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Fischerei   Fischerei nach Tierart   Industriefischerei   Aquakultur und Fischzucht   
Lachskultur in Nordfjord, Noorwegen, Quelle: http://www.flickr.com/people/nitsrejk/

Aquakultur und Fischzucht

Immer mehr Fisch stammt aus der Aquakultur und Fischzucht. Im Jahr 2007 kommt mehr als ein Drittel des totalen Fischangebotes der Welt aus Aquakulturen. Es handelt sich vor allem um Karpfenartige aus asiatischen Aquakulturen, aber auch in Europa nimmt dieser Betriebszweig zu. In Schottland und Norwegen züchtet man in großem Maßstab Lachse und Meerforellen. Aber auch Aal, Seezunge, Steinbutt und Heilbutt werden gezüchtet. Neuerdings experimentiert man mit der Zucht von Kabeljau, da wildlebender Kabeljau in einigen Meeren inzwischen selten geworden ist. Einige Zuchtfischarten sind allerdings selber Fischfresser: das bedeutet, dass wilder Fisch gefangen werden muss, der zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet wird. Von den im Meer gefangenen Fischen sind rund 30% als Fisch- oder Viehfutter bestimmt.

  • Fischfang und Fischzucht weltweit
    Aquakultur und Wildfischfang weltweit, Quelle: FAO Fishstat
  • Asiatische Zuchtteiche

    Der Aufmarsch der Zuchtfische geht besonders auf die Fischzüchtereien in China, Indien, Japan, Südkorea und den Philipinen zurück; meistens handelt es sich hierbei um karfpenartige Fische. 80 Prozent aller Zuchtfische kommen aus Asien. Die Nachfrage nach Fischprodukten wird auch in den folgenden Jahren laut FAO steigen, vornehmlich wegen der wachsenden Weltbevölkerung.
    In Nord-Korea ist die Fischzucht stark im Vormarsch. Allein in der 2. Hälfte von 1999 wurden in diesem Land etwa 3000 ha Fischteiche angelegt. Die Züchter wollen heiße Quellen für die Zucht tropischer Fische verwenden.
    Auch in Europa ist ein wachsender Markt zu beobachten, wenn auch im kleineren Maßstab als in Asien. So wurden 1995 hier 360.000 Tonnen Lachs produziert, wobei der Löwenanteil aus Norwegen stammte. Rund ums Mittelmeer werden mit gutem Erfolg Wolfsbarsche und Meerbrassen gezüchtet. Nach Informationen des Landwirtschaftsinstitutes setzt sich dieser Trend bis in die Niederlande fort. 1996 wurden 2700 Tonnen Zuchtfisch - Aal, Welse, Forellen und auch Steinbutt - aus dem Wasser der Aquakulturen geholt. 1997 betrug die gesamte Fischproduktion innnerhalb der EU rund 8 Milliarden Kilo. 1,2 Milliarden Kilo hiervon stammen aus den Fisch- und Muschelzuchten.

  • Lachszucht

    Die Fischzucht in norwegischen Fjorden ist ein gewaltiger Erfolg: Im Jahre 1988 produzierten mehr als 700 Fischfarmen rund 80.000 Tonnen Lachs. 1998 wurde zum ersten Mal weltweit mehr Lachs gezüchtet (900.000 Tonnen) als wild gefangen (800.000 Tonnen). Der weltweit größte Produzent von Zuchtlachs ist der niederländische Viehfutterkonzern Nutreco, der über große Zuchtteiche in Norwegen verfügt.
    Auch in Schottland hat sich die Fischzucht stark entwickelt. Seit 1990 hat sich die Lachsproduktion versechsfacht. Die schottische Regierung will jetzt die weitere Ausbreitung der Lachszucht regulieren, da die gezüchteten Lachse Fischkrankheiten auf den wilden Lachs übertragen können. An der schottischen Westküste sind die Bestände von wildem Lachs und wilder Meerforelle stark geschädigt durch die Lachszucht. Darüberhinaus könnte der Zuchtlachs auch noch Krankheiten auf Muscheln übertragen.

