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Dieren en planten

Water en land

Schleswig-Holstein   Nordfriesland   Außensände   Trischen   

Mens en Milieu

Eine Haubarg, mit Museum, Ecomare

Nordfriesland (Festland)

Als Nordfriesland wird das Gebiet der schleswig-holsteinischen Westküste, von der dänischen Grenze bis hinunter zur Eider bezeichnet. Zu Nordfriesland gehören auch die Halbinsel Eiderstedt, die nordfriesischen Inseln (Pellworm, Nordstrand, Amrum, Föhr und Sylt) und die Halligen. Der Fluss Eider trennt Nordfriesland von Dithmarschen.

  • Entstehung
    Watt bei Eiderstedt, foto fitis, sytske dijksen

    Die Geest Schleswig-Holsteins ist in der vorletzten Eiszeit, der Saale-Eiszeit entstanden und in der darauffolgenden Weichsel-Eiszeit überformt worden. Nach der letzten Eiszeit stieg der Meeresspiegel wieder an und am Geestrand entstanden große Marschflächen. In einer weiteren Phase des Meeresspiegelanstieges wurden die ehemals abgelagerten Marschen durch Sturmfluten teilweise zerstört - die Inseln entstanden.

  • Geschichte Nordfrieslands
    Friedrichstadt, foto fitis, sytske dijksen

    Etwa um 800 soll die Besiedelung Nordfrieslands durch die Friesen von See aus stattgefunden haben. Zuerst siedelten die Menschen auf den Inseln. Erst nach 1000 sollen die Friesen auch das Festland besiedelt haben. Die Friesen trieben regen Handel mit der Umgebung und betrieben Landwirtschaft. Viele Dörfer entstanden an den Geesträndern. Diese Gebiete lagen höher und von hier aus wurde die Marsch bewirtschaftet. Die Menschen in der geestrandferneren Marsch wohnten auf Warften und später, nach dem Bau der Deiche, in den Kögen. Auch die Bewohner des nordfriesischen Festlandes hatten unter der großen Sturmfluten zu leiden. Nicht immer hielten die Deiche.

  • Ortschaften

    Von Dagebüll aus verkehren die Fähren nach Föhr und Amrum. Dagebüll war ursprünglich eine Hallig und liegt jetzt im Dagebüller Koog, der 1704 eingedeicht wurde. Die Zugverbindung nach Sylt geht von Niebüll aus.
    In Schlüttsiel legen die Fähren nach Amrum, Hooge und Langeneß ab. Schlüttsiel liegt im 1958/59 eingedeichten Hauke-Haien-Koog. Dieser Koog hat 3 große Speicherbecken, die in den Zeiten, in denen die Außenwasserstände zu hoch sind, das Binnenwasser auffangen und so Überflutungen mit Süßwasser verhindern sollen.
    Ein besonderer Koog in Nordfriesland ist der Sönke-Nissen-Koog. Der in bescheidenen Verhältnissen geborene Sönke Nissen erwarb im heutigen Namibia ein Vermögen durch den Eisenbahnbau für die Diamantminen. Zurück in seiner Heimat erklärte er sich bereit, den Bau des Koges zu finanzieren. Die Häuser des 1925 entstandenen Koges tragen allesamt grüne Dächer und sind nach den Stationen von Nissens Eisenbahnlinie in Namibia benannt.
    Der Ort Bredstedt (Bräist) ist ein Handelsort, in dem besonders der Viehhandel früher eine Rolle gespielt hat. Hier befindet sich auch das Nordfriisk Instituut, das sich mit der friesischen Sprache und Kultur beschäftigt.

