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Naturpflegemaßnahmen   Weidetiere   Rinder   Pferde und Ponys   Schafe   Ziegen   
Schottische Hochländer, Foto Fitis, www.fotofitis.nl

Weidetiere helfen bei der Naturpflege

Unter den Weidetieren kann man zwischen großen Weidetieren, wie Rinder, Schafe und Pferde, und kleinen Weidetieren wie Gänse, Hasenartige und Insekten unterscheiden. In früheren Zeiten gab es in unserer Gegend zahlreiche große wilde Weidetiere wie Auerochsen, Wildpferde, Elche und Rothirsche. Um diese Urlandschaft wieder zurück zu bekommen, setzt man heute die domestizierten Artgenossen dieser Wildtiere in Naturgebieten ein.

  • Warum Beweidung?
    Unterschied Mahd/Beweidung, Ecomare

    Mäßige Beweidung führt zu mehr Abwechslung in einem Naturgebiet (Abwechslung bei den Pflanzenarten, Tierarten, in der Struktur und der Sukzessionsphase) und verhindert die Entstehung eines Waldes. Die Beweidung unterscheidet sich von der Mahd, da die Tiere nicht überall gleichmäßig fressen. Auch durch Tritt und Mist wird die Variation in einem Naturgebiet beeinflusst.
    Diese positiven Effekte treten nur auf, wenn die Beweidung nicht zu intensiv ist. Bei der Überweidung eines (Teil)Gebietes, durch die Bevorzugung dieser Bereiche von den Tieren, nimmt die Biodiversität ab. In Brutgebieten kann es sinnvoll sein, um vor Beginn der Brutsaison die Beweidung zu stoppen. Das Gras kann dann hoch genug werden, um z.B. Uferschnepfen und anderen Weidevögeln ausreichend Deckung zu bieten.
    Beweidung hat sowohl Befürworter als auch Gegner. Was vor einigen Jahren noch eine 'gute Bewirtschaftung' zu sein schien, zeigt jetzt, über eine längere Zeit hinweg, doch viele Nachteile. Es tritt scheinbar sehr schnell eine Überweidung ein, wodurch der Druck auf andere Organismen zu groß wird. Darüber hinaus ist die Beweidung schwierig zu steuern, da die Herden nun einmal von Natur aus ständig wachsen. 2007 ergab eine vorläufige Inventur von Staatsbosbeheer, dass im beweideten Teil der Oostvaardersplassen fast alle Vogelarten seltener geworden sind. Seltene Arten der Gestrüppe und Wälder sind sogar ganz verschwunden. Zwischen 1997 und 2007 sind 21 der 91 Brutvogelarten verschwunden. 2008 vertrat Staatsbosbeheer den Standpunkt, dass dies eine logische Folge aus der Entscheidung für große Weidetiere und Graugänse ist und darum akzeptiert werden muss.
    Auf die Nährstoffverteilung eines Gebietes hat die Beweidung zwei Auswirkungen. Die Nährstoffe Phosphat und Kalium bleiben im System, abgesehen von einem kleinen Prozentteil, der in Form von Fleisch abgeführt wird. Es entstehen teils nährstoffarme Stellen (wo viel gefressen wird) und teils nährstoffreiche Stellen (die Kotabsatzstellen). Stickstoff kann in Form von Ammoniakdämpfen aus den Urinstellen aus dem System entweichen.

  • Welche Weidetiere?

    In der Naturpflege setzt man meist Rinder, Pferde oder Ponys, Schafe, Ziegen und Edelhirsche ein. Welche Weidetiere wo eingesetzt werden, hängt von den lokalen Bedingungen ab, wie der Gebietsgröße, dem Bewuchs und der Bodenfeuchtigkeit. Häufig macht man Gebrauch von einer Kombination verschiedener Weidetiere, weil z.B. Schafe andere Pflanzen fressen als Rinder. Pferde halten beispielsweise alle Gräser und Kräuter kurz, während Rinder eine gewisse Verstrauchung zulassen, weil sie keine langen, harten Stengel fressen.