  • Neue Zuchtfische

    Kabeljau ist eine neue Art, mit der in den Fischzuchtbetrieben experimentiert wird. Der wilde Kabeljau ist durch die Überfischung selten geworden, so dass die Zucht gegenwärtig rentabel ist. Ein Problem, welches man bei den Experimenten entdeckte, war, dass sich der Kabeljau in den ersten Wochen seines Lebens weigerte, die üblichen Trockenfutterkörner zu fressen. Algen und kleine Garnelen waren hierfür die Lösung.
    Nutreco investiert stark in die Kabeljauzucht. 2002 waren bereits mehr als 200 Kabeljauzuchtgenehmigungen in Norwegen beantragt. Auch in Groß-Britannien wird der Fisch inzwischen gezüchtet. Nutreco erwartet, in den kommenden Jahren Tausende Tonnen Kabeljau absetzen zu können.
    2008 hat das Ministerium für Fischerei Wissenschaftler aus Leiden subventioniert, die die Zucht von Glasaalen untersuchen. Hierbei wird die lange Schwimmstrecke des Aals in das Sargassomeer nachgestellt. Es ist inzwischen gelungen, Aale in Gefangenschaft zusammen laichen zu lassen. Auch Nachkommen werden produziert, aber diese Larven sterben jetzt noch innerhalb weniger Tage. Die Voraussichten sind, dass es den Wissenschaftlern in drei bis fünf Jahren gelingen wird, Glasaale zu züchten.
    Vorab zu diesen Studien haben Unternehmer aus Volendam und die Universität Leiden die Zusammenarbeit gesucht. Sie untersuchen die Möglichkeit, einen Aalzuchtbetrieb in Fischkuttern im Hafen von Volendam zu beginnen. Es ist das Ziel, den ganzen Prozess der Aalzucht in diesen Kuttern stattfinden zu lassen. Wenn dieses Projekt erfolgreich ist, wird ein Teil der zukünftig gezüchteten Aale nicht mehr konsumiert. Sie werden als Glasaale im IJsselmeer freigelassen, um so an der Wiederherstellung des Aalbestandes beizutragen.
    Andere neue Arten für die Fischzuchtbetriebe sind der Heilbutt und der Cobia. Letzterer liegt als Wildfang gut im Markt, aber auch als Zuchtfisch ist diese Art besonders geeignet. Der Cobia ist ein Salzwasserfisch, der für die Fischzucht aufgrund seines schnellen Wachstums interessant ist. Es werden kaum noch Cobias gezüchtet, aber die Möglichkeiten werden in vollem Umfang untersucht. Fischzuchtbetriebe setzen ihn vor allem in Netzgehegen in Küstengewässern ein, aber auch in Kreislaufanlagen hält sich der Cobia gut.
    Den größten Anteil an Aquakulturen haben jedoch die Schalentiere. Sie werden in Zuchtparzellen im Wattenmeer, der Oosterschelde und im Grevelingenmeer gehalten. Miesmuscheln in den Niederlanden am häufigsten gezüchtet. 2006 gab es eine Anlandung von fast 6000 Tonnen, gefolgt von der Pazifischen Auster (310 Tonnen 2003) und der Europäischen Auster (26 Tonnen 2003).

  • Biologische Garnelen

    2008 wurde das Öko-Siegel für Zuchtprodukte in den Niederlanden eingeführt. Das Öko-Siegel wird an Produkte vergeben, die auf biologische Art beziehungsweise so natürlich wie möglich gezüchtet werden. Die Stiftung Skal führt strenge Kontrollen durch, sie vergibt auch die Öko-Siegel. Der Garnelenimporteur Heiploeg hat als erster das Öko-Siegel für gezüchtete Garnelen aus Ecuador bekommen. Diese Bio-Garnelen werden ohne Konservierungsmittel gezüchtet.

