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Schlick und Baggergut   Baggergutdepots   
Orte für Baggerdepots, Ecomare

Baggergutdepots an der niederländischen Küste

Momentan wird relativ sauberer Baggerschlick auf See in bestimmten Gebieten nahe den Häfen von Rotterdam - Europoort (Loswallen Nord und Nordwest), Scheveningen und IJmuiden verklappt. Hier werden jährlich mehrere zehnmillionen Tonnen Schlick abgelagert. Der "Slufter"auf der Marsvlakte ist 1987 als Verklappungsgebiet für leicht bis mäßig verunreinigtes Baggergut in Gebrauch genommmen worden. Auf diesen Gebieten werden jährlich 0,3 bis 0,5 Millionen Tonnen Schlick abgelagert.

  • Verklappt

    Auf Loswal Noord, 5 km vor der Küste von Hoek van Holland, wurden bis 1996 jährlich ca. 14 Millionen Kubikmeter Baggergut aus der Euro-Maasrinne und dem westlichen Hafengebiet von Rotterdam verklappt. Im 'Slufter' auf der Maasvlakte kann nach 15 Jahren 100 bis 150 Millionen Kubikmeter leicht bis mäßig verschmutztes Baggergut (Klasse 2 und 3) verklappt werden.
    Bis 1996 wurden mehr als 14 Millionen Kubikmeter Baggergut aus dem Euro-Maasgeul und dem Hafen von Rotterdam auf das Depot Loswal Nord (5 km westlich von Hoek van Holland) verklappt. Nachdem man ab 1996 an einer anderen Stelle weiter nordwestlich verklappte, nutzten Forscher vom NIOZ die Gelegenheit, die Effekte der Verklappung auf das Bodenleben zu untersuchen. Auf dem alten Loswaldepots hatte die mittlere Korngröße zugenommen, eine Wiederbesiedlung durch Bodentiere stellte sich schon nach einem Jahr ein. Auf dem neuen Baggergutdepots dagegen fand man einen hohen Schluffgehalt und stark verarmte Bodenfauna.
    Nach der Verklappung von Baggergut auf dem Loswal Nord blieb nur 20 Prozent des Schlicks auf dem Boden liegen. Rund 40 Prozent wurde mit der Strömung zum Nieuwe Waterweg zurück transportiert. Beinah dieselbe Menge Schlick wurde entlang der Küste nordwärts in Richtung Wattenmeer verlagert. Dabei ging es vor allem um feinen Schlick, in dem die meisten Verureinigungen vorkommen.
    Der Hafenschlick enthält viele Schwermetalle wie Kupfer und Zink. Zudem kommen PAKs (Polyzyklische-aromatische Kohlenwasserstoffe) und der Antifoulingsstoff TBZ (Tributylzinn) vor. Die Ausspülung dieser Substanzen trägt gemittelt 15 % am Schwermetalgehalt der Sedimente und 40 % der Mikroverunreinigungen durch organische Verbindungen an der niederländischen Küste bei. Diese Belastung nimmt in nördliche Richtung ab und beträgt im Wattenmeer noch 5-15 % der Schwermetalbelastung und 10-20 % der Belastung durch organisch-chemische Stoffe. Weil der Loswal Nord auf diese Weise an der Verschmutzung der Küstengewässer und des Wattenmeeres beitrug, untersucht man Möglichkeiten, um in Zukunft von ausgetieften Ablagerungsstätten Gebrauch zu machen: Eine Kuhle im Nordseeboden, die nach der Ablagerung von Baggergut wieder mit sauberem Seesand abgedeckt werden könnte.