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Militärische Aktivitäten   Militärische Übungsgelände   

Militärische Übungsgelände

Im internationalen Wattenmeer liegen Übungs- und Schießgebiete für Heer und Luftwaffe, Testgebiete für militärisches Material sowie Gebiete für Tiefflug- und Luftzielübungen. Die meisten Aktivitäten finden im westlichen Teil des niederländischen Wattenmeeres statt. In den letzten zehn Jahren verringerten sich diese Aktivitäten und einige Übungsgebiete wurden geschlossen.

  • Niederländische Übungsgebiete

    Der Vliehors auf Vlieland und der Marnewaard am Lauwersmeer sind die größten militärischen Übungsgelände der Niederlande. Das Seegebiet der Noorderhaaks (Rasende Bol) bei Texel dient als Schießgelände, geschossen wird von der Zeefront bei Den Helder. De Mok auf Texel ist ein amphibisches Übungscamp. Auf dem Breezanddijk werden Waffen getestet. Weiterhin gilt ein bedeutender Teil des Wattenmeeres als "Tiefflugzone".

  • Noorderhaaks (de Razende Bol)
    Noorderhaaks, Ecomare

    Die Königliche Marine nutzte das Seegebiet südlich der unbewohnten Sandbank Noorderhaaks im Westen vom Marsdiep als Schießfeld. Von der Zeefront von Den Helder aus wurde nach Westen geschossen.
    Der Noorderhaaks fällt unter das Naturschutzgesetz, das umringende Meeresgebiet gehört zum Natur-2000-Gebiet ‚Noordzeekustzone‘ und viele der auf der Plate ruhenden Tiere sind ebenfalls geschützt. Das Gericht bestimmte vor kurzem, dass das Verteidigungsministerium für die Übungen eine Genehmigung im Rahmen des Flora- und Faunagesetzes benötigt. Die Übungen wurden gestoppt, bis die Genehmigung erteilt ist.

  • De Vliehors
    Vliehors, Ecomare
    Vliehors, Ecomare

    Auf dem Vliehors, einer großen Sandebene an der Westseite von Vlieland, befand sich bis 2004 das Kavallerieschießgelände (CSK). Die Landstreitkräfte übten dort hauptsächlich mit Panzern.
    Seit 1956 übt hier auch die Luftwaffe. Durchschnittlich 180 Tage im Jahr wird mit Bomben, Raketen und Flugzeugbordgeschütze eingesetzt geübt. Am Wochenende finden keine Übungen statt und in der Zeit vom 1. März bis zum 15. September dürfen keine Sprengstoffe abgeworfen werden.
    Das Schießgebiet der Luftwaffe liegt am westlichen Punkt von Vlieland und ist an Land 335 Hektar groß. Die unsichere Zone ist 3750 Hektar groß und liegt größtenteils im Gebiet der PKB Waddenzee. Das eingeschränkte Fluggebiet ist 68.900 Hektar groß. Angeflogen wird es über das Wattenmeer und der Nordsee, vom Abschlussdeich aus.
    Die Düsenjäger sorgen während der Übungen für eine starke Lärmbelästigung. Auch der Boden rund um die Ziele ist verschmutzt. So wurde rund um eines der Ziele auf dem Vliehors achthundert Kubikmeter Boden angetroffen, der stark mit Schwermetallen und chlorierten Kohlenwasserstoffen verschmutzt war. Das Grundwasser vor Ort enthielt unter anderem Cadmium und Arsen.
    Besonders die Übungen im NATO-Verband verursachen starke Belästigungen für die Bewohner von de Cocksdorp auf Texel.