  • Nachteile der Fischzucht

    Ein kritischer Punkt bei der heutigen Aquakultur ist der enorme Verbrauch an eiweißreicher Nahrung, welche letztlich aus dem Fischmehl der Industriefischerei stammt. Für eine Tonne Lachs sind 3,3 Tonnen Sandaal und Sprotten zu Fischmehl verarbeitet worden. Die Idee, dass Fischzucht den Fischereidruck auf Fischbestände entlasten soll, wird damit sehr hart auf die Probe gestellt. 2003 wurde ein Drittel der 96 Millionen Tonnen Fisch, die jährlich gefangen werden, für die Produktion von Fischfutter verwendet. Gegenwärtig wird häufig Krill als Alternative für Fisch im Futter eingesetzt. Aber diese kleine Garnele, die dafür in großen Mengen in den kalten Gewässern des Südpols gefangen wird, ist auch eine der Hauptnahrungsquellen für die Wale. Wenn immer mehr Krill gebraucht wird, wird dies früher oder später Folgen für den Walbestand haben. Momentan laufen Studien über die Verwendung von vegetarischem Fischfutter, so dient Sojaöl schon jetzt teilweise als Ersatz für Fischöl. Biologischer Zuchtlachs wird mit Abfällen der fischverarbeitenden Industrien gefüttert.
    Wissenschaftler der Stanford University of California warnten 2000, dass die Aufzucht von Fischen in Gefangenschaft eine Gefahr für den Weltvorrat an Fisch darstellt. Die Ozeane werden leergefischt, um die fischfressenden Exemplare in den Fischzuchten zu füttern. Die Wissenschaftler raten dazu, nach kommerziell verwertbaren Fischen zu suchen, die nur Pflanzen fressen. Eine andere Lösung wäre, den Fischen ohnehin vegetarisches Futter zu geben. Laut RIVO kann Kabeljau sehr gut mit einer Diät aus Leinöl und Soja gedeihen. 'Vegetarische Fische' enthalten weniger gesunde Fettsäuren als fischfressende Fische, aber es ist noch immer gesünder als Fleisch.
    Bei der Fischzucht werden oft Medikamente eingesetzt, um die Gesundheit der dicht aufeinander gehaltenen Fische zu erhalten. Reste dieser Medikamente bleiben im Fisch und werden somit auch vom Endverbraucher verzehrt. Die nicht aufgenommenen Medikamente und die Reste in den Ausscheidungen der Fische gelangen ins Meer. Die niederländische Vereinigung der Fischzüchter ist sich dieses Problemes bewusst und rät ihren Mitgliedern, für eine gute Registrierung der Medikamente und für eine gute Betriebsführung zu sorgen, so dass der Anteil von Medikamentenresten in den Fischen so gering wie möglich bleibt. Nutreco verwendet schon seit 1995 keine Antibiotika in ihren Zuchtbetrieben in Norwegen.
    Ein anderer Nachteil der Fischzucht, so ergaben Untersuchungen aus Norwegen, sind Nährstoffemissionen aus den Fischausscheidungen. Im Jahr 2000 sind die 800 Fischzuchtbetriebe Norwegens die größte Quelle von Phosphaten und die zweitgrößte Quelle von Stickstoff. Zum Vergleich: die norwegische Lachsindustrie produziert genauso viel Stickstoff wie sich im unbehandelten Abwässern von 3,9 Millionen Menschen befindet. Diese Emissionen sorgen für die Eutrophierung und der großflächigen Algenblüte vor der Küste.
    Die niederländischen Fischzuchtbetriebe nutzen ein Zirkulationssystem, in dem das Wasser immer wieder gefiltert, gereinigt und erneut verwendet wird. Die Probleme mit Ammoniak und Nitrat sind bei dieser Art der Fischzucht gelöst.
    Fischkrankheiten von entwichenen Zuchtfischen können auf wildlebende Fische übertragen werden. Man vermutet, dass jährlich zehntausende von Zuchtlachsen entkommen. Mindestens die Hälfte der Wildlachse, die mit Zuchlachsen in Berührung kommen, stirbt. Krankheiten wie die Lachslaus sind hier im großen Maße dran beteiligt. Im März 2000 hat man in Norwegen mit der Vernichtung von 700.000 Lachsen eines Fischzüchters begonnen, nachdem dort die für Lachse tödliche Krankheit ISA festgelstellt wurde. 2007 erschienen alarmierende Berichte über ein mögliches Aussterben der Wildlachse im Nordwesten von Kanada durch den Lachsparasit. Dieser Parasit stammt aus den Fischzuchtbetrieben und wird, bei weiterer Verbreitung, innerhalb von vier Jahren 99% der Wildlachse das Leben kosten. Durch den Parasiten wurden bis 2008 schon 80% getötet.
    Auch entwichener Zuchtfisch kann zu einem Problem werden. So kreuzen sich entkommene Zuchtlachse mit Wildlachsen. Der Zuchtlachs, und in geringerem Maße das Kreuzungsprodukt, haben nicht das Vermögen, vom Meer in die Flüsse zum Laichen zu ziehen. Letztendlich wird dies die Überlebenschancen des Wildlachses verringern. In Norwegen wurde aus Studien von 2003 deutlich, dass einer von vier wild gefangenen Lachse aus einem Zuchtbecken stammt. In Schottland entkamen 2006 rund 157 Tausend Zuchtlachse.
    Laut Greenpeace und dem WWF sind die Probleme rund um Fischkrankheiten und Ausbrüche zu verhindern, wenn die Lachszucht in geschlossenen Systemen an Land stattfinden würde. Es gibt jedoch noch keine Technik für derartig große Systeme und die Tiergesundheit ist an Land schwieriger zu gewährleisten. Die Fischzüchtereien sind aufgrund der hohen Kosten und der wachsenden Konkurrenz zurückhaltend.
    In Noord-Holland besteht ein großes Interesse an der Aquakultur mit Aal und Zander an Land. Pilotprojekte werden zwischen 2008 und 2010 ausgearbeitet.
    Ein anderer Nachteil ist die Tierunfreundlichkeit der Zuchtbetriebe. Zuchtlachse leben dichtgedrängt zusammen. In Norwegen und Schottland gibt es dafür seit einigen Jahren eine Regelung. Biologischer Lachs hat mehr Platz.

