Im 7. und 8. Jahrhundert zogen die Friesen von der südlichen Nordsee in das Gebiet des nordfriesischen Wattenmeeres. Die Besiedelung erfolgte wahrscheinlich vom Meer aus.
Nach der verheerenden Sturmflut von 1634 und der Zerstörung Alt-Nordstrands wurde der ehemalige Westteil der Insel, das heutige Pellworm, relativ schnell wieder eingedeicht. Dies geschah u.a. mit Hilfe des kapitalstarken Niederländers Cornelius Jansen Allers. In den 2 Folgejahren konnten bereits 1800 ha wiedergewonnen werden, bis 1687 waren es schon 2800 ha. 1637 entstanden der Große Koog, der Kleine Koog, der Johann-Heimreichs-Koog (ehem. Wester Neuen Koog), der Mittelster Koog und der Alte Koog. Es folgten der Kleine Norderkoog (1657), der Westerkoog (1663), der Hunnenkoog (1672), der Süderkoog und der Ütermarkerkoog (1673), der Große Norderkoog (1687) und der Ostersielskoog (1798). Der jüngste Koog ist der Bupheverkoog aus dem Jahre 1938/39.
Von 1660 bis 1717 erlebte Pellworm eine neue Blütezeit. Zwar nahm die Bevölkerung durch Krankheiten stetig ab, die Abnahme wurde allerdings durch Zuzug ausgeglichen. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft mit Hofgrößen zwischen 5 und 50 ha. Vor allem Viehmast und Getreideanbau wurden betrieben, die Überschüsse hiervon wurden exportiert. Milchwirtschaft und Fischerei dienten lediglich dem Eigenbedarf, da die leicht verderblichen Produkte aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung nicht schnell genug transportiert werden konnten. Es gab zu der Zeit zwei Häfen: einen in Tammensiel, der auch heute noch der Hafen von Pellworm ist, und das Tief am Tilli wurde bis 1673 (Eindeichung) als Hafen gebraucht.
Die Weihnachtflut von 1717 brachte einen Rückschlag für Pellworm. Auch in den Folgejahren hatten die Insulaner immer wieder mit Wassereinbrüchen zu kämpfen. Krankheiten breiteten sich aus und nur neuer Zuzug verhinderte, dass die Bevölkerung zu stark abnahm. Die friesische Sprache starb zu dieser Zeit auf Pellworm aus.
Ab 1771 wurde der Deichbau, der zuvor in privater Hand war, von Fachleuten ausgeführt. Dennoch mussten 1793 im Westen und im Süden der Insel Gebiete aufgegeben werden. Nach der Sturmflut von 1825 mussten ein Drittel der Landeigentümer Konkurs anmelden. Der dänische Staat übernahm die Ländereien und wurde somit in die Deichpflicht eingebunden. 1830 wurde Harm von Petersen als Deichkommissar eingesetzt. Er erkannte die Wichtigkeit Pellworms als Wellenbrecher für die schleswig-holsteinische Küste und beschaffte Gelder von der Regierung für die Wiederherstellung der Deiche.
Von 1882 bis 83 lebte Detlev von Liliencron als Hardesvogt auf Pellworm. Auf einer Schiffsreise von Husum nach Pellworm schrieb er das bekannte Gedicht 'Trutz, Blanke Hans'.
Die Menschen lebten von der Landwirtschaft. Anders als auf den Geest- und Düneninseln konnten die Menschen gut von den Marschböden leben. Es wurde sowohl Ackerbau als auch Viehzucht betrieben. Bis in das 19. Jahrhundert überwog der Ackerbau, heute gibt es auf der Insel vornehmlich Weidewirtschaft. Die Fischerei spielte auf Pellworm keine so große Rolle, auch wenn es eine Zeit lang einige hauptberufliche Fischer gab. Erst ab dem 19. Jahrhundert gab es auf Pellworm Flachsiedlungen im Schutz der Deiche.