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Rottumerplaat

Einwohnerzahl:

0

Hauptdorf:

keines

Fläche:

10 Quadratkilometer

Gästebetten:

einige, für Vogelwärter

Besondere Tiere:

Seeregenpfeifer, Brandseeschwalbe

Lageplan Rottumerplaat und Rottumeroog, Ecomare

Rottumerplaat

Viele Menschen kennen Rottumerplaat als die Insel, auf der sich 1971 zwei niederländische Schriftsteller, Godfried Bomans und Jan Wolkers, nacheinander einige Wochen lang aufhielten. Jeden Tag hatten sie eine Stunde Funkkontakt als einzige Verbindung zur restlichen Welt. Die Herren reagierten total unterschiedlich auf die Natur, der sie für einige Zeit ausgeliefert waren.

  • Entstehung

    Ab 1833 entstand westlich von Rottumeroog eine Sandbank, die um 1860 solche Abmessungen hatte, dass sie den Namen Rottumerplaat bekam. Diese neue Insel erlebte ein rasches Wachstum, das sich nach 1950 noch beschleunigte, als Rijkswaterstaat einen Flugsanddeich auf der Insel anlegte. Dieser Deich wurde im Rahmen des Planes für die Eindeichung des Wattenmeeres angelegt, Rottumerplaat sollte dabei als Arbeitsinsel dienen. Anfang 2000 hatte die Insel eine Oberfläche von rund 1000 Hektar.

  • Natur auf Rottum

    Innerhalb des Wattengebiets haben sowohl Rottumerplaat wie Rottumeroog eine wichtige Funktion als Ruhe- und Nahrungsplätze für Vogelarten, die Strandflächen und Sandbänke bevorzugen. Beispiele hierfür sind der Sanderling, der Alpenstrandläufer und der Seeregenpfeifer. Auf Rottumerplaat und Rottumeroog brüten auch Küstenvögel in großer Anzahl. Beispiele hierfür sind die Eiderente, die Brandgans, die Küstenseeschwalbe, die Flußseeschwalbe, die Zwergseeschwalbe, der Seeregenpfeifer und der Sandregenpfeifer.
    Seit auf Rottumerplaat fast keine Küstenschutzmaßnahmen mehr durchgeführt werden, also seit Anfang der '90er, hat vor allem die Brandseeschwalbe davon profitiert: Sie brütet seit 1996 auf dieser Insel. 1998 war es bereits eine große Brutkolonie mit 2335 Paaren von diesen seltenen Vögeln.
    Die beiden Inseln und die südlicher gelegenen Wattplaten fallen unter die strengsten Bestimmungen des Naturschutzgesetzes der Niederlande. Rottumerplaat ist das ganze Jahr über für Besucher gesperrt. Vom 25. April bis zum 18. August, sowie an den Wochenenden der Vor- und Nachsaison, werden die Inseln bewacht.
    Die Wattenlandschaft südlich von Rottumeroog und Rottumerplaat ist für die Muschelfischerei unzugänglich. Auch die NAM (Niederländische Erdölgesellschaft) darf hier keine definitiven Aktivitäten unternehmen: die Förderung der Erdgasvorräte in der Nähe der Inseln hat von der Nordsee aus zu erfolgen.
    Auf Rottumerplaat stehen zwei Gebäude: der Aussichtsturm und ein Gebäude von Staatsbosbeheer. Da kommen die Volontäre unter, die als große Ausnahme auf der Insel bleiben dürfen, um die Natur zu inventarisieren.

  • Referenzgebiet

    Rottumerplaat, Rottumeroog sowie das Watt dazwischen und zur Landseite werden ab 2005 als Referenzgebiet für das Wattenmeer gelten, in der die Fischerei verboten wird. Die jährliche Entwicklung in diesem Gebiet wird aufgenommen. Zudem findet alle 5 Jahre eine Überprüfung statt, in der untersucht wird, ob sich das Gebiet anders entwickelt als der Rest des Wattenmeeres. Das Gebiet ist für unbestimmte Zeit gesperrt.