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Wattenmeerfischerei

Die Fischerei im Wattenmeer richtet sich vor allem auf Miesmuscheln, Miesmuschelssat und Garnelen. Die mechanische Fischerei auf Herzmuscheln wurde 2005 eingestellt. Einige Menschen verdienen sich ihren Unterhalt mit dem Stechen von Wattwürmern und Seeringelwürmern oder mit der manuellen Herzmuschelfischerei. Neben den Berufsfischern gibt es auch viele Sportfischer im Wattenmeer. Die Wattenmeerfischerei ist an zahlreiche Regeln gebunden, denn in erster Linie ist das Wattenmeer ein Naturgebiet.

  • Welche Fischerei?

    Die folgenden Fischereiformen werden im Wattenmeerausgeübt:
    - Garnelenfischerei
    - Miesmuschelsaatfischerei und Miesmuschelkulturen
    - Manuelle Herzmuschelfischerei
    - Reusenfischerei (Aal, Stint und Krabbe)
    - Stellnetzfischerei, Netze mit großen Maschen, in denen der Fisch stecken bleibt. (Meeräschen und Seebarsch)
    - Waden- oder Zugnetzfischerei, ein langes Netz wird um einen Fischschwarm gefahren und eingeholt (Meeräschen und Seebarsch).
    - Hamenfischerei, ein trichterförmiges Netz liegt neben einem vor Anker liegendem Schiff im Strom (Aal, Stint und Sprotte)
    - Langleinenfischerei, mit Ködern versehene Schnüre (Kliesche, Flunder, Seebarsch und Aal)
    - Fischwehrfischerei, mit langen Wänden aus Netzen oder Zweigen in V-form im Ebbstrom (Plattfisch und Meeräsche).
    Im Frühjahr 1993 beschloß die Zweite Kammer (die Abgeordnetenversammlung) mit dem "Strukturplan See- und Küstenfischerei" 26 % des Wattenmeeres und 15 % der Osterschelde für die Muschelfischerei permanent zu sperren. In diesen gesperrten Gebieten lagen mehr als die Hälfte der Herzmuscheln des Wattenmeeres. In Jahren mit wenig Herzmuscheln sollten mindestens 60 bis 70% des durchschnittlichen Nahrungsbedarfes den Wattvögel zur Verfügung stehen. Jährlich wurden 45 bis 68 Millionen Euro in der Herzmuschelfischerei umgesetzt.

  • Miesmuschelfischerei

    Die Miesmuschelfischer fangen die Muschelsaat und lassen sie in Miesmuschelparzellen wachsen. Im Frühjahr produziert eine Miesmuschel Millionen von Eiern. Die jungen Miesmuscheln setzen sich nach einiger Zeit an geeigneten Stellen ab. Diese werden von den Miesmuschelsaatfischern gefangen und an günstigen Standorten wieder abgesetzt. Wenn die Miesmuscheln groß genug sind, dann werden sie in die Oosterschelde umquartiert, wo Sand und Salz von ihnen gespült werden. Wenn sie sauber sind, werden sie zum letzten Mal aufgefischt. Auf diese Art kommen rund 50 Millionen Kilo Miesmuscheln jährlich auf den Markt. 1995 gab es in den Niederlanden 94 Miesmuschelzuchtbetriebe und im Wattenmeer gibt es rund 3100 ha Miesmuschelparzellen.

  • Garnelenfischerei

    An der Nordseeküste und im Wattenmeer werden Garnelen gefangen, rund 8 Millionen Kilo pro Jahr. Die meisten werden an Land gepult oder frisch gekocht und ungepult in den Handel gebracht. Mit abnehmenden Kabeljaufängen in niederländischen Küstengewässern nahm die Garnelenfischerei im Wattenmeer zu. Von den Garnelen auf den Fischmärkten stammt rund die Hälfte aus dem Wattenmeer.

  • Verschwundene Wattenmeerfischerei in den Niederlanden

    Gegenwärtig wird im Wattenmeer nur auf Tiere gefischt, doch in früheren Zeiten erntete man auch Seegras. Seegras galt als gutes Material für die Abdichtung von Deichfüßen und als Füllung für Kissen und Matratzen. Damals mähte man die Seegrasfelder und auch treibendes Material wurde aufgefangen. Mit dem Verschwinden der Seegrasfelder ist diese Art der Fischerei ebenfalls verschwunden.
    Weitere Einkommensquellen waren der Fang von Anchovis und Wellhornschnecken. In den 1930ern fing man auch noch regelmäßig Nagel- und Stechrochen. Alle diese Arten sind jedoch aus dem Wattenmeer verschwunden. Die Ursachen dafür werden bei der jeweiligen Tierart besprochen.

  • Fischfang

    Auch Fische werden im Wattenmeer gefangen. In den tieferen Prielen schwimmen Plattfische wie Flundern und Klieschen. Doch verglichen mit den Mengen, die in der Nordsee gefangen werden, sind diese Fänge zu vernachlässigen. Mit Reusen und Stellnetzen fängt man Aale, bzw. Meeräschen, Meerforellen und (gelegentlich) Lachs im Wattenmeer.