In der jüngsten Vergangenheit wurde einige Male deutlich, dass diese Form der Fischerei einen stark störenden Einfluss auf das Ökosystem im Meer haben kann. Das Ökosystem besteht aus einer Wechselwirkung zwischen allen Tieren und Pflanzen sowie ihrer Umgebung. Um 1985 stürzte auf einmal der Bestand der Sandaale rund um die Shetland-Inseln ein, u.a. als Folge des hohen Fischereidruckes. Dies führte in den Folgejahren zu schlechten Brutergebnissen in den Seevogelkolonien auf den Inseln. In derselben Zeit fischte die norwegische Industrieflotte in der Barentssee fast den gesamten Bestand an Lodden (eine kleine Fischart der arktischen Gewässer) weg. Dies führte zu einem Massensterben bei den dortigen Seevögeln. Fast alle Sattelrobben aus dem Gebiet zogen weg zu den südnorwegischen Küsten, wo sie in den Fischernetzen ertranken. Oder sie wurden abgeschossen, aus Angst vor der Konkurrenz mit der Küstenfischerei.
Da es sich um kurzlebige Arten handelt, können sich die Fischbestände im allgemeinen relativ schnell erholen. Aber auf die Raubtiere, die von ihnen abhängig sind, wirken sich diese Schwankungen im Nahrungsangebot viel länger aus. Viele Biologen nehmen an, dass Delphine und Schweinswale als Folge des Nahrungsmangels in den nördlichen Gewässern aus der nördlichen Nordsee in den Süden gezogen sind.