    In Husum befindet sich seit 1970 der Sitz der Kreisverwaltung von Nordfriesland. Husum ist mit ca. 25000 Einwohnern die größte Stadt in Nordfriesland. Durch die Sturmflut von 1362 erhielt Husum einen direkten Zugang zum Meer. 1436 wurde hier die erste domartige Kirche gebaut. Bereits im 16. Jahrhundert war Husum ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum an der Westküste, vor allem der Kornhandel verschaffte der Stadt einen Reichtum. Die Gottorfer Herzöge errichteten 1577-1582 ein großes Schloss und seit 1603 besitzt Husum Stadtrechte. Ab dem 17. Jahrhundert begann der Niedergang Husums, Friedrichstadt entwicklete sich zum Konkurrenzhafen. Zudem wurde 1634 die "Kornkammer" der Stadt, die Insel Alt-Nordstrand zerstört. Im 18. Jahrhundert kam Husum zu Dänemark und die Hafengeschäfte blühten langsam wieder auf. Jedoch versandete der Hafen in der Folgezeit. Da Dänemark staatsbankrott war, wurde die gotische Marienkirche abgerissen, das Schloss verlor seinen letzten Turm und im Schlossgarten wurde Zichorie angebaut. Im späten 19. und im 20. Jahrhundert ging es wieder bergauf mit Husum. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden hier noch große Viehmärkte abgehalten. Die neue Kirche Husums wurde 1832 gebaut. Vor der Kirche steht ein 1902 erbauter Brunnen mit einem jungen Fischermädchen, "Tine" genannt. Der Husumer Hafen hat eine Schiffswerft und ist Heimathafen für viele Garnelenfischer. Husum ist ebenfalls Heimatort des berühmten Schriftstellers Theodor Storm, der hier u.a. den Schimmelreiter schrieb. Im Nissenhaus gibt es ein Heimatmuseum.
    Tönning liegt im Südosten der Halbinsel Eiderstedt, direkt an der Eidermündung. Eine ungewöhnlich große und hohe Warft trägt den Stadtkern. Bereits 1186 besaß Tönning eine Kirche. Tönning erhielt im 16. Jahrhundert das Stadtrecht. Nach dem Bau des Eiderkanals nahm Tönning im 18. Jahrhundert einen großen Aufschwung, da die für Hamburg bestimmten Schiffe, aufgrund der Kontinentalsperre Napoleons I., hierher geleitet wurden. Die 5500 Einwohner zählende Stadt lockt mit ihrem historischen Schlossgarten, den engen alten Gassen und dem malerischen Fischereihafen viele Besucher an. In Tönning befindet sich das Nationalparkamt des Nationalparkes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und das Nationalpark-Informationszentrum Multimar Wattforum.
    1972 wurde unter anderem als Sturmflutschutz und zur Verkürzung der Deichlinie das Eidersperrwerk durch die Eidermündung gebaut. Dabei wurden 1200 ha Mündungswatten und die Eider aus dem Gezeiteneinfluss herausgeholt. Nur noch bei geöffneten Fluttoren kann das Meerwasser eindringen. Eine Schleusenkammer garantiert dem Schiffsverkehr ein Einfahren in die Eider.
    St.Peter-Ording liegt an der Westküste der Halbinsel Eiderstedt. Die Entwicklung St. Peters hat ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen rasanten Verlauf genommen. 1835 war der Ort nicht mehr als eine "Sandfläche" und 1875 wurde St.Peter-Ording bereits zum Bad erklärt. Die gute Erreichbarkeit durch die Lage auf dem Festland, zusammen mit einem natürlichen Strand und Seeklima waren ausschlaggebend für diese Entwicklung. Der Strand von St. Peter-Ording wird für zahlreiche Aktivitäten genutzt: sonnenhungrige Strandurlauber verbringen hier ihre Zeit, es wird hier geritten und das Strandsegeln betrieben und der Strand wird als Autoparkplatz genutzt. In St. Peter ist das Eiderstedter Heimatmuseum im typisch friesischen Bauernhaus zu besichtigen. Das heute mit St. Peter verbundene Fischerörtchen Ording ist vom Tourismus noch nicht so stark erfasst.
    Neben Tönning besitzt nur Garding die Stadtrechte, und zwar seit 1590. Die um 3000 Einwohner zählende Siedlung ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der umgebenden Köge und liegt im Herzen der Halbinsel Eiderstedt.
    Das im äußersten Nordwesten der Halbinsel gelegene Dorf Westerhever lockt besonders durch den auf Westerheversand gelegenen und sehr bekannten Leuchtturm. Im dorf Westerhver steht ein mächtiger Kirchturm aus der Zeit um 1370, der Jahrhunderte als Seezeichen diente.

