeiten getragen. An Heimatabenden können die Inselgäste diese Trachten bewundern. Die heutige Tracht ist im 19. Jahrhundert entstanden, der umfangreiche Brautschmuck ist aus Silberfiligran.
    Auf Amrum wird "-ömrang" -Friesisch gesprochen. Friesisch ist eine selbständige westgermanische Sprache, die auf Amrum, Sylt und Föhr, sowie auf Terschelling, Schiermonnikoog und in Westfriesland noch gesprochen wird. Friesisch weist eine nahe Verwandschaft zur englischen Sprache auf.