Die Folgen für die Natur werden erst bekannt sein, wenn die Windräder stehen. Es wurde in großem Maßstab die Situation vor dem Bau der Windräder kartiert, so dass die Verbreitung der Bodentiere, Fische, Meeressäugetiere und Vögel bekannt ist. Nach dem Aufstellen der Windräder wird die Studie wiederholt werden. Da rund um die Windräder nicht gefischt werden darf, werden die Fische in einen solchen Windpark vermutlich einen sicheren Zufluchtsort finden.
Beim Bau der Windparks können möglicherweise Schäden am Gehör von allerlei Tieren auftreten. So können Schweinswale in großen Mengen Opfer der Rammarbeiten werden, die für ein gutes Fundament der Windräder nötig sind. Die Pfähle werden dabei 30 Meter tief in den Meeresboden gerammt. Der Unternehmer setzt zwar Pinger ein, um die Schweinswale zu verjagen, aber es ist nicht sicher, dass keine Schweinswale durch den Lärm der enormen Schläge beim Rammen getötet werden.
Es ist noch nicht bekannt, welche Auswirkungen die Windräder auf die Vögel haben, die über die Nordsee fliegen. Eine Möglichkeit ist, dass sie in die Rotorblätter kommen und zerhackt werden. In Dänemark, wo seit 2002 Windparks im Meer stehen, wurde ein Jahr nach der Inbetriebnahme ein Zwischenstand aufgenommen: Tagsüber bleiben die Vögel in einem großen Abstand zu den Windrädern. Nachts wird der Abstand jedoch kleiner, da die Vögel die Windräder dann nicht sehen. Eine gewisse Anzahl von Vögeln fliegt tatsächlich gegen die Rotorblätter, aber das ist vermutlich nicht dramatisch. Eine andere Auswirkung ist, dass die Zugvögel einen Umweg fliegen müssen und dadurch extra Energie verlieren, und somit vermutlich einem geringeren Bruterfolg haben.
In den Niederlanden läuft eine Testanlage, mit der registriert werden soll, ob Vögel gegen die Windräder fliegen. Vier Mikrofone registrieren dabei das Geräusch der Windräder und eine Videokamera springt an, wenn ein unbekanntes Geräusch registriert wird. Die Bilder werden an einen Computer an Land geschickt, an dem ein Vogelkundler sieht, um welchen Vogel es sich handelt.