Düsenjäger verursachen gewaltigen Lärm, wenn sie über unsere Köpfe fliegen. Schießübungen und Bombenexplosionen jagen schallende und dumpfe Knalle übers Watt, die in der Stille weit tragen.
Eine F16, die in der Tiefflugroute über das Wattenmeer fliegt, erzeugt auf einen Kilometer Abstand einen Lärm von 77 Dezibel. Bei 5 km Flughöhe sind es noch 53 Dezibel. Übrigens hat die Nutzung der Tiefflugzonen über dem Wattenmeer abgenommen. Im Vergleich zu der Situation von 1990 erwartet die Königliche Luftwaffe letzendlich eine Verminderung von 30 %.
Die Panzer auf Vlieland produzieren auf einen Kilometer Abstand einen Geräuschpegel von rund 50 Dezibel. Ein feuerndes Panzergeschütz im selben Abstand erzeugt 73 Dezibel, Spitzenwerte liegen selbst bei 137 Dezibel. Auf 6 Kilometer Abstand liegen diese Werte bei 40 bzw. bei 96 Dezibel. Die Schmerzgrenze für Geräusche liegt beim Menschen bei 140 Dezibel.
Die Ruhe auf dem Watt wird durch den Lärm grundlegend gestört. Urlauber, die hier dem Stress des hastigen Lebens entfliehen wollen, fühlen sich betrogen, wenn sie eine Militärübung aus der Nähe erleben. Auf die Frage, in wie weit Vögel Beeinträchtigungen durch überfliegende Düsenjäger empfinden, widersprechen sich die wissenschaftlichen Reporte. Aus einer Untersuchung an Knutts aus dem Jahre 1992 geht hervor, dass diese Vögel in der Tat Auffliegverhalten zeigen, wenn ein Düsenjäger über sie hinweg jagt. Zu häufiges Auffliegen hat negative Folgen für Wattvögel, die eine bestimmte Zeit nötig haben, um die erforderliche Nahrungsmenge aufzunehmen. Darüberhinaus verbrauchen sie durch unnötiges Auffliegen Energie. Andere Untersuchungen deuten auf Gewöhnungserscheinungen: Die Wattvögel reagieren immer weniger schreckhaft auf Düsenjäger.
Der Standpunkt der Waddenvereniging ist der, dass im Prinzip wegen der Lärmbelästigung und der Bodenverschmutzung überhaupt keine militärischen Aktivitäten in das internationalen Naturgebiet Wattenmeer gehören.