  • De Marneward
    Panzer im Marnewaard., Ecomare
    Panzer im Marnewaard., Ecomare

    De Marneward ist ein militärischen Übungsgelände nordöstlich vom Lauwersmeer, auf der Grenze zwischen Friesland und Groningen. Dieses Übungsgelände wurde 1989 in Gebrauch genommen und hat einschließlich der Sicherheitszone eine Oberfläche von 2080 ha. Es befindet gerade außerhalb des international geschützten Teiles des Wattenmeeres. Die Bahn und das Zielgebiet liegen außerhalb der Grenze, die in der Derde Nota Waddenzee angegeben wurden, aber ein Teil der Sicherheitszone befindet sich innerhalb dieser Grenze. Der Marneward befindet sich in einem Naturgebiet, in dem Millionen von Wattvögeln leben.
    In diesem Gebiet wird an drei Tagen pro Woche und rund 14 Wochen im Jahr durchschnittlich 1300 mal pro Tag geschossen. Das entspricht einem Lärmpegel von mehr als 90 Dezibel. Auch wenn in den letzten Jahren an weniger Tagen geschossen wird, so bleibt dieses Gebiet das einzige, in dem mit 25 mm Kanonen gefeuert wird.
    Im Lauwersmeergebiet leben viele Wasservögel. IMARES (damals IBN-DLO) führte Untersuchungen nach den Auswirkungen vom Verkehr mit Militärfahrzeugen und den Schießübungen durch. Die Wissenschaftler konnten keinen deutlichen Zusammenhang zwischen den Übungen und den Anzeichen von Störungen bei den Vögeln finden. Es war nicht deutlich, ob die Vögel auf die Lärmbelästigung oder auf andere Störungen reagieren.

  • Deutsches Übungsgebiet
    Meldorfer Bucht, Ecomare

    Die Meldorfer Bucht nördlich der Elbemündung ist das einzige militärische Übungsgelände im deutschen Wattenmeer. Es ist ein Waffentestgebiet, in dem unter Aufsicht der Bundeswehr Rüstungsfirmen ihre Waffen testen. Vom Deich aus wird auf Ziele im Watt der Meldorfer Bucht geschossen. Ein Teil der Sicherheitszone, etwa 700 ha des Testgebietes (insgesamt 12.000 ha), befindet sich in der Kernzone des Nationalparkes. Die Zahl Testtage ist inzwischen auf 10-20 pro Jahr reduziert worden. In der Zeit von April bis Ende Oktober darf nicht getestet werden, da viele Brandgänse sich in dieser Zeit zur Mauser hier aufhalten.

  • Dänische Übungsgelände

    Im nördlichen Teil der dänischen Insel Rømø befindet sich ein Schießgebiet für NATO-Flugzeuge, die hier mit Kanonen und Raketen üben. Normalerweise wird im Juli niet geübt.
    In der Ho Bugt und auf der Halbinsel Skallingen finden Landungsübungen statt.
    Das große Übungs- uns Schießgelände Oksbøl liegt knapp nördlich der Grenze des internationalen Wattenmeeres. Während der Manöver im August und September wird an 1 bis 2 Tagen in Luftkorridoren über dem nördlichen Teil des dänischen Wattenmeeres geflogen.

  • Marinehäfen:
    Marinehafen in Den Helder., Ecomare

    Die Marinehäfen in Den Helder und Wilhelmshaven werden ähnlich wie Handelshäfen genutzt. Besondere militärische Aktivitäten finden hier nicht statt.

  • Tiefflugzonen
    Tiefflugzonen, Ecomare

    Für den militärischen Flugverkehr gibt es besondere Flugrouten und vorgeschriebene Mindestflughöhen, die die Lärmbelästigung auf den Inseln verringern sollen.
    Über dem Nordosten der Niederlande befindet sich eine Tiefflugroute für NATO-Luftwaffenübungen. Kampfflugzeuge müssen in dieser Zone eine Mindesthöhe von 250 Fuß (75 m) einhalten. Über dem Wattenmeer sind diese Tiefflüge auf 1000 Fuß (300 m) beschränkt.
    In Deutschland sind die Leybucht, der Jadebusen und die Außenweser Bestandteil eines Tieffluggebietes.
    In der Nähe des Wattenmeeres befinden sich einige Militärflughäfen: in den Niederlanden sind das De Koy in Den Helder und die Flugbasis in Leeuwarden; in Deutschland gibt es Militärflughäfen in Wittmund, Jever, Nordholz, Eggebek/Tarp und Kropp und in Dänemark befindet sich ein Militärflughafen bei Skrydstrup.
    Zwischen 1985 und 1990 kam eine Diskussion auf, die Tiefflugzone zu verlegen oder abzuschaffen, was 1991 zu einer Verringerung der Anzahl Tiefflüge auf maximal 2.000 führte.