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Schleswig-Holstein   Sylt   

Mens en Milieu

Dünen von List auf Sylt, Karsten Reise

Sylt

Sylt liegt im Nordfriesischen Wattenmeer zwischen der dänischen Insel Rømø im Norden und Amrum im Süden. Die 100 qkm große und damit die größte Nordseeinsel Deutschlands erstreckt sich von Norden nach Süden in einer Länge von fast 40 km. Die Ost-West-Ausdehnung schwankt zwischen 200 m und 12,5 km. Seit 1927 ist Sylt durch den Hindenburgdamm mit dem Festland von Schleswig-Holstein verbunden. Auf dem Damm verlaufen Bahnschienen.

  • Entstehung

    Unter den Nordfriesischen Inseln nehmen Sylt, Föhr und Amrum eine Sonderstellung ein. Sie bestehen aus den Resten einer alten Landoberfläche aus der Saale-Eiszeit. Schon im 12. Jahrhundert wird Sylt als Insel beschrieben. Ursprünglich hatte Sylt eine größere Ausdehnung nach Westen. Aber mit dem Meeresspiegelanstieg verlor die Insel an ihrer Westseite ständig Material. Dieser Prozess hält bis heute an. Zwischen dem Sylter Geestkern und dem heutigen Festland befand sich einst eine ausgedehnte Marschlandschaft, die nach und nach in einer erneuten Phase des ansteigenden Meeresspiegels zerstört wurde.

  • Verkehr

    Sylt ist bequem mit dem Autozug von Niebüll aus zu erreichen. Auch von der Nachbarinsel Rømø fährt eine Autofähre von Havneby regelmäßig nach Sylt.

  • Walschutzgebiet vor Sylt und Amrum

    Ein besonderes Schutzgebiet ist das Walschutzgebiet vor den Nordseeküsten Sylts und Amrums. Es wurde am 13. Oktober 1999 eingerichtet, gehört zur Zone 2 des Nationalparks und ist etwa 120.000 Hektar groß. Im Rahmen des Walzählungsprojektes SCANS wurde deutlich, dass das Gebiet westlich von Sylt mit ca. 6000 Schweinswalen im Vergleich zu anderen Gebieten in der Nordsee die höchste Dichte an Kleinwalen aufweist. Offenbar ist auch der Anteil an Mutter-Kalb-Gruppen hier sehr hoch. Im Sommer sind diese Kleinwale dicht an der Küste zu sehen, während sie im Winter wahrscheinlich in die offene Nordsee ziehen.
    Dieses Gebiet schließt ein Stückchen offene Nordsee außerhalb des Wattenmeeres ein. Hier soll über die EU ein Verbot der internationalen Stellnetz- und Industriefischerei erreicht werden. Bis zu 10.000 Schweinswale werden jährlich als Beifang u.a. dieser Fischereiarten gefangen. Die Fischerei in bisheriger Art und im bisherigen Umfang und Freizeitaktivitäten sind hier weiterhin erlaubt, soweit die Wale davon nicht erheblich beeinträchtigt werden.

  • Der Inselname

    Über die Herkunft des Inselnamens gibt es zwei Varianten: die Erste besagt, das Sylt vom dänischen 'Sild' stammt, was Hering bedeutet und vermutlich vom Heringsfang, der in früherer Zeit von Sylt aus betrieben wurde, stammt. Im Westerländer Stadtwappen befindet sich ein Hering. Die zweite Variante besagt, das der Name vom friesischen 'Silende' stammt, was Seeland bedeutet.

  • Naturschutzgebiete

    Ein großer Teil der Insel Sylt steht unter Naturschutz. Daneben kommen aber auch vom Menschen mit unterschiedlicher Priorität genutzte Flächen vor.

    Naturschutzgebiete auf und um Sylt
    Name SchutzgebietLandschaftstyp
    KönigshafenWattenmeerbucht
    UthörnSandbank
    NSG RantumbeckenWattenmeerbucht
    Morsum Odde, NössedeichvorlandDeichvorland, Sandbänke
    Hörnumer SandnehrungStranddünen
    NSG Hörnumer OddeStranddünen
    NSG NielönnSalzwiese
    NSG Morsum KliffSandsteinkliff, Geestheide
    NSG Rotes KliffSandsteinkliff, Geestheide
    NSG Braderuper HeideHeide
    NSG Baakdeel - RantumDünengebiet
    NSG Rantumer DünenDünengebiet
    LSG HörnumDünenheide
    NSG Nordsylt ListlandWäldchen
    NSG Kampener VogelkojeWäldchen, Vogelkoje
    Walschutzgebiet vor Sylt (NP)Nordsee, Seegats
    NSG = Naturschutzgebiet, LSG = Landschaftsschutzgebiet, NP = Nationalpark.
  • Vorgeschichtliche Zeugen

