Nach der Kapazitätsnote 2006-2010 von Rijkswaterstaat geschieht, statistisch gesehen, einmal in 50 Jahren eine Katastrophe, bei der 15.000 Tonnen Öl in die niederländische Nordsee fließen. Ebenfalls statistisch gesehen passiert einmal in 300 Jahren eine Katastrophe im Wattenmeer, bei der 2200 Tonnen Öl ins Wasser gelangen. Um diese möglichen Verschmutzungen zu verhindern, verfügt Rijkswaterstaat im Wattenmeer fast ständig über eine Aufräumkapazität von 5000 Kubikmeter. In der Note steht, dass Schiffe, die von Rijkswaterstaat gemietet werden, in der Woche innerhalb von 4 Stunden und am Wochenende innerhalb von 8 Stunden zur Verfügung stehen müssen. Manche Schiffe haben bereits Räumarme an Bord, andere werden mit diesen Armen und anderen Mitteln, die Rijkswaterstaat an verschiedenen Orten deponiert hat, ausgerüstet. Hilfsschiffe mit abgrenzenden Schirmen können die Effektivität der Räumarme bedeutend vergrößern. Wichtig ist auch die Begleitung aus der Luft mit einem Flugzeug der Küstenwache.
Bei hohem Wellengang ist die Ölräumung nicht möglich. Praktisch ist das in einem Drittel der Zeit der Fall. In England sowie in anderen Ländern wird das Öl darum auch mit Hilfe von Chemikalien geräumt, die das Öl zu Boden sinken lassen. Da diese Chemikalien heute weniger schädlich als früher sind, wird diese Methode auch in den Niederlanden erwogen.
Um die Wahrscheinlichkeit eines Unglückes im Wattenmeer zu verkleinern, werden im Verwaltungsplan Wattenmeer verschiedene Maßnahmen aufgeführt. Seit 1996 besteht eine Meldepflicht für Seeschiffe in den Einzugsgebieten der Häfen und der territorialen Gewässer. Auf der Ems galt schon länger eine Meldepflicht für Schiffe ab 40 m Länge und/oder mit gefährlicher Ladung an Bord.
Im IMO-Verbund (International Maritme Organisation) werden Schiffe ab einer bestimmten Tonnage mit gefährlichen Ladung verpflichtet, von den Tiefwasserfahrtrouten ca. 80 km vor der Küste Gebrauch zu machen und nicht die Fahrrouten knapp 20 km vor der Küste zu nutzen. Diese Maßnahme soll vor allem Unglücke mit gefährlichen Stoffen direkt vor der Küste verhindern.