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Küstenschutz   Hochwasserkatastrophen   Wattenplan   
der Niederlande unter dem Meeresspiegel, Ecomare

Hochwasserkatastrophen in den Niederlanden

In der Vergangenheit gab es in den Niederlanden verschiedene Hochwasserkatastrophen. Die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts war die Sturmflut von 1953, als große Teile von Zeeland und Zuid-Holland sowie einige andere Polder überflutet wurden und viele Menschen starben. Diese Sturmflut war der Anlass für die Erstellung des Deltaplanes und des Wattenplanes. Nur der DeltaPlan wurde (größtenteils) ausgeführt.
Frühere Sturmfluten verschlangen viel Land im Dollart und der ehemaligen Zuiderzee. Diese Katastrophen waren mit der Anlass für den Abschluß der Zuiderzee, wodurch das IJsselmeer entstand. Mehr Informationen über Sturmfluten ist in dem Kapitel über die Entstehung des Wattenmeergebietes zu lesen.

  • Die Hochwasserkatastrophe von 1953
    Deichverstärkung auf Texel, 1953, Ecomare

    Die Sturmflutkatastrophe in der Nacht zum 1. Februar 1953 wurde durch einen schweren und andauernden Nordweststurm verursacht. Das Wasser in der südlichen Nordsee wurde in nie gekannte Höhen gestaut. Die Küste war diesem schweren Sturm nicht gewachsen. Die Deiche brachen an Hunderten von Stellen und große Gebiete in Zeeland und Zuid-Holland wurden mit Salzwasser überflutet. Auch auf Texel brachen die Deiche und kamen Menschen um.
    Der Delta-Plan, der daraufhin nach 1953 aufgestellt und ausgeführt wurde, beinhaltet - kurzgefaßt - dass die meisten Meeresarme im Süden des Landes durch Dämme abgesperrt werden sollten und dass an anderen Stellen in den Niederlanden die Seedeiche erheblich erhöht werden sollten. Auch für das Wattenmeer besaß man einen anspruchsvolle Bedeichungsplan, den Wattenplan.

  • Abschluß der Meeresarme im Deltagebiet
    Sturmflutwehr Oosterschelde., Ecomare

    Die Grevelingen und das Haringvliet wurden in der Tat durch gewaltige Dämme gesperrt. Ein richtiger Abschluß der Oosterschelde stieß auf zu viele Einwände von Naturschutzorganisationen, Erholungssuchenden und Berufsfischern. Dies zwang die Wasserbauingenieure zu einer anderen Lösung: Man entwarf ein Sturmflutwehr, das den Meeresarm nur in gefährlichen Hochwasserzeiten abschließt. Mit dem zweiten großen Sturmflutwehr im Nieuwe Waterweg (Maeslander-Wehr) wurde der letzte Teil des Delta-Plans im Jahre 1997 ausgeführt. Dieses Wehr wurde am 10. Mai 1997 in Gebrauch genommen.

  • Hochwasserkatastrophen in der Zuiderzee
    Überschwemmter Polder 'de Volharding', 1926., Ecomare

    Bei den großen Sturmflutkatastrophen von 1825 und 1916 wurden große Gebiete rund um die Zuiderzee mit Brackwasser überflutet. Viel Land ging verloren. Um diese unerwünschte Entwicklung zu stoppen, beschloss man um 1920, die Zuiderzee abzudämmen und danach große Bereiche einzupoldern. Der wichtigste Vorteil der Einpolderung war die Entstehung von neuem Land für die Landwirtschaft und Bevölkerung.