Die Blaue Flagge ist das Europäische Qualitätsmerkmal für Strände und Yachthäfen. Eine Gemeinde bekommt eine Blaue Flagge, wenn dort das Wasser die EU-Richtlinien für Badewasser erfüllt, der Strand oder Yachthafen sauber gehalten wird und sie mit Toiletten und Müllbehältern ausgestattet sind. In der Nähe des Ortes dürfen keine haushaltlichen oder industriellen Abwasserkanäle münden. Bei den Wasseruntersuchungen wird dementsprechend auch nach fäkalen Streptokokken (menschlicher Kot) und Salmonellen gesucht. Diese Wasseruntersuchungen müssen in der Badesaison alle 2 Wochen erfolgen. Die Untersuchungsergebnisse müssen am Strand oder im Yachthafen einsehbar sein. Der Strand muss darüberhinaus frei von Ölresten und verfaulendem Tang sein. Strände, die traditionell keine Blaue Flagge bekommen sind Wijk aan Zee, Egmond, Bergen, Schoorl, Scheveningen und Hoek van Holland, da hier möglicherweise Kanalisationsabwässer münden.
Die Küstengemeinden müssen einen soliden Bestimmungsplan für die Küste und einen guten Katastrophenplan im Falle einer Umweltkatastrophe haben. Im Februar 2003 verloren Goede Reede, Noordwijk und alle Küstengemeinden im nördlichen Noord-Holland (mit Ausnahme von Den Helder) ihre Blaue Flagge, da das Badewasser den strengen europäischen Normen nicht mehr genügte. Ursache hiervon waren die Hochwasser von 2002, mit denen viele Küstengemeinden zu kämpfen hatten. Die Kläranlagen konnten die großen Mengen an Regenwasser nicht verarbeiten und die Abwässer gelangten durch die Überläufe direkt in die Oberflächengewässer. Vor allem in Den Haag, Beverwijk und Bergen hatten die Kläranlagen eine zu geringe Kapazität.