Die Ruhe unter Wasser wird durch natürliche wie unnatürliche Ursachen gestört. So kann eine kräftige Regenschauer oder ein Sturm den Lärmpegel unter Wasser auf 75 Dezibel (der Pegel lauter Radiomusik) ansteigen lassen. Man konnte nachweisen, dass Delphine unter solchen Bedingungen ins tiefere Wasser ziehen. Das scheint auch einleuchtend, da Orientierung, Beutesuche und Kommunikation bei so einem Lärm nicht mehr möglich sind. Man spricht treffend von Geräuschnebel.
Nur ein beschränkter Teil des Lärms (z.B. Tiefflieger, Schußlärm), der über Wasser produziert wird, pflanzt sich unter Wasser fort, undzwar vor allem Niedrigfrequenzen. Der Ozeonograph Morris untersuchte die Unterwasserlärmbelastung durch menschