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Naturpolitik   Meeresreservate   

Meeresreservate

Sie werden auch die Kinderstuben der Nordsee genannt: Die Meeresreservate. In diesen geschützten Gebieten darf nicht gefischt werden. Das Meeresleben kann sich hier ungestört entwickeln. Vor 2012 müssen die Niederlande diese Art der Schutzgebiete auf der Nordsee ausweisen. Dafür wurden von der Europäischen Union Richtlinien aufgestellt, ebenso im OSPAR-Vertrag. Ab 2012 müssen die Meeresreservate Teil eines weltweiten Netzwerkes von Naturgebieten sein und zur Erholung von verschiedenen Fischarten beitragen.

  • Geschützte Gebiete in der Nordsee

    Im Raumordnungsplan (Nota Ruimte) werden folgende fünf Gebiete als zu schützende Gebiete mit besonderem ökologischen Wert ausgewiesen: Die Küstenzone, die Friese Front, die Zentralen Oestergronden, die Klaverbank und die Doggerbank. Im Verwaltungsplan Noordzee 2015 wird dieser Plan weiter ausgearbeitet. 2008 hat der Landwirtschaftsminister die Anmeldeprozedur für vier geschützte Gebiete in der Nordsee gestartet: Die Nordseeküstenzone nördlich von Bergen, die Vlakte van Raan in der Westerscheldemündung, die Doggerbank und die Klaverbank. Insgesamt rund 741.000 Hektar.
    Die Gebiete wurden bei der EU-Kommission angemeldet. Es wird beurteilt, welche Aktivitäten erlaubt sind und welche nicht. Zugleich sind auch die Friese Front und die Küstenzone zwischen Bergen und Petten als Gebiet der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen worden. Diese Richtlinie schützt speziell Vogelarten und überlappt sich in der Nordseeküstenzone mit der Habitatrichtlinie.

  • Aktionen

    Greenpeace ist der Meinung, dass die Reservate schnell eingerichtet werden müssen, zudem sollten insgesamt 40% der Nordsee zu einem Naturschutzgebiet werden. Für die restlichen 60% sollte eine nachhaltige Bewirtschaftung gelten. Bei einer Aktion im August 2004 haben Demonstranten die Doggerbank symbolisch mit Bojen markiert. Dabei probierten sie, die Fischer am Fischen zu hindern. Auch im August 2008 hat Greenpeace Aktionen durchgeführt. Sie wollen die Aufmerksamkeit auf die träge Errichtung der Meeresreservate nach der Natura 2000 Richtlinie richten. Greenpeace ließ 323 große Granitblöcke am Sylter Außenriff versenken. Dieses Gebiet vor der Küste von Sylt wurde von der deutschen Regierung als Meeresreservat angewiesen. Innerhalb des Fischereisektors wurde wütend auf die Aktionen von Greenpeace reagiert.
    Ben Daalder (Vorsitzender der Föderation der Fischereivereinigungen) nennt diese Aktion verwerflich und kriminell. Er verweist auf die Verantwortung, die der Fischereisektor auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit auf sich nimmt sowie auf die vielen Projekte, die sich hiermit beschäftigen. So wurde ein 'maatschappelijk convenant Noordzeevisserij' zwischen den Fischern, dem WWF und der Stichting de Noordzee geschlossen, in dem eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nachhaltigen Fischerei vereinbart wurde. Auch Fischereiministerin Gerda Verburg hat die Aktion scharf verurteilt.