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Erdgasförderung   Bohrloch   
Bohrkopf, Ecomare

Bohrtechnik

Die Erdgaslager liegen in der Nordsee zwei bis viertausend Meter unter dem Kontinentalschelf. Ein rotierender Stahlbohrkopf mit Industriediamanten besetzt muss sich durch die vielen Gesteinsschichten bis in die erdgashaltigen Schichten arbeiten. Durch den hohlen Bohrschaft wird Bohrflüssigkeit in das Bohrloch gepresst. Das sorgt für den nötigen Gegendruck und schmiert den Bohrkopf, der je nach Art des Deckgesteins schwer beansprucht werden kann. Dieser Gegendruck muss ein sogenanntes Blow Out verhindern, bei dem das Gas unkontrolliert durch das Bohrloch herausströmt.

  • Blow out preventor

    Das Bohrloch wird durch verschiedene Sperrklappen und Ventile abgeschlossen, den sogenannten Blow out-preventor. Bei heutiger Technik ist das Risiko für ein solchen Blow Out äußerst gering. Der Bohrschlamm steigt auch im Bohrkanal auf und fließt zu einem Abscheider, wo die Bohrflüssigkeit zurückgewonnen und wiederverwendet wird.

  • Schräg bohren

    Seit geraumer Zeit sind durch verschiedene technische Entwicklungen Schrägbohrungen in die Gaslagerstätten möglich. Die Schrägbohrungen haben den großen Vorteil, dass von einer Plattform aus weit auseinander liegende Gasvorkommen angebohrt werden können oder z.B. Gaslagerstätten an der Küste von Land aus ausgebeutet werden können.

  • Erdgas und das Abfackeln

    Bei der Erkundung und Förderung von Erdgas steht vor Ort häufig ein langer Schornstein mit einer großen Flamme. Hier wird Erdgas abgefackelt. Es ist ein notwendiges Übel bei der Erkundung und Förderung von Gas. Die Flammen können bis zu 75 Meter lang sein und die Wärmestrahlung kann so groß sein, dass der Boden, auf dem der Schornstein steht, mit Wasser gekühlt werden muss. Neben der Hitze sorgt die bollernde Flamme auch für Licht- und Lärmbelästigung. Ein anderer Nachteil der Flamme ist die oft unvollständige Verbrennung. Bei Windstille kann die Verbrennung 95% betragen, aber es ist nicht oft windstill und dann ist die Verbrennung weniger vollständig. Das bedeutet, dass ein Teil der Kohlenwasserstoffe (wie Methan) nicht verbrannt wird. Das ist schlecht für die Umwelt. Methan ist das Gas, das den Treibhauseffekt verstärkt. Des weiteren entstehen bei einer unvollständigen Verbrennung Kohlenmonoxide. Außerdem ist, da die Flamme so lang ist, ausreichend Zeit für die Entstehung von Stickoxiden, diese wirken sauer in der Umwelt.
    April 2000 wurde eine neue Methode für das Abfackeln eingeführt. Diese Methode muss umweltfreundlicher sein. Es ist der Clean Enclosed Burner (CEB). Der CEB ist nur 6 Meter hoch und der Brenner ist eingekapselt. Dadurch entsteht keine Lichtbelästigung, nur eine geringe Hitzeausstrahlung in Richtung Boden. Die Verbrennung ist relativ still, somit verbrennt das Gas immer vollständig.