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Die Gasförderstation Zuidwal, Ecomare

Erdgasgewinnung im Wattenmeer

Im niederländischen Teil des Wattenmeeres wird an drei Stellen Erdgas gefördert: bei Zuidwal westlich von Harlingen, im Dünengebiet von Ameland und von der friesischen Festlandsküste aus, beim Friese Moddergat. 2008 sollen zwei weitere Förderstellen in der Nähes des Lauwersmeer (Vierhuizen und Lauwersoog) in Betrieb genommen werden. Im niedersächsischen Wattenmeer wird an zwei Stellen Erdgas gewonnen: in der Leybucht und in der Emsmündung. In Dänemark und Hamburg ist die Förderung von Erdöl und -gas im geschützten Teil des Wattenmeeres verboten.

  • 'Bohren mit der Hand am Kran'

    Die niederländische Regierung und die Erdgasfördergesellschaften hatten bis 1995 das Abkommen, dass Wattenmeergas nicht weiter gesucht und gewonnen werden soll. Seitdem dieses Abkommen abgelaufen ist, trifft die NAM Vorbereitungen für neue Bohrungen im Gebiet. Umweltorganisationen sind absolut gegen diese Bohrungen. Sie befürchten Störungen, Ünglücke und Absenkung des Meeresbodens. 2004 wurde durch das Beratergremium Wattenmeerpolitik ('Commissie-Meijer') wieder ein Vorschlag für die Erdgasförderung gemacht. Dieses Beratergremium wurde eingerichtet, um über die Erdgasförderung und Muschelfischerei im Bezug zur Natur Empfehlungen zu geben. Bei Erscheinen des Berichtes 2004 wurde der Vorschlag gemacht, die Herzmuschelfischerei abzubauen und die Erdgasförderung zu erlauben. Das Kabinett stand diesem Rat positiv gegenüber. Es geht um mindestens 40 Milliarden Kubikmeter, die 3 Milliarden Euro einbringen können. Möglicherweise befindet sich dort mehr Gas. Ein Teil der Einkünfte geht an den Waddenfonds.
    Bedingung für die neuen Bohrungen ist, dass keine Förderplattform im Wattenmeer selber stehen darf. Die NAM bohrt die Gasfelder von den Förderstationen an Land schräng an. Eine weitere Bedingung ist, dass der Wattenmeerboden nicht übermäßig sinken darf. Die Bodenabsenkung rund um die Bohrstellen wird genau gemessen. Wenn der Boden netto mehr als sechs Milimeter pro Jahr sinkt, wird die Gasförderung gestoppt. 'Bohren mit der Hand am Kran' wird das genannt.

  • Erdgasförderung ab 2007

    2006 hat die NAM eine Genehmigung für die Förderung von 25 bis 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas unter dem Wattenmeer beantragt. Zum Vergleich: In der Nordsee werden jährlich 20 Milliarden Kubikmeter gewonnen und in Slochteren (Groningen) rund 30 Milliarden Kubikmeter. Die Erdgasförderung ist 2007, beim Moddergat, gestartet worden und wird dem Land in den kommenden 20 Jahren rund 10 Milliarden Euro einbringen. In den ersten vier Jahren will der Betrieb mit zwei Drittel der Kapazität Erdgas aus dem Moddergat herauf pumpen. So hofft die NAM, dass das Wattenmeer möglichst wenig Probleme bekommt und dass der Sandantransport aus der Nordsee mit der Bodenabsenkung Schritt halten kann. Die bereits bestehende Erdgasförderung auf Ameland wird schrittweise verringert, so dass die Förderung aus dem Moddergat gesteigert werden kann. Es ist geplant, um 2008 Erdgas von Vierhuizen aus und später auch von Lauwersoog aus zu fördern. Die Förderung der 29 Milliarden Kubikmeter wird etwa 20 bis 30 Jahre dauern. Die NAM ist in der Lage, um in einem Abstand von maximal neun Kilometern das Erdgasfeld schräg anzubohren.
    Eine unabhängige Kommission aus Sachverständigen spielt eine Rolle bei der Beurteilung des Schadens an der Natur. Wird ein Schaden konstatiert, dann ist die Regierung befugt, um die Förderung langsamer verlaufen zu lassen oder sogar zu stoppen. Vorabgehend an der Förderung wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Diese kommt zu dem Schluss, dass die Natur im Wattenmeer selber keinen Schaden von der Förderung erleiden wird. Jedoch werden Feldmäuse und damit ihre Räuber, Rohr- und Kornweihen, Probleme mit der Bodenabsenkung im Lauwersmeer bekommen. Ihr Lebensraum droht zu überschwemmen.
    Ein Teil des Ertrages aus diesem Erdgas geht an den Waddenfonds, es wird verwendet für Naturschutz, Forschung und ökonomische Entwicklungen.