    Zahlreiche Hügelgräber finden sich auf den Geestflächen südlich von Archsum und östlich von Morsum. Auf den höhergelegenen Geestflächen sind heute 47 große Steingräber und über 400 bronzezeitliche Grabhügel zu finden. Ein bedeutendes Hügelgrab ist der Denghoog (Thinghügel) bei Wenningstedt. In der Gemeinde Archsum liegen einige künstlich errichtete Wohnhügel (Wohntells), die von der römischen Kaiserzeit bis zur Wikingerzeit bewohnt waren. Bedeutende Denkmäler der Wikingerzeit sind die westlich von Tinnum gelegene Tinnumburg, die im Ortskern von Archsum mittlerweile eingeebnete Archsumburg, sowie die seit dem 18. Jahrhundert von Dünen übersandete Rathsburg bei Rantum.

  • Wal- und Robbenfang auf Sylt

    Vom 17. Jahrhundert an fuhren die Sylter auf niederländischen und hamburgischen Wal- und Robbenfängern mit. Wegen der Überfischung der Wal- und Robbenbestände stellten die Reeder die Nordfahrten ein. Bootsleute, Steuerleute und Kapitäne wechselten zur segelnden Handelsschifffahrt, die um 1800 ihren Höhepunkt erreichte.

  • Vogelkojen

    Des weiteren betrieben die Sylter noch Entenfang, worauf viele erhaltene Vogelkojen hinweisen.

  • Historische Fischerei auf Sylt

    In Aufschlüssen und Baugruben weisen beträchtliche Mengen an Herzmuschel-, Miesmuschel- und Austernschalen auf Fischereiaktivitäten hin, die sich von der Jungsteinzeit bis ins 14. Jahrhundert datieren lassen. Renning, ein Anlandeplatz in der Nähe von Hörnum, war bis zur Aufgabe der Heringsfischerei um 1600 der bedeutendste Fischereihafen.
    Aus der Not betrieben viele Sylter die Wattenfischerei. Gefangen wurde vor allem Butt, Scholle und Dorsch. Im Sommer wurden die Fische an der Luft getrocknet. Die älteste Fangart stellt in Nordfriesland allerdings das Buttpetten dar, eine Methode mit der bei Ebbe in den Prielen die Fische mit den bloßen Händen gefangen wurden.
    Vom 13. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Europäische Auster auf östlich vor Sylt gelegenen, schlickfreien Austernbänken, genutzt. Die Bänke sind mittlerweile ausgebeutet.

  • Fremdenverkehr auf Sylt

    1856 wurde in Westerland das erste Seebad von Sylt eröffnet, aber bereits 1842 badete der dänische König Christian VIII in den Fluten vor Sylt. Als Seebäder folgten 1859 Wenningstedt und 1892 Kampen. Mit der Einrichtung der Seebäder ging der großzügige Ausbau der genannten Ortschaften einher. Zwischen den Weltkriegen erfolgte der weitere Bau und Ausbau von Kuranlagen, Pensionen, Hotels, Jugenderholungsheimen und Sommerhäusern. Der Bau des Hindenburgdammes 1927 verbesserte die Erreichbarkeit von Sylt. Nach dem zweiten Weltkrieg setzten zum Teil geschlossene Bebauungen mit komfortablen Sommervillen in Kampen, Hörnum und Rantum, sowie die Anlage mehrerer Campingplätze ein. Heute sind Wirtschaft und Infrastruktur Sylts in erster Linie durch den Tourismus geprägt. Interessante Sehenswürdigkeiten finden sich in den verschiedenen Orten der Insel.
    Zwischen 1888 und 1970 gab es auf Sylt eine Inselbahn. Sie musste ihren Betrieb jedoch aus wirtschaftlichen Gründen einstellen, da viele Syltbesucher ihre Autos mit auf die Insel bringen.

