Die grüne Insel Föhr besteht zu 40 % aus flachgewellten Geestland im Südteil. Die höchste Erhebung liegt mit 13 m in der Feldmark in der Gemeinde Oevenum. Hier liegt die Godelniederung mit ihrem einzigartigen Lagunencharakter und das Goting Kliff, das einen Schnitt durch den pleistozänen Untergrund Föhrs zeigt. Diese Steilküste wurde aus Schutzgründen durch Sandaufspülungen abgeschrägt.
60 % der Insel besteht aus Marschland, das den Nordteil der Insel bildet. Dieses Gebiet muss durch einen Seedeich zwischen Wyk und Utersum geschützt werden. Die ersten Deiche wurden um 1500 gebaut, der letzte große Deichdurchbruch fand 1850 statt. Im Bereich der Marsch gibt es einige künstliche Aufschüttungen, die auf eine Besiedlung in früherer Zeit hinweisen. Entlang der gesamten Nordküste erstreckten sich die Salzwiesen. Auf Föhr gibt es keine Dünen.
Strände kommen auf Föhr an der Südküste bei Südstrand, Nieblum, Witsum und Utersum vor und in kleinen Bereichen am Vorland im Norden Föhr's. Ihre Ausdehnung ist nicht mit den Stränden von Sylt und Amrum zu vergleichen.
Die Föhrer Geest war früher bedeutend größer. Findlinge im Watt vor der Südküste und vor Utersum und Dunsum verraten, dass hier der Geestkern durch das ansteigende Meer abgebaut wurde. Die Geest, die in ihrem Durchschnitt zwischen 2,5 und 9 m über dem Meeresspiegel liegt, hat ihren höchsten Punkt mit 13,2 m bei Oevenum.
Die mehr oder weniger hügelig gewellte Geest ist durch die Arbeit der Landwirte und durch Düngung allmählich fruchtbar gemacht worden und wird heute intensiv als Ackerland genutzt.
In der Nähe von Süderende und Witsum wachsen Heidekraut und Ginster auf Heidegebieten. Auf feuchtem Untergrund können Glockenheide, Lungenenzian und auch Sonnentau entdeckt werden.
Im 20. Jahrhundert wurden vermehrt kleine Wälder, vorzugsweise mit Fichte und Kiefer, angepflanzt. Die mittlerweile 100 ha Wald befinden hauptsächlich im Südosten der Insel, in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Wyk. Weitere versprengte Wäldchen finden sich südlich von Niblum, bei Witsum, in der Toftumer Heide bei Süderende, im südwestlichen Bereich von Utersum und westlich von Dunsum.
Das Watt um die Insel Föhr fällt fast überall während der Niedrigwasserzeit bis zu mehreren Kilometern vor dem Inselufer trocken. Eine Ausnahme bildet der Wattenstrom Norderaue, der bei Wyk bis an die Inselkante reicht.
Die mit Prielen durchzogenen Salzwiesen sind über 100 ha groß. Sie liegen vor dem Deichabschnitt Oldsum-Oevenum. Durch die Beruhigung im Wind- und Wellenlee des Föhrer Deiches kam es hier zur Sedimentation von Sand und Schlick. Dieser Prozess wurde seit 1927 durch den Bau des Hindenburgdammes vom Festland nach Sylt und den dadurch bedingten Strömungsrückstau noch begünstigt. Das westliche Gebiet des Vorlandes wird als Sörenswai, das Gebiet nördlich des Schöpfwerkes Föhr-Mitte als Oldsumer Vorland und die Gebiete östlich davon als Toftumer und Midlumer Vorland bezeichnet.
Am natürlich aufgespülten Sandwall des Oldsumer Vorlandes befindet sich eine Badestelle. Seit 1985 liegt das Vorland im Bereich des Nationalparkes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und darf in der sommerlichen Brutzeit nicht betreten werden.
Die grüne Ebene der Föhrer Marsch liegt zwischen den Dörfern am Geestrand und dem Bogen des Deiches, der von Wyk im Osten bis nach Utersum im Westen die Marsch sturmflutsicher umspannt. Vor der Eindeichung dieser Region Ende des 15. Jahrhundert hatte die Marsch aufgrund der regelmäßigen Überflutungen den Charakter eines Halliglandes und war mit Salzwiesenpflanzen bestanden. Die gezeitengeprägten und zum Teil schiffbaren Wasserläufe durchzogen die Marsch bis an den Geestrand. Einzelne Warften deuten auf die frühere Besiedlung der Marsch hin. Heute liegen circa 20 Aussiedlerhöfe einzeln oder in Gruppen verstreut in der Föhrer Marsch.
Das Goting Kliff südlich des Ortes Goting liegt am Übergang vom Land zum Wasser und erstreckt sich auf einer Länge von 1,7 km. Die 9 m hohe Steilküste wurde von Wind und Wetter gestaltet und verändert sich noch heute durch die ständigen Einwirkungen der Naturkräfte. Am Fuße des Kliffes liegen dunkle Geschiebemergel, darüber die gelblichen und hellen Schichten aus Lehm und Kies, in denen Mergeladern und Steine aller Größen zu erkennen sind. Die obere Schicht wird von schwarzbraunen Sand gebildet. Das Kliff zeigt somit einen guten Querschnitt durch die Föhrer Geest.
Der dem Kliff vorgelagerte Strand ist von Geröll, Steinen und Findlingen übersät. Sie sind alle durch Gletscher der Eiszeit aus der skandinavischen Region in unseren Raum transportiert worden.
Der einzige 'Fluss' auf Föhr ist die Godel. Er fließt durch die ca. 158 ha große Godelniederung, an der Südküste zwischen Witsum und Hedehusum. Das enge Zusammenspiel der Gezeiten und der Fließgewässer Godel, Wiek und Luer bedingt eine Zonierung in unterschiedlich salzbeeinflusste Bereiche. Es sind Salzwiesenlandschaften zu finden, die durch vorgelagerte Strandwälle Lagunencharakter besitzen.
Die Godelniederung bildet für Gänse und Watvögel, besonders den Knutts und Pfuhlschnepfen, ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Für Zwergseeschwalben ist dieser Bereich eines der wenigen Brutgebiete der schleswig-holsteinischen Westküste. In den süßwassergeprägten Gräben der oberen Godel befinden sich Laichbiotope der Kreuzkröte und des Moorfrosches.
Die Toftumer Heide ist die kleine Restfläche eines ehemals großen Feuchtgebietes auf Föhr und liegt südöstlich des Ortes Süderende. Die Feuchtheide wurde früher durch Abtragen der oberen nährstoffreicheren Bodenschicht ("Plaggen") genutzt. Die entnommene Bodenschicht diente als Einstreu in Ställen oder mit Viehdung vermischt als Dünger. Des weiteren wurden die Plaggen auf brachliegendes Land gebracht und angezündet, um mit den halbverbrandten Rückständen und der Asche den Boden zu düngen. Seit 1991 wird dieses Gebiet vom BUND betreut.