In den letzten Jahren hat Norwegen zwischen 200 und 600 Zwergwale für kommerzielle Zwecke getötet (siehe Grafik), wovon Dutzende bis Hunderte in der Nordsee. Die norwegischen Walfänger behaupten, dass genügend Zwergwale in norwegischen Gewässern schwimmen, so dass man auch für kommerzielle Ziele Zwergwale fangen könnte. Nach Angaben der norwegischen Botschaft leben im Gebiet zwischen Island, Schottland und Norwegen 112.000 Zwergwale. Norwegische Forscher stimmen dem allerdings nicht zu. Wieviele Tiere dieser Art dort vorkommen ist zwar nicht bekannt, aber nach ihren Schätzungen können es höchstens 53.000 Tiere sein. In Oslo wurde bis einschließlich 1994 von 87.600 Tieren ausgegangen. Auf Basis davon stimmte die IWC einer jährlichen Fangquote der Norweger von 300 Tieren zu.
1995 wurde auf einer geschlossenen Versammlung des IWC in Oslo zugegeben, dass Norwegen mit falschen Zahlen gearbeitet hatte. Das Computerprogramm, mit dem diese Zahlen berechnet wurden, enthielt große Fehler. Diese Nachricht wurde von der norwegischen Regierung lange Zeit geheim gehalten.
Ein anderes Argument der Norweger für ihren Walfang ist, dass die sie, wie die Inuit und Chuckchi, auch eine Walfangtradition haben und mit dem Walfang den Fleischbedarf der Bevölkerung decken. 1999 publizierte die englische Zeitung 'The Independent' jedoch Fotos eines norwegischen Kühlhauses, in dem Walspeck gelagert wurde. Die Fotos waren geheim von einem Greenpeacemitarbeiter aufgenommen worden. In den Kühlhäusern Norwegens lagern mindestens 500 Tonnen Walspeck. Da die norwegische Bevölkerung keinen Walspeck mag, bemühen sich Norwegen und Japan um eine Veränderung der Handelsbestimmungen für Walfleisch. Walspeck gilt in Japan als eine Delikatesse und ist dementsprechend teuer.
Japanische Forscher haben errechnet, dass Wale rund dreimal soviel Fisch fressen wie durch die Fischerei gefangen wird. Norwegische und japanische Walfänger nutzen diese Information gerne als Argument für die Waljagd. Was die Forscher jedoch nicht erzählt haben, ist, dass die Hauptnahrung der Wale (Krill und Tintenfische aus der Tiefsee) kommerziell uninteressant sind.
Für 2008 hatten die Norweger sich selber eine Quote von 1052 Zwergwalen zugestanden. Insgesamt wurden 533 gefangen.