  • Tierleid

    Das Töten der Zuchtfische ist bereits seit den 1990ern ein heikler Punkt in der Aquakultur. In einem Bericht des RIVO von 1996 wurde deutlich, dass die Tötungsmethoden viel Tierleid verursachen. So wird Tilapia vor der Verarbeitung eine Viertelstunde auf Eis gelegt. Durch die Unterkühlung bewegt sich das Tier nicht mehr und es wurde lange Zeit gedacht, dass der Fisch bereits vor dem Entfernen der Eingeweide schon tot sei. Wissenschaftler haben das Gegenteil bewiesen und Schmerzreize registriert. Dieselben Reize wurden fünf Minuten nach dem Filetieren des Fisches immer noch wahrgenommen.
    Das Forschungsinstitut Wageningen Imares und die Produktschap Vis untersuchen seit der Herausgabe des RIVO-Berichtes eine tierfreundlichere Tötungsmethode für den Zuchtfisch. 2008 erzielten sie einen Durchbruch mit einer von Wageningen Imares entwickelten Elektrokutionsmethode. Bei dieser Methode werden die Fische in einem Wasserbecken unter Strom gesetzt und so betäubt. In diesem betäubten Zustand wurden von den Wissenschaftlern keine Schmerzreize mehr registriert und es kann angenommen werden, dass der Fisch vor der Verarbeitung gefühllos ist. Fischarten wie Aal, Wels und Tilapia können auf diese Art getötet werden. Unklar ist, wann diese Methode in den Niederlanden eingeführt wird. Der niederländische Fischzuchtverband spricht von Ende 2008, die Wissenschaftler aus Wageningen halten das für zu früh.

