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Abfallsenke Nordsee   Öleinleitungen   
Ölflecke auf der Nordsee (1998), Ecomare
Quelle QSR Greater North Sea, OSPA

Öleinleitungen

Öleinleitungen haben schwerwiegende Auswirkungen auf das Ökosystem. Vögel werden mit Öl verschmutzt und die Küste kann langfristig verunreinigt werden. In der Nordsee ist jede Form der Öleinleitung seit 1999 verboten, aber an vielen anderen Orten der Welt geschieht dies noch stets. Das Öl stammt vor allem aus der Tankreinigung der Tanker und die Einleitung von verschmutztem Ballastwasser. Ab und zu gelangt Öl durch Schiffsunfälle ins Wasser. Meist handelt es sich um Mineralöl, aber auch Reste von Pflanzen- und Tieröl verursachen ähnliche Schäden. Seit den 1990ern ist die Zahl der Öleinleitungen aufgrund einer strengeren Politik drastisch gesunken.

  • Ursachen der Öleinleitungen

    Das Öl gelangt beim Spülen der Tanks auf den Schiffen und durch die Einleitung von verschmutztem Ballastwasser in das Meer. Früher durften die Schiffe ihre Tanks mit Meerwasser außerhalb der Zwölfmeilenzone spülen. Dadurch gelangten jährlich zwischen 1000 und 1500 Tonnen Öl legal in das Meer. Auch die Bohrplattformen durften ölhaltige Bohrspülungen in das Meer ablassen.
    Heute gibt es strenge Regeln. Die Nordsee ist nach dem MARPOL-Vertrag ein 'besonderes Gebiet', in dem Öleinleitungen verboten sind. Schiffe dürfen ihren Abfall bei den Entsorgungseinrichtungen in den Häfen abgeben. Es gibt jedoch immer noch Kapitäne, die bei Stürmen und an Feiertagen, wenn die Überwachung gering ist, das Öl ins Meer laufen lassen. Das diese illegalen Einleitungen noch immer stattfinden, hängt mit der kostenpflichtigen Abgabe zusammen. Die Stichting De Noordzee ist dafür, die Entsorgung von Abfällen im Hafen 'gratis' anzubieten und dafür das Hafengeld um einige Prozentpunkte zu erhöhen.
    Bestimmte große Frachtschiffe dürfen noch immer Ölreste über Bord kippen, sofern diese sehr stark verdünnt sind. In dem 'Beschluss zur Verhinderung von Ölverschmutzungen durch Schiffe' stehen die genauen Bedingungen. Um Unfälle zu verhindern, müssen neue Öltanker heute doppelwandig gebaut sein. Neben Mineralölen sind auch pflanzliche und tierische Öle gefährlich für Tiere.

  • Gemeldete Einleitungen im niederländischen Teil der Nordsee
    Patrouilleflugzeug, mit dem Öleinleitungen aufgespürt werden, Koninklijke Marine

    Die Zahl der wahrgenommenen Einleitungen pro Jahr ist von mehr als 600 in den 1990ern auf heute etwa 300 gesunken. Während es sich damals um ungefähr 160 Kubikmeter Öl handelte, sind es heute noch etwa 50 Kubikmeter. Die Zusammensetzung des Öles ist meistens nicht bekannt. Die meisten Wahrnehmungen werden von dem Patrouilleflugzeug der Küstenwache getätigt, das diese Aufgabe von der Direktion Nordzee übernommen hat.

  • Ölkatastrophen auf dem Meer

    Unglücke mit Öltankern, so wie mit der Prestige vor der spanischen Küste, verursachen nur einen geringen Anteil der Öleinleitungen ins Meer. Aber die Folgen für die Küsten sind oft katastrophal. Es dauert Jahre, bevor die Natur sich erholt hat und manchmal geschieht das überhaupt nicht mehr. Um derartige Katastrophen zu verhindern, müssen die neuen Öltanker doppelwandig gebaut sein. Ab 2010 dürfen keine einwandigen Schiffe mehr in eurpäischen Gewässern fahren. Des weiteren müssen seegängige Tanker, die älter als 15 Jahre sind, regelmäßig kontrolliert werden.

  • Öleinleitungen von Förderplattformen

    Neben der Schifffahrt waren auch die Offshoreaktivitäten gewichtige Öleinleiter (Bohrinseln). Es handelte sich dabei um ölhaltige Bohrschlämme und Bohrspülungen. Die Einleitung von Öl über den Bohrschlamm ist so gut wie vorbei. Seit 1993 gilt ein Verbot für die Einleitung ölhaltiger Bohrschlämme.