  • Ortschaften

    Der Sylter Ort List wurde bereits 1292 gegründet. Die Siedlung Alt-List lässt sich durch keramische Funde und Münzen bis in das 13. bis 14. Jahrhundert zurück datieren und befand sich etwa einen Kilometer vom heutigen westlichen Lister Ortsrand in einer Ringdüne. Das spätmittelalterliche List lag weiter östlich im ehemaligen Fluthakenbereich, der aber heute von einer Wanderdüne verschüttet ist. Bis 1864 gehörte das Listland mit den großen Wanderdünen unmittelbar zum dänischen Königreich. Vor und während des 2. Weltkrieges wurden in List Wohnsiedlungen und Kasernen gebaut. In den Jahrzehnten danach erhielt der Marine- und Fischereihafen zusätzliche Bedeutung durch den Ausbau der Fährverbindung nach Havneby auf Rømø. In List befindet sich die Wattenmeerstation Sylt der Biologischen Anstalt Helgoland (jetzt in der Stiftung Alfred-Wegener-Institut), die sich ganz der Erforschung des Wattenmeeres und der Ausbildung von Studenten widmet.
    Kampen wurde 1542 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war 1865 ein aus 25 alten Friesenhäusern bestehendes Haufendorf. Das Dorf liegt auf der nördlichen Abdeckung des großen Geestkernes Westerland-Kampen-Keitum. Mit seinen Pensionen und einem besonders geringen Anteil an Privatquartieren gilt Kampen als das vornehmste Bad der Nordfriesischen Inseln. Es sind dort rund um das Jahr zahlreiche Künstler, Schriftsteller und andere prominente Persönlichkeiten anzutreffen. Von der, nach dem Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen benannten, gut 50 m hohen Uwe-Düne, die höchste Düne Sylts, ist ein Blick über die gesamte Insel möglich. In der Vogelkoje nördlich von Kampen wurden von 1767 bis 1921 verschiedene Wildenten gefangen. In Kampen besteht nur noch ein Drittel der Bevölkerung aus Ortsansässigen.
    Nachdem 1868 der Keitumer Hafen verschlickte übernahm der Hafen Munkmarsch dessen Funktion. Bis zum Bau des Hindenburgdammes 1927 wurde von hier der Fährverkehr nach Hüyer abgewickelt. Heute ist er ein kleiner ausgebauter Jacht- und Fischereihafen.
    Im 17. Jahrhundert ließen sich wohlhabende Kapitäne und Steuerleute, die auf Wal- und Robbenfang fuhren, in Keitum nieder. Bis weit ins 19. Jahrhundert war das Haufendorf die Siedlung Sylts mit der größten Bedeutung. Alte Friesenhäuser Keitums sind das Pastorat (1624), das Heimatmuseum (1759) und das Landschaftliche Haus (1764), in dem heute ein Restaurant untergebracht ist. Die größte und markanteste Kirche Sylts, die St.-Severin-Kirche entstand um 1190 und liegt heute am Ortsrand von Keitum. Urkundlich wurde sie 1240 erstmalig erwähnt. Der gotische Backsteinturm diente den Seeleuten lange als Seezeichen und war bis 1806 auch Gefängnis. Das spätromanische Langhaus besteht aus Granit und Tuffstein. Das Schöpfwerk in Keitum am Südrand der 1937 eingedeichten Nössemarsch entwässert den gesamten 1700 ha großen Nössekoog. Heute bietet das Schöpfwerk einem Zivildienstleistenden und einem kleinen naturkundlichem Informationszentrum der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer Platz.
    Tinnum wurde 1440 erstmals urkundlich erwähnt, die Siedlung bestand jedoch bereits zur römischen Kaiserzeit. Das Dorf war früher so groß wie Keitum und Archsum. In Tinnum befinden sich Überreste der Tinnumburg.
