Vor allem entlang des Bornrif ist hierdurch eine große Veränderung in der Küstenlinie entstanden. Die Erosion breitet sich langsam in Richtung Osten aus und schiebt hierbei das Bornrif vor sich her. Ein Ausläufer des Bornrif stößt bei Paal 7 (Ballum) auf die Küste. Zwischen der Küste und Bornrif ist eine Rinne entstanden, die verantwortlich ist für eine örtliche Strandsenkung und beträchtlichen Dünenabschlag. Diese Erosion, eine Konsequenz des dynamischen Verhaltens der Seeströmungen und des Windes, bedroht den Strand und die Randdünen. Diese Dünenreihe war ursprünglich ein Flugsanddeich, der 1960 angelegt wurde, um die Küste zu schützen.
Seit Mitte der 1980er ist die Küstenlinie auf der Höhe des Bornrif stark rückläufig. Ihr Schutz ist nicht einfach. Eine teure, aber der Landschaft zugute kommende Art ist die Sandaufspülung: Der Strand wird durch das Aufspülen von Sand, der einige Kilometer vor der Küste aufgesogen wird, verstärkt. Sandaufspülung ist eine Art Ersatz für natürliche Prozesse, die den Sand aus der Nordsee auf den Strand transportieren. Diese natürlichen Prozesse formen die Basis der Dünenentstehung. Um die schützende äußere Dünenreihe zwischen Hollum und Ballum zu verstärken, wurde 1995 zwischen Paal 7 und Paal 11 Sand aufgespült. Für das Stück zwischen Paal 2 und Paal 4 empfehlen Wissenschaftler von Rijkswaterstaat, der natürlichen Dynamik Raum zu geben, das heißt, die Natur soweit wie möglich in Ruhe zu lassen.
Laut den Wissenschaftlern des RIKZ und von Rijkswaterstaat ist von einer zyklischen Entwicklung die Rede, wodurch um 2010 das Bornrif letztendlich mit der ameländer Küste verschmelzen wird. Hierdurch soll die Küstenerosion zwischen Ballum und Hollum der Vergangenheit angehören. Die Wissenschaftler erwarten, dass zwischen 2030 und 2040 wieder eine neue Periode der Bornrif-Wanderung anbrechen wird.