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Water en land

Mens en Milieu

Verschmutzung, Störungen   Fremder Meeresbewohner   
Chinesische Wollhandkrabben, Stephan Gollasch

Einschleppung fremder Meeresbewohner

Seefahrt ist international, darum werden auch neue Seetiere und Algen aus fernen Ländern mit den Schiffen eingeführt. Meistens ist die Einschleppung unbeabsichtigt, so können sich Arten am Schiffsrumpf festheften oder zufällig ins Ballastwasser gelangen. Manchmal gelingt es auch nichtheimischen Arten, aus Aquakulturen zu flüchten und sich dann bleibend anzusiedeln. Zwischen 1900 und 2000 wurden rund 150 eingewanderte Arten in der Nordsee entdeckt. Für das deutsche Wattenmeer wurde errechnet, dass 5 bis 10% der dort angetroffenen Tierarten nicht heimisch sind. Regelmäßig sind die Neuankömmlinge schädliche Konkurrenten für die einheimischen Arten.

  • Immer mehr Neuankömmlinge

    In der Nordsee kommen Algen und Seetiere unter anderem aus Japan, Amerika und Neuseeland vor. Auf der einen Seite scheint die Ausbreitung einiger Arten ganz interessant, aber auf der anderen Seite handelt es sich um ein weltweites Phänomen, so dass die Unterschiede in den Faunen der verschiedenen Küstengebiete immer kleiner werden. Auch kommt es vor, dass ein Neuankömmling eine einheimische Art verdrängt, weil sie besser an die Umweltbedingungen angepaßt ist, unter denen beide Arten leben. Auf dem Land und im Süßwasser gibt es auch viele Beispiele dafür.
    Ökologische und ökonomische Auswirkungen der nichtheimischen Arten zeigen sich zumeist erst bei deren Massenentwicklung. Bereits der Eintrag einer einzigen nicht heimischen Art kann gravierende ökologische und ökonomische Auswirkungen mit sich bringen, wie die folgenden Beispiele zeigen: Der weltweite Anstieg von Planktonblüten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird z.T. mit dem Transport von Phytoplankton im Ballastwasser erklärt. Die aus Südostasien stammenden Dinoflagellaten der Gattungen Gymnodinium und Alexandrium wurden nahezu weltweit verschleppt. Einige dieser Arten produzieren Giftstoffe, die Fische und Meeressäuger schädigen und Aquakulturorganismen wie beispielsweise Miesmuscheln und Austern gefährden. Durch eine Anreicherung der Gifte in den Muscheln besteht bei deren Verzehr eine Gefahr für den Menschen.

    Die giftige Alge Alexandrium ist seit 1965 im Nordseegebiet aktiv
    Anfang 1999 wurde in der Oosterschelde die für die Niederlande neue Algenart Undaria pinnatifida entdeckt. Es geht dabei um die Japanische Wakame, einen niederländischen Namen gibt es noch nicht. Die Alge kann beinahe 2 Meter groß werden.
    Andere nichtheimische Arten, die sich erfolgreich hier ansiedeln konnten, sind u.a. die Australische Seepocke Elminius modestus, die 1945 mit britischen Kriegsschiffen aus neuseeländischen Gewässern nach Europa kam, und die sehr gut gedeihende Amerikanische Schwertmuschel und der Japanische Blasentang. Ein anderes Beispiel ist die Amerikanische Bohrmuschel - die mit der heimischen Weißen Bohrmuschel konkurriert - oder die Chinesische Wollhandkrabbe (wahrscheinlich um 1912 in Europa eingeschleppt).

  • Wikinger
    Sandklaffmuschel, Ecomare

    Die Sandklaffmuschel ist schon ein "alter Einwanderer" und wahrscheinlich die erste Art, die per Schiff in unsere Breiten verschleppt wurde. Bis vor kurzem nahm man an, dass diese Muschel im 16. Jahrhundert aus Amerika mitgenommen wurde. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Einwanderung noch eher stattfand: die Wikinger sollen diese Art im Mittelalter (es wurden in Dänemark Muschelschalen von 1250 gefunden), in Europa eingeschleppt haben.

  • Raubschnecke

    Die Raubschnecke Rapana venosa wurde 2005 vor der Küste von Scheveningen aufgefischt. Diese Schnecke kommt ursprünglich aus Japan und China. Sie kann 10 bis 20 cm groß werden und ernährt sich von Muscheln, wie Austern und Miesmuscheln. In den 1950ern machte die Schnecke im Schwarzen Meer aus den Muschelnfeldern ein wahres Schlachtfeld. Es ist noch nicht bekannt, ob sich diese Schnecke in den Niederlanden ausbreitet.

  • Mit Ballastwasser, mit Austern...
    Junge Marenzelleria, Wim de Bruin

    Borstenwürmer der Gattung Marenzelleria, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, wurden 1983 zum ersten Mal an der Nordseeküste beobachtet. Kurz danach kamen sie auch plötzlich massenhaft in der Ostsee vor. Auch diese Art wurde vermutlich mit dem Ballastwasser hierher transportiert. Wissenschaftler vermuten, dass Marenzelleria ein Konkurrent der einheimischen Seeringelwurmart Nereis diversicolor ist.
    Im Mai 1998 fischten dänische Fischer viele tote Hornhechte aus der Nordsee, den dänischen Küstengewässern und dem Skagerrak. Die Ursache für dieses Sterben war eine neue Giftalge in der Nordsee, die Chattonella-Alge. Diese Alge stammt aus den japanischen Gewässern. In den 1990ern wurde diese Art unglücklicherweise in West-Europa eingeschleppt, wahrscheinlich über das Ballastwasser von Frachtschiffen.
    Die japanische Krabbe (oder Pinselkrabbe, Hemigraspus penicillatus) ist ein erst kürzlich eingeführter Exote, der am 21. April 2000 zum ersten Mal in den Niederlanden angetroffen wurde. Diese etwa 5 cm große Krabbe hat auf ihren Scheren Haarbüschel, die Pinselhaaren ähneln. Diese Krabbe konkurriert mit der (viel größeren) Strandkrabbe um Nahrung. Die japanische Krabbe ist wahrscheinlich Anfang der 90er Jahre mit einer Ladung Pazifischer Austern, die für die französische Atlantikküste bestimmt waren, mitgekommen. Die japanische Pinselkrabbe breitet sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km pro Jahr aus.