  • Landschaften und Naturgebiete Nordfrieslands
    Leuchtturm Eiderstedt, foto fitis, sytske dijksen

    Ein großer Teil des nordfriesischen Festlandes besteht aus Marsch. -stlich der Marschgebiete befindet sich die Geest, die auch innerhalb der Marsch und auf den Geestinseln Amrum, Föhr und Sylt an einigen Stellen das Landschaftsbild prägt. Zwischen der Festlandsküste und den äußeren Inseln und Sänden liegt das nordfriesische Wattenmeer. Die niedrig gelegene Marsch wird von Deichen geschützt. Nur bei Hattstedt reicht die Geest bis an die Küste, hier gibt es keinen Deich. Der Stollberg nördlich von Bredstedt ist mit 44 m die höchste Erhebung in Nordfriesland. Auf der Festlandsgeest gibt es Bereiche, in denen sich Binnendünen entwickelt haben.
    Vor dem Deichbau, der etwa im 10. Jahrhundert begann, wohnten die Menschen auf Warften, die ebenfalls noch in der Landschaft zu entdecken sind. Vor den Deichen befinden sich häufig noch Salzwiesen, die z.T. mit Hilfe von Landgewinnungstechniken entstanden sind.

  • Eiderstedt
    Wattwanderer Eiderstedt, foto fitis, sytske dijksen

    Die Halbinsel Eiderstedt ist etwa 30 km lang und 15 km breit und liegt zwischen dem Wattenmeerstrom Heverstrom im Norden, der Eider im Süden und der künstlichen Grenze der Bahnlinie Husum-Friedrichstadt im Osten. Im Nordwesten Eiderstedts liegt die Tümlauer Bucht, die zwischen Westerhever im Norden und Utholm im Süden mit ihren vorgelagerten Sänden weit nach Osten reicht.
    Die Halbinsel Eiderstedt besteht in seinem Kern aus altem Marschland, im Norden und Osten wurden neue Köge eingedeicht. Bis ins Mittelalter teilte die Süderhever Eiderstedt. Die letzte Eindeichung auf Eiderstedt fand 1967 statt. Die Halbinsel wird von 30 Sielen, 11 Schöpfwerken und 900 km Vorflutern entwässert. Zischen Garding und St. Peter liegt ein 6000 Jahre alter Strandwall. An der Westküste Eiderstedts erstreckt sich auf einer Luftlinie von circa 15 km der Strand. Die starke touristische Erschließung des Strandes führt zu einem Verlust der natürlichen Spülsaumvegetation und der Ruheplätze für Vögel und Robben.
    An den Strandbereich schließen sich ostwärts Dünen an, die sonst im schleswig-holsteinischen Wattenmeer nur noch auf Sylt, Amrum, Norderoogsand, Süderoogsand und Trischen zu finden sind. Die Dünen Eiderstedts sind die einzigen jungen Dünen des Festlandes. Von den vorgelagerten hohen Sandbänken wird ihnen direkt Sand zugeführt. Dieses Phänomen sorgt für eine Dünenbildung direkt auf dem Marschboden und führt zu einer an der deutschen Nordseeküste einzigartigen Abfolge von Landschaftselementen im Naturraum St. Peter-Ording: Den Sänden folgt landeinwärts Salzwiese, Düne, Feuchtniederung und Marsch.

  • Tümlauer Bucht

    Die Tümlauer Bucht ist eine natürliche Großbucht, die sowohl seewärts und als auch in die Höhe sehr gering sedimentiert, da die Verlagerung gröberen Materials ins Buchteninnere durch vorgelagerte Sände behindert ist. Durch die nur extensive Nutzung der Salzwiesen mit Schafen gibt es hier stark strukturierte Pflanzenbestände. Rastende und nahrungssuchende Watvögel und brutplatzbeanspruchende Wiesenvögel nutzen gerne das Tidebecken mit seinen Salzwiesen. In Verbindung mit den Westerhever Vorländern ist die Tümlauer Bucht für die Nahrungssuche von Ringelgänsen, Nonnengänsen und Pfeifenten bedeutsam.

  • Katinger Watt

    Das Katinger Watt liegt an den Eidermündungswatten nur wenige Kilometer westlich der kleinen Hafenstadt Tönning. Hier wurden 1972 nach dem Bau des Eiderdammes und des Sperrwerkes 1200 ha ökologisch wertvolle Mündungswatten trockengelegt und damit zerstört. Heute haben hier 60 Brutvogelarten und bis zu 25.000 Wat- und Wasservögel im Herbst und Frühjahr ein neues Rast-, Nahrungs- und Brutareal gefunden. Die nährstoffarmen Sandwatten wurden seit der Trockenlegung von 160 Pflanzenarten besiedelt. Im Bereich der Restmündungswatten wurde ein 1.600 ha großes Naturschutzgebiet geschaffen, wo auf jede weitere Bebauung verzichtet wird.