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Fischerei   Beifang   

Beifang

Beifänge sind ein großes Problem. So werden für einen Kilo Plattfisch 0,28 bis 0,55 Kilo andere Tiere gefangen, auf die nicht gefischt wird. Der Beifang wird wieder über Bord geworfen, aber die meisten Tiere überleben das nicht. Maßnahmen wie die Einführung einer Mindestmaschenweite müssen den Beifang beschränken. Auch viele Meeressäugetiere sind Opfer der Fischerei. So finden weltweit täglich ca. 1000 Wale, Delphine und Schweinswale den Tod in Netzen und Fischereigeräten.

  • Beifang durch Baumkurrenkutter

    Die Baumkurrenkutter fangen viel Beifang, unter anderem Fische (hauptsächlich Klieschen, aber auch untermaßige Wittlinge, Kabeljau, Roter und Grauer Knurrhahn, Seezungen und Schollen und seltenere Arten wie Haie und Rochen). Dazu kommen Wirbellose wie Seesterne, Krabben und große Muscheln, die nach dem Sortieren wieder über Bord gehen. Man unterscheidet zwischen wertvollen Beifängen (kommerzielle Fische und Krebse, die nicht zu den Zielarten gehören) und Beifang, der wieder über Bord geht, die sogenannten Discards.
    Über die Mengen des Beifanges gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen. Sie reichen von zwei bis sechs Kilo Beifang (Wirbellose und Fische pro Kilo Plattfisch, Schätzung laut Greenpeace) bis durchschnittlich 0,45 Kilo Beifangfisch pro Kilo Plattfisch (Schätzung des IMARES). Nach IMARES-Angaben sind die Beifänge der Plattfischfischerei in den letzten Jahren zurückgegangen, so z.B. durch die Einführung einer Mindestmaschenweite seit Oktober 1997 über 56 Grad nördlicher Breite, die Einführung der Schollenbox sowie der neue Markt für Kliesche und Flunder. Der Markt für Kliesche und Flunder hat tatsächlich dafür gesorgt, dass der Discard kleiner ist, aber die Fänge dieser Arten bleiben natürlich gleich.

  • Beifang von Schweinswalen

    Studien an Schweinswalen im Zeitraum von 1999 bis 2000 zeigten, dass die Hälfte der angespülten Schweinswale den Tod als Beifang gefunden haben. Es scheint, dass die Stellnetzfischerei, die in anderen Ländern wie Dänemark, Deutschland und England viel Schäden verursacht, in den Niederlanden nicht so viele Opfer fordert. Die Maschen dieser Netze sind in den Niederlanden kleiner als in den anderen Ländern. Mehr Schaden verursacht die Fischerei mit großen Schleppnetzen, die auf die Beute der Schweinswale fischt. Auch die Baumkurrenfischerei kann Opfer fordern.

  • Pinger zur Warnung der Meeressäugetiere

    Pinger sind Geräte, die Schallwellen abgeben, die die Delphine, Schweinswale und Seehunde abschrecken sollen. Die Europäische Union schreibt vor, dass diese ab 2007 auf den Fischnetzen installiert werden müssen. Aber Wim Verboom (TNO) hält dies für eine unüberlegte Aktion, denn das Geräuschempfinden unterscheidet sich bei den verschiedenen Meeressäugern stark. Einige Arten werden nichts hören und weiterhin in die Netze schwimmen, während andere Arten einen Gehörschaden erleiden. Da der Fisch nicht durch die Pinger abgeschreckt werden soll, wurde in Zeeland das Verhalten der Fische bei verschiedenen Pingertypen untersucht. Einige Fische reagierten tatsächlich auf die Geräusche. Es liegt an der Regierung, die Pinger so zu bestimmen, dass die Fische keine Probleme damit haben und die Delphine davon abgeschreckt werden. Amerikanische Forscher vermuten dagegen, dass die Pingergeräusche die neugierigen Meeressäuger extra anlocken werden.