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Water en land

Mens en Milieu

Sicherheit auf See   Unglücke auf See   Andinet   Prestige   Tricolor und Assi Eurolink   
Stoßstangen aus dem Laden der Trikolore, Dirk Bruin, Noordwester Vlieland

Unglücke auf See

Mit durchschnittlich 24 ernsten Unfällen pro Jahr ist der niederländische Teil der Nordsee ein relativ sicheres Meer, vor allem angesichts der hohen Verkehrsdichte hier. Auf dem niederländischen Teil der Nordsee ereignen sich etwa 60 bis 90 Unglücke jährlich, bei denen der Küstenschutz (Directie Noordzee) gerufen wird.

  • Volle Nordsee

    Die Nordsee ist eines der meist befahrendsten Meere der Welt. Neben der Fischerei, der Versorgung der Bohrinseln, Marine und Freizeitschifffahrt finden auf dem niederländischen Teil der Nordsee jährlich rund 124.000 Schiffsbewegungen statt. Das bedeutet, dass pro Tag durchschnittlich 340 Schiffe im niederländischen Teil der Nordsee fahren. Um Unfälle zu vermeiden, wurden vorgeschrieben Fahrwege eingeführt.

  • Schiffshavarien

    Schiffsunglücke bestehen aus Zusammenstößen (52%), Strandungen (18%), Brand/Explosion (9%), Sinken (2%) und einige weniger wichtige Geschehnisse. Auf der Nordsee sind Fischereischiffe am häufigsten an Unfällen beteiligt, gefolgt von Frachtschiffen. Bei weniger als 10% der Unfälle auf dem Meer sind Tanker und Schiffe mit flüssiger Ladung beteiligt. Bei der letzten Gruppe können jedoch leicht Stoffe in die Meeresumwelt gelangen. Neben der Schifffahrt stellen auch Offshore-Installationen eine Risikoquelle dar.
    Bei diesen Unfällen kommen (durchschnittlich) 3 Menschen ums Leben und 1 mal in 2 Jahren entsteht beträchtlicher Umweltschaden. In den meisten Fällen werden die Unglücke durch das Zusammenkommen verschiedener Faktoren verursacht. In 65 % der Fälle spielt menschliches Versagen (mit) eine Rolle; in 50% der Fälle sind technische Ursachen relevant. Bei 35 % aller Unglücke spielen schlechte Wetterumstände mit und in 20% ging es um Mängel am Schiff und/oder an der Ladung.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff im niederländischen Teil der Nordsee ein Unglück überkommt, steht bei 1 zu 1700 Fahrten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Ölunfall von mehr als 30.000 Kubikmetern Ölaustritt kommt, liegt bei einmal in 50 Jahren. Ein Ölunfall von mehr als 50.000 Kubikmeter Ölaustritt ist einmal innerhalb 200 Jahre wahrscheinlich. Etwa 30 mal im Jahr wird ein Schiff auf der Nordsee unsteuerbar. Diese Schiffe werden 'Drifter' genannt, in den Fahrrouten stellen sie eine Gefahr dar und sie können mit Offshoreplattformen und Windparks kollidieren.