  • Genetische Manipulationen in der Fischzucht

    Eine neuere Entwicklung in der Fischzucht ist die genetische Manipulation. Hierbei wird vor allem probiert, Fische zu züchten, die schneller wachsen. Damit kann die Produktion in den Zuchtbetrieben erhöht werden. Oft nutzt man die günstigen Eigenschaften von Genen anderer Fischarten. Inzwischen sind schon verschiedene Fischzuchtbetriebe mit der genetischen Manipulation ihrer Zuchtfische begonnen.
    Ein Fischzuchtbetrieb in Kanada züchtet genetisch veränderte Lachse, die schneller wachsen und größer werden als normale Zuchtlachse. Dafür wurde ein Gen der Aalmutter eingebaut, das die Bildung von Frostschutz-Eiweißen regelt. Des weiteren wird ein Wachstumshormon-Gen einer verwandten Lachsart eingesetzt. Durch die Kopplung dieser Gene wächst der Lachs das ganze Jahr über. Normalerweise wachsen Lachse im Winter kaum, somit dauert es bei unmanipulierten Lachsen drei Jahre, bis sie die Schlachtreife erreicht haben. Bei den genetisch veränderten Lachsen ist dies bereits nach anderthalb Jahren der Fall.
    Neue Experimente richten sich auf die Farbe der gezüchteten Lachse. Zuchtlachse haben nämlich nicht die rosa Farbe wie Wildlachse. Diese Farbe bekommen sie durch das Fressen von Garnelen, die den Fischzuchtbetrieben nicht zur Verfügung stehen. Durch den Einbau eines Farbgenes wird dies in Zukunft wohl möglich werden.
    Die ersten Fische sollten 2002 in Kanada und den USA verkauft werden, allerdings ist nicht bekannt, ob dieses Vorhaben realisiert wurde. An anderen Fischen, wie den Heilbutt, Flunder, Tilapia (ein tropischer Fisch) und Forelle wird noch genetisch montiert. In den Niederlanden dürfen genetisch manipulierte Fische nicht verkauft werden.
    Die genetische Manipulation von Fischen ist nicht ohne Risiken. Umweltorganisationen, u.a. Greenpeace und Milieudefensie, haben auf die Gefahr durch entkommene transgene Lachse hingewiesen. Neben der genetischen Verschmutzung, die dies mit sich bringt, werden derartige Lachse auch im Winter viel Nahrung benötigen, wodurch die Beutetierbestände einbrechen könnten. Darüber hinaus kann genetisch manipulierter Lachs seine Grenzen verlegen. Er ist unempfindlicher gegenüber kaltem Wasser und hat damit die Möglichkeit, auch außerhalb seines eigenen Verbreitungsgebietes zu überleben. Die Folge davon ist, dass die dort lebenden Tiere einen neuen Konkurrenten und Feind bekommen. Die kanadische Lachszucht arbeitet darum bei der Zucht im Meer mit unfruchtbaren weiblichen Lachsen. Die Männchen dürfen nur in Bassins an Land gehalten werden.

  • Fischzucht in den Niederlanden

    Auch in den Niederlanden wird mit Fischzuchten experimentiert. Dutzende Landwirte sind auf die Zucht von z.B. Aalen und Forellen umgestiegen. So gibt es in Groningen einen Zuchtbetrieb, der jährlich 350 Tonnen Aal produziert, das ist mehr, als aus dem IJsselmeer geholt werden könnte. In den ganzen Niederlanden werden jährlich rund 4200 Tonnen Aal und 4500 Tonnen Wels gezüchtet. 2005 wurde in Groningen ein Fischzuchtbetrieb für Barramundi (eine australische Barschart) errichtet. 2007 kam die Barramundi Farm (Urk) hinzu. Auf der Maasvlakte bei Rotterdam steht seit 2006 die Happy Shrimp Farm. Hier werden mit Hilfe von Restwärme eines Kraftwerkes tropische Garnelen gezüchtet. Die nachhaltige Zucht von Fischen und anderen Tieren wird von der Innovationsplattform Aquacultuur voran getrieben.

  • Nachhaltiger Zuchtfisch?

    Laut Greenpeace Nederland kann Fischzucht nachhaltig stattfinden, wenn kein Wildfisch als Futter für die Zuchtfische gefangen wird. Von 2000 bis 2007 nahm die Menge Fisch, die als Fischfutter verwendet wird, um die Hälfte zu. Medikamenteneinsatz in der Fischnahrung darf nicht zur Bedrohung der menschlichen Gesundheit werden. Und schließlich muss eine nachhaltige Fischzucht in geschlossenen Systemen stattfinden, so dass Zuchtfische sich nicht mit wilden Populationen mischen können. Inzwischen wird in Zeeland Seezunge und Tilapia auf nachhaltige Art gezüchtet.