Fast jedes Seeschiff muss für die Stabilität Ballastwasser aufnehmen. Dieses Meerwasser wird im jeweiligen Zielhafen oder in den Küstengewässern wieder abgelassen. Jährlich findet auf den Weltmeeren so ein Transport von 10 Milliarden Tonnen 'fremdes Meerwasser' statt. Auch auf der Nordsee wird Ballastwasser aufgenommen und abgelassen.
Mit diesem Ballastwasser werden viele verschiedene Pflanzen und Tiere von einem Meer in ein anderes transportiert. Dieser Transport über große Entfernungen kann dafür sorgen, dass die Biodiversität am Ort des Ablassens angegriffen wird, was unter Umständen einen großen ökologischen und ökonomischen Schaden zur Folge haben kann.
Zwischen 1900 und 2000 wurden rund 150 eingeschleppte Arten in der Nordsee entdeckt, darunter zum Beispiel verschiedene Dinoflagellaten, Japanischer Beerentang, Amerikanische Bohrmuschel, Amerikanische Schwertmuscheln, Pazifische Austern und der Wurm Marenzelleria. Einige dieser Arten wurden bewusst ausgesetzt oder zufällig importiert, zum Beispiel mit einer Ladung Muscheln. Aber viele Arten sind als Blinde Passagiere im Ballastwasser von Schiffen mitgereist.
2006 trafen Meeresbiologen zum Beispiel plötzlich beträchtliche Mengen der amerikanischen Rippenqualle Mnemiopsis leidyi in den Deltagewässern und im Wattenmeer an. Diese amerikanische Rippenqualle kann sich explosiv vermehren. Da diese Rippenquallen sich von Fischlarven und -eiern ernähren, können diese Zunahmen eine Bedrohung für das marine Ökosystem darstellen. Frühere Invasionen im Schwarzen Meer und im Kaspischen Meer brachten große Probleme mit sich. Bislang sind diese Probleme in den niederländischen Küstengewässern noch nicht aufgetreten.