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Munition und Umwelt   Sprengstoff aus WKII   

Versenkung von Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg

Im Frühjahr 2004 wurden die Nordsee-Fischer von der Meldung über den Tod von drei Fischern, bei denen eine Bombe an Bord explodiert war, aufgeschreckt. Jahrzehntelang machten sich die Fischer keine Sorgen. Die Bomben und Granaten, die in den Netzen saßen, wurden oft wieder über Bord geworfen, ohne sie an die Küstenwache zu melden. Seit den drei Toten hat sich die Situation völlig verändert. Die Bomben werden jetzt dem Militär gemeldet, die sie zur Explosion bringt. Insgesamt wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges in den Niederlanden rund 50.000 Tonnen Munition im Meer versenkt.

  • Sprengstoffe in Fischernetzen

    Nach dem Unglück im April 2004 ist das Bewusstsein entstanden, dass das nicht Melden bei der Küstenwache lebensgefährlich ist und Menschenleben kosten kann. Das Ergebnis war, dass in der ersten Woche nach dem Unglück schon 23 Bomben bei der Marine gemeldet wurden. Diese hat drei Minenboote eingesetzt, um die Bomben sicher explodieren zu lassen. 2006 wurden 200 Bomben unschädlich gemacht, während in de anderen Jahren nur rund 50 Bomben gemeldet wurden. Rijkswaterstaat hat nach dem Unglück 2004 dafür gesorgt, dass die Fischereischiffe Sonarbojen an Bord haben. Wenn sich jetzt eine Bombe im Fischnetz befindet, dann kann der Fischer eine Sonarboje daran befestigen und sie wieder über Bord setzen. Minenboote der Marine können danach die Bomben schnell mit ihren Geräten finden. Die Fischer können schon seit Jahren Entschädigungen für Bomben bekommen. Pro Schiff geht es um 2269 Euro pro Jahr.

  • Lage der Bomben in der Nordsee

    Die Bomben liegen auf den Anflugrouten der alliierten Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg. Piloten warfen hier ihre restlichen Bomben ab, um Treibstoff auf dem Rückweg zu sparen. Im Gebiet nördlich der niederländischen Küste und in der Deutschen Bucht liegen auch sehr viele Bomben. Außerdem wurde überzählige Munition in zwei Gebieten 60 km westlich von IJmuiden und Scheveningen versenkt.

  • Sprengstoffe am Strand

    Im Frühjahr 2000 wurden in Egmond aan Zee 19 Minen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Im Meer, nahe des FKK-Strandes, liegt zudem ein Minitauchboot des Typs 'Seehund'. Laut dem Kommandanten des Tauchbootes und der Stiftung Historisch Egmond hängen noch immer nicht explodierte Torpedos unter dem U-Boot.
    Ende Juli desselben Jahres wurde auf dem gut besuchten Strand zwischen Zandvoort und Bloemendaal eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. In der darauf folgenden Woche wurden noch mehr scharfe Sprengstoffe gefunden, darunter auch eine Panzermine. Die Sprengstoffe stammen aus einer von den Alliierten angelegten Sprenggrube und kamen vermutlich durch Bewegungen durch die natürliche Dynamik wieder an die Oberfläche. So eine Grube ist ein tiefes Loch, in das am Ende des Krieges unbrauchbare Munition und Sprengstoffe zur Explosion gebracht wurden. Ein Teil der Sprengstoffe explodierte nicht, sondern verteilte sich über ein großes Gebiet um diese Grube. Ein Strandabschnitt von fast einem Kilometer Länge wurde für den ganzen Sommer gesperrt, bis der Strand vollständig abgesucht war.
    Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden zehn- bis zwanzigtausend Tonnen Sprengstoff in solchen Sprenggruben zur Explosion gebracht. Die genauen Standorte solcher Gruben sind häufig unbekannt.

  • Sprengstoffe in der Mokbaai, Texel

    In der Mokbaai auf Texel wurden bei Baggerarbeiten im Jahre 2003 Granaten deutscher Herkunft entdeckt. Eine genauere Untersuchung ergab, dass der Boden der Bucht übersät ist mit nicht explodierter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Vermutlich haben die Besatzer ihre überschüssige Munition am Ende des Krieges in der Bucht versenkt. Nach monatelanger Arbeit von Spezialisten wurden 2005 5331 Stücke Munition an die Oberfläche geholt. Zudem wurden noch 359 Kilo Schießpulver gefunden.