Die Landwirtschaft ist eine der wichtigsten Formen der Bodennutzung in der Wattenmeerregion. Zwischen 65 und 75% der Landoberfläche werden hier von Landwirten bearbeitet. Dies liegt über dem landesweiten Durchschnitt.
In den Niederlanden, Deutschland und Dänemark findet, landesweit betrachtet, eine Verschiebung von Grünland zum Ackerland statt. Immer mehr landwirtschaftliche Flächen werden zum Anbau von landwirtschaftlichen Gewächsen und zur Blumenzwiebelzucht genutzt. Die Fläche des Grünlandes nimmt immer weiter ab. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Wattenmeerregion wider. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Regionen Unterschiede. So werden in den dänischen Küstengebieten zwischen 60 und 82% der landwirtschaftlichen Gebiete als Ackerland genutzt. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind es dagegen rund 52% Ackerland und 55% Dauergrünland. An der niederländischen Küste ist die Nutzung ebenfalls unterschiedlich. In Groningen überwiegt das Ackerland, in Friesland gibt es mehr Grünland. In Noord-Holland sind Grünland und Ackerland gleichmäßig verteilt.
Auf den Inseln kommt überall Grünland vor. Nur auf den größeren Wattenmeerinseln (wie Texel, Nordstrand und Rømø) gibt es noch einen nennenswerten Anteil an Ackerbau. Allgemein kann man sagen, dass die fruchtbaren Kleiböden am Wattenmeerdeich als Ackerland genutzt werden, während die Sandböden und die weniger geeigneten, nassen oder außerhalb des Deiches gelegenen Flächen vor allem als Grünland genutzt werden.