    Auch Morsum wurde bereits 1440 urkundlich erwähnt und im 15. Jahrhundert war Morsum das größte Dorf der Insel. Seit dem Bau des Hindenburgdammes 1927 hat Morsum eine Bahnverbindung mit dem Strand im Westen, aber erst 1950 entstanden hier die ersten Wochenendhäuser. In der älteren Bronzezeit wurden auf den Geestkuppen der Insel über 425 Grabhügel errichtet. Im östlichen Morsumer Gemarkungsbereich sind einige Grabstätten mit zum Teil bis zu 35 Beisetzungen zu finden. Nordöstlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Morsum-Kliff.
    Mit dem Charakter eines Familienbades liegt südlich des Naturschutzgebietes 'Rotes Kliff' Wenningstedt. Das Dorf existierte vermutlich schon im 7./8. Jahrhunder, im Jahr 1300 wurde der Hafen Wenningstedts bei einer Sturmflut zerstört. Noch 1640 konnte man bei niedrigen Wasserständen die Ruinen des ehemaligen Hafens etwa 900 m weit vor der Küste erkennen. 1859 wurde der Ort zum Seebad erklärt und seit 1927 gehört Braderup zu Wenningstedt.
    Der alte Ortskern Westerlands mit den ehemals kleinbäuerlichen Hofstellen liegt nordöstlich des Hauptbahnhofes. Gegründet wurde Westerland 1436 von den Bewohnern Eidum, die vor den Sturmfluten flüchteten. Westerland breitete sich Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr in Richtung Dünen und Strand aus. Der Ort boomt seit der Gründung des Seebades im Jahre 1855 und wurde nach 1900 als Mode- und Vergnügungsbad international bekannt. 1905 bekam Westerland die Stadtrechte. Heute prägen Kur- und Heilbäder das Bild. Gebäude für Schlickbäder, für Hydro- und Heliotherapie, für Seewasser- und Aerosolinhalation und ein großes Meerwasser-Spaßbad (Sylter Welle) prägen neben großen Hotelburgen das optische Bild des Ortes.
    Im 15. und 18. Jahrhundert wurden die Siedlungsplätze des damaligen Alt-Rantum in der Folge mehrerer Sturmfluten und näherrückender Wanderdünen aufgeben. Nach Sturmfluten sind noch heute am Rantumer Strand Häuserfundamente, Brunnenringe, Friesenwälle und Pflugspuren zu entdecken. An der Wattseite stehen noch einige alte reetgedeckte Friesenhäuser. Der Name 'Rantum' heißt soviel wie "Heim der Ran", Ran war die Göttin des Seetodes in vorchristlicher Zeit. Heute ist Rantum die kleinste Gemeinde von Sylt.
    1938 wurde das Rantumbecken als gezeitenfreier Seeflughafen erbaut, der als solcher aber nie genutzt wurde. Seit 1957 ist es ein Vogelschutzgebiet.
    Durch eine Tiefenbohrung wurde Ende der 80er Jahre im Bergtal südlich von Rantum die "Sylter Quelle" erschlossen, die für Trinkkuren in Rantum Nord und als Mineralwasser kommerziell genutzt wird.
    Hörnum blieb lange Zeit unbesiedelt. Erst ab 1901 wurde in Hörnum ein Anleger mit Gleisanschluss für eine Schmalspurbahn bis Westerland gebaut. Hier legten unter anderem die Salondampfer der Hapag an. Der tideunabhängige Hafen ist heute der wichtigste Umschlaghafen der Insel. Von hier aus verkehren die Seebäderdienste während der Saison nach Helgoland, Amrum, Föhr und zu den Halligen. Vor dem 2. Weltkrieg wurden in Hörnum militärische Bauten errichtet und seit 1946 ist Hörnum Seebad.

