In der Nordsee kommen nicht überall die gleichen Fischarten in gleichen Mengen vor. Dennoch kann man Regionen abgrenzen, wo die Fischfauna eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Man unterscheidet in der Nordsee 3 verschiedene Fischgemeinschaften: die Südliche Nordsee-, die Nördliche/Zentrale Nordsee- und die Kontinentalrandgemeinschaft. Die Wassertiefe, -temperatur und Eigenschaften der Bodentiergemeinschaft (Nahrungsangebot) scheinen zu bestimmen, welche Fischgemeinschaft in welcher Zusammensetzung wo vorkommt.
Die Fischgemeinschaft der südlichen Nordsee besteht zu einem erheblichen Teil aus Fischen, die ihre Nahrung am Boden suchen. Wenn man die Fischarten ihrem geschätzten Gesamtgewicht nach ordnet, dann machen Kliesche, Wittling und der Graue Knurrhahn mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts der Fischfauna der südlichen Nordsee aus. Zwar sind auch Grundeln, Leierfische und Zwergzungen sehr zahlreich, doch tragen sie weniger Gewicht bei. Allerdings ist ihre Anzahl auch schwieriger zu schätzen, weil sie den Forschern leicht durch die Netzmaschen gehen.
In der Zentralen Nordsee sind Schellfische, Wittlinge, Kabeljaue, Köhler und der Stintdorsch die häufigsten Fische, doch auch Plattfische wie Kliesche, Hundszunge und Limande kommen hier viel vor.
Dichter zum Kontinentalrand hin wird die Fischgemeinschaft durch Köhler, Schellfisch, Stintdorsch, Wittling, Stöcker, Blauwittling, Makrele, Leng und Seehecht bestimmt.