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Schollenbox, Ecomare

Schollenbox

Die Schollenbox ist ein Gebiet von etwa 40.000 Quadratkilometern Fläche im Norden der niederländischen und deutschen Wattenmeerinseln und westlich der dänischen Küste. Seit 1994 ist dieses Gebiet für Baumkurrenkutter mit mehr als 300 PS Maschinenleistung gänzlich geschlossen. Die Schollenbox wurde 1989 eingeführt, um junge, untermaßige Jungfische zu schonen. Bei der Einführung war das Gebiet das zweite und dritte Jahrquartal für große Kutter geschlossen.

  • Funktioniert es oder funktioniert es nicht?

    Bei einem guten Management von diesem Gebiet erwarteten Fischereibiologen damals einen Anstieg des Schollenbestandes um 25 Prozent. Die Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt. Im ersten Jahr verdoppelte sich zwar noch die Zahl der Schollen und die Anzahl junger Schollen stieg mit 40%. Die teilweise Schließung des Fischereigebietes zeigte also sehr wohl Auswirkungen. Ab 1992 nahm jedoch der Bestand wieder ab, die Abnahme ist der langsamen Wachstumsgeschwindigkeit der Schollen anzurechnen. Anfang 1997 stellte man fest, dass die Zahl der jungen Schollen in der Schollenbox jedoch beständig höher ist als vor der Einrichtung der Schollenbox. Ohne Schollenbox würde der Laichbestand wahrscheinlich noch viel kleiner sein.
    Die Fischer nennen die Schollenbox oft als ein Beispiel von fehlgeschlagener Raumordnungspolitik. Die Ziele wurden nicht erreicht und es sind allerlei Nebenwirkungen aufgetreten, die die Schollenerträge nicht günstig beeinflussen. So ist seit der Einrichtung der Schollenbox die Zahl der kleinen Plattfischkutter gestiegen, diese dürfen sehr wohl in der Schollenbox fischen.
    Warum das vorhergesagte Wachstum von 25% nicht erreicht wurde, hat einige Gründe. Zum einen sank der Laichbestand der Schollen nach der Einrichtung der Schollenbox 1989, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Box. Dadurch wurde der Zuwachs an jungen Schollen nicht größer und das Ziel der Schollenbox wurde nicht sichtbar. Zum zweiten hat sich die Verteilung der jungen Schollen verändert. Während 1989 noch 90% der untermaßigen Schollen im Gebiet der Box aufwuchsen, sank dieser Anteil inzwischen auf 70%. Dadurch schwimmen 30% außerhalb der Box und sind nicht geschützt. Zum dritten wachsen die jungen Schollen in den letzten Jahren langsamer. Es dauert jetzt 2,5 Jahre bevor eine Scholle ihre verwertbare Größe erreicht hat, früher dauerte es nur 2 Jahre. Das bedeutet, dass der junge Fisch ein halbes Jahr länger ungewollt aufgefischt werden kann und die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass er stirbt.
    Warum die jungen Fische sich vermehrt außerhalb der Schollenbox aufhalten und langsamer wachsen, ist nicht bekannt. Die Ursachen könnten in den höheren Meerwassertemperaturen, bedingt durch die Klimaveränderung, liegen. Und/oder auch die Abnahme von Nährstoffen im Meer, wie Phosphat und Nitrat, könnten die Ursache sein, dass letztendlich weniger Nahrung für die jungen Schollen zu Verfügung steht.

  • Auch die Küstengewässer geschützt

    Auch die Küstengewässer, die sogenannte Zwölfmeilenzone, sind geschützt, da sich auch hier die Kinderstube junger Plattfische befindet. Genau wie in der Schollenbox dürfen auch hier die großen (mehr als 300 PS) Fischkutter nicht fischen.