  • Küstenschutz auf Sylt

    Die ersten Küstenschutzmaßnahmen gegen den Abbruch der Westküste wurden 1867 mit dem Bau von Holzbuhnen getroffen. Später wurden diese Buhnen aus Stein, Eisen und Beton gebaut. 1960 wurden die sechs Tonnen schweren Tetrapoden auf den Strand gelegt, allerdings konnten auch diese die Dünen nicht vor dem Abbruch schützen. Seit 1972 werden regelmäßig Sandvorspülungen auf den einzelnen Strandabschnitten vorgenommen. Aber auch die Sandvorspülungen können die Erosion des Inselsockels nicht verhindern. 1990 wurden Geotextil-Matten vor dem Kampener Haus 'Kliffende' bis zu 30 m tief in den Sandschichten eingegraben.

  • Landschaften und Naturgebiete auf Sylt

    Sylt ist durch verschiedene Naturräume geprägt: Strand, Dünen, Geest, Marsch und Wattenmeer.
    Der 40 km lange Strand auf Sylt ist ein Produkt der Meereskräfte im Zusammenspiel mit den Geestkernen der Insel. Durch die von allen Nordfriesischen Inseln am weitesten nach Westen exponierte Lage ist Sylt den Meereskräften besonders stark ausgesetzt. Nach Westen fällt der Inselsockel steil ab und erreicht bereits in etwa ein bis zwei Kilometer Entfernung von der Uferlinie eine Tiefe von zehn Meter.
    Seit dem Mittelalter macht den Menschen auf Sylt der Landverlust zu schaffen. Durch abbrechendes Material nimmt die Inselsubstanz ständig ab. Mit Küstenschutzbauwerken, wie Buhnen und Tetrapodenketten versucht der Mensch Sand im Strandbereich zu halten und damit die Dünen zu schützen. In Bereichen, wo der Strand als Badestrand genutzt wird, wird durch fast jährliche kostspielige Sandvorspülungen der Landverlust ausgeglichen.
    Durch den küstenparallelen Sandtransport sind auf Sylt, wie auf Amrum auch, Nehrungshaken entstanden.
    An der Westküste Sylt's erstreckt sich von Hörnum im Süden bis zum Lister Ellenbogen im Norden eine ausgeprägte Dünenlandschaft. Im Bereich von List befinden sich die Wanderdünen, sie sind rund 3 km lang, durchschnittlich 600 m breit und bewegen sich 4-6 m im Jahr ostwärts. Zwischen den Dünenkämmen haben sich feuchte anmoorige Dünentäler entwickelt.
    Die Geest nimmt den weitaus größten Teil der Insel ein. Sie ist zusammengesetzt aus Sand- und Moränenaufschiebungen und Aufschüttungen der letzten Eiszeit und tritt an vier Stellen zutage: Ein Geestkern im Gebiet Westerland-Kampen-Keitum, zwei Geestkerne bei Archsum und einer bei Morsum. Alle Geestkerne sind flach bis leicht gewellt und teilweise von einzelnen Trockentälern, die auf die letzte Eiszeit zurückzuführen sind, durchzogen. Dort, wo die Geest direkt mit dem Meer in Berührung kommt, sind Kliffs entstanden, wie das Morsum Kliff, das Rote Kliff oder das Weiße Kliff.
    Durch das feuchte und stürmische Wetter zur Zeit des Atlantikums wurde der Waldentwicklung auf der Geest ein Ende bereitet. Auf den freiwerdenden Flächen siedelte sich die sogenannte Atlantische Heide an, wofür ein nährstoffarmer Boden und die feuchtwarme Witterung entscheidend waren. Damals erhielt die Landschaft jenes eigentümliche Gepräge, das die Schutzgebiete Morsum-Kliff, Rotes Kliff bei Kampen und Braderuper Heide noch heute kennzeichnet.
    Die durch Überflutung von Meerwasser beeinflusste Salzwiese besitzt eine besondere Vegetation mit salzvertragenden Pflanzen. Salzwiesen auf Sylt befinden sich im Bereich des Königshafens, in Nielönn, zwischen Keitum und Morsum, bei Nösse und zwischen Rantum und Hörnum.
    Die Marschenbildung in den vorigen Jahrhunderten ging einher mit dem Meeresspiegelanstieg. Im Schutz der vorgelagerten Geestkerne und der Strandwallbildungen setzten sich in dem flachen Gezeitenmeer sandige und schlickige marine Sedimente ab, die heute den älteren Klei bilden.
    In Listland wurde Ende das 19. Jahrhunderts ein größeres Dünengebiet mit Schwarzkiefern bepflanzt, und in der Umgebung der Jugendherberge entsteht ein Wald aus Birken und Weiden, da dort keine Schafbeweidung mehr stattfindet. Über Sylt verstreut gibt es weitere versprengte, von Menschenhand geschaffene kleine Wälder.
    Mit Ausnahme des Pandertief, Lister-Ley, Wester-Ley und Oster-Ley fallen alle Wattbereiche um Sylt bei Ebbe trocken. Besondere Bedeutung finden das Rantumbecken als eingedeichte ehemalige Wattenbucht und einige zusammenhängende Wattbereiche nördlich und südlich des 1927 errichteten Hindenburgdammes.

  • Geschichte von Sylt

    Sylt ist reich an alten Fundstätten und prähistorischen Denkmälern, wie z.B. Hügelgräber, die von einer langen Besiedlunggeschichte zeugen. Wal- und Robbenfänger waren auf der Insel zu Hause, aber auch verschiedene Formen der Wattenmeerfischerei spielten eine wichtige Rolle. Um 450 n. Chr. sollen vom damaligen Sylter Hafen Wendingstadt die Jüten, Angeln und Sachsen zur Eroberung Englands aufgebrochen sein. Die Erstbesiedelung von Sylt durch die Friesen erfolgte um 850 n. Chr. und fand, wie bei Amrum und Föhr, wahrscheinlich von See aus statt.