  • Chronik ernster Seeunglücke auf der Nordsee
    Datum Name Typ Ort Ursache Umwelt
    12-2003 Andinet Frachtschiff NW Texel Sturm und falsch verstaute Ladung Verlust von ca. 700 Fässern mit dem sehr giftigen Pestizid CCA
    01-2003 Assi Euro Link   50 km NW Terschelling Kollision Austritt von Schiffstreibstoff: viele Ölpestopfer unter den Seevögeln
    12-2002 Tricolor Autocarrier Ärmelkanal Kollision Austritt von Schiffstreibstoff: viele Ölpestopfer unter den Seevögeln
    12-2001 Sloman Traveller Chemikalien- tanker 18 km N Vlieland Brand an Bord Chlorgase in der Atmosphäre
    10-1998 Pallas Frachtschiff Sandbank bei Amrum brennende Holzladung Austritt von Schiffstreibstoff: viele Ölpestopfer unter den Seevögeln
    03-1994 Sherbro Container- schiff Ärmelkanal Container über Bord geschlagen gefährliches Pestizid 'Apron Plus' auf den Stränden
    03-1993 Mairbritt Terkol Chemikalien- tanker 20 km N Vlieland   Explosion Chemikalientank
    01-1993 Brear Öltanker Shetland- inseln Nach technischen Problemen auf Felsen aufgelaufen 85.000 Tonnen Rohöl im Meer: durch Sturm verhältnismäßig wenig Opfer in der Meeresfauna
    10-1992 Nordfrakt Frachtschiff 10 km W Noordwijk unbekannt 2 Tonnen Bleisulfid im Meer
    04-1992   Öltanker Ärmelkanal Kollision Verlust großer Mengen Palmöl: viele Opfer unter der Meeresfauna
    03-1992 Long Lin Öltanker bei Zeebrugge Kollision mit Cast Muscox viel Öl im Meer
    03-1992 Cast Muscox Schüttgut-
    frachter
    bei Zeebrugge Kollision mit Long Lin viel Öl im Meer
    1991 Clipper Confidence Schüttgut-
    frachter
      Kollision mit Norgas viel Öl im Meer
    1991 Norgas Chemikalien- tanker   Kollision mit Clipper Confidence viel Öl im Meer
    1990 Rose Bay Öltanker Ärmelkanal Kollision mit Fischerschiff viel Öl im Meer
    1988 Anna Broere Chemikalien- tanker 100 km W IJmuiden   Austritt hunderter Tonnen Acrylnitril
    1987 Borcea Schüttgut-
    frachter
    vor der seeländischen Küste   Austritt von Schiffstreibstoff
    08-1984 Mont Louis Frachtschiff vor der belgischen Küste Kollision mit Fähre Verlust radioaktiver Ladung
    01-1984   Frachtschiff Doggerbank   Verlust von 67 Fässern Dinoseb
    1983 Vostosc II Frachtschiff bei Vlissingen Kollision mit Wrack Austritt von Schiffstreibstoff
    12-1982 Erato Container- schiff Wester- schelde Kollision mit Yumpa viel Öl im Meer
    12-1982 Yumpa Container- schiff Wester- schelde Kollision mit Erato viel Öl im Meer
    1982 Katina Öltanker bei Hoek van Holland Kollision mit Pengall viel Öl im Meer
    1982 Pengall Schüttgut-
    frachter
    bei Hoek van Holland Kollision mit Katina viel Öl im Meer
    1982 Benetank Öltanker Wester- schelde Kollision viel Öl im Meer
    1981 Cristel Hermann Frachtschiff vor der holländischen Küste   Verlust von 60 Fässern Salzsäure
    1975 Olympic Alliance   südliche Nordsee Kollision 8000 Tonnen Öl im Meer
    1974   Öltanker bei IJmuiden   großer Ölfleck, viele Opfer unter den Seevögeln
    1971 Elizabeth Knudsen Öltanker   Kollision 100 Tonnen Öl im Meer
    1970 Pacific Glory Öltanker südliche Nordsee Kollision 900 Tonnen Öl im Meer
    1969 Texaco Westminster Öltanker   Defekte an Bord 500 Tonnen Öl im Meer
               
  • Schiffsunglücke in Europa außerhalb der Nordsee

    Das bekannteste Schiffsunglück der letzten Jahre außerhalb der Nordsee war das der Prestige in Spanien (2003).

  • Prävention von Unglücken im Wattenmeer und der Nordsee

    Nach der Kapazitätsnote 2006-2010 von Rijkswaterstaat geschieht, statistisch gesehen, einmal in 50 Jahren eine Katastrophe, bei der 15.000 Tonnen Öl in die niederländische Nordsee fließen. Ebenfalls statistisch gesehen passiert einmal in 300 Jahren eine Katastrophe im Wattenmeer, bei der 2200 Tonnen Öl ins Wasser gelangen. Um diese möglichen Verschmutzungen zu verhindern, verfügt Rijkswaterstaat im Wattenmeer fast ständig über eine Aufräumkapazität von 5000 Kubikmeter. In der Note steht, dass Schiffe, die von Rijkswaterstaat gemietet werden, in der Woche innerhalb von 4 Stunden und am Wochenende innerhalb von 8 Stunden zur Verfügung stehen müssen. Manche Schiffe haben bereits Räumarme an Bord, andere werden mit diesen Armen und anderen Mitteln, die Rijkswaterstaat an verschiedenen Orten deponiert hat, ausgerüstet. Hilfsschiffe mit abgrenzenden Schirmen können die Effektivität der Räumarme bedeutend vergrößern. Wichtig ist auch die Begleitung aus der Luft mit einem Flugzeug der Küstenwache.
    Bei hohem Wellengang ist die Ölräumung nicht möglich. Praktisch ist das in einem Drittel der Zeit der Fall. In England sowie in anderen Ländern wird das Öl darum auch mit Hilfe von Chemikalien geräumt, die das Öl zu Boden sinken lassen. Da diese Chemikalien heute weniger schädlich als früher sind, wird diese Methode auch in den Niederlanden erwogen.
    Um die Wahrscheinlichkeit eines Unglückes im Wattenmeer zu verkleinern, werden im Verwaltungsplan Wattenmeer verschiedene Maßnahmen aufgeführt. Seit 1996 besteht eine Meldepflicht für Seeschiffe in den Einzugsgebieten der Häfen und der territorialen Gewässer. Auf der Ems galt schon länger eine Meldepflicht für Schiffe ab 40 m Länge und/oder mit gefährlicher Ladung an Bord.
    Im IMO-Verbund (International Maritme Organisation) werden Schiffe ab einer bestimmten Tonnage mit gefährlichen Ladung verpflichtet, von den Tiefwasserfahrtrouten ca. 80 km vor der Küste Gebrauch zu machen und nicht die Fahrrouten knapp 20 km vor der Küste zu nutzen. Diese Maßnahme soll vor allem Unglücke mit gefährlichen Stoffen direkt vor der Küste verhindern.

  • Europäische Maßnahmen

    Die Anforderungen, die an Schiffe gestellt werden, sind auf europäischem Niveau gesetzlich geregelt. Die Schiffe werden zur Kontrolle der Maßnahmen inspiziert. Genügen sie den Anforderungen nicht, dann werden diese Schiffe auf eine schwarze Liste gesetzt und bekommen keinen Zugang mehr zu den Häfen. Um die Sicherheit der Schiffe noch weiter zu erhöhen, wurde 2005 von der europäischen Kommission das Erika-3-Paket präsentiert: Sieben Vorschläge, die eine Erweiterung früherer Beschlüsse über bessere Wände von Tankern und höheren Strafen für nachlässige Schiffsbesatzungen darstellen. Der erste Vorschlag ist, dass Brüssel die Verantwortlichkeit von Schiffseigentümern vergrößern will. Reedereien sind derzeit nur zum Teil für Katastrophen verantwortlich, weswegen die Opfer nicht immer eine Entschädigung bekommen können. Des weiteren soll es eine Pflichtversicherung für Schiffe geben, denn heute sind einige Schiffe überhaupt nicht versichert. Zudem soll es eine Schwarze Liste von Reedern geben, die schlechte Schiffe fahren lassen. Um die Schifffahrt in Europa verfolgen zu können, wurde ein Informationssystem eingerichtet: Häfen können sich gegenseitig über das sogenannte SafeSeaNet über Abfahrt und Ziel der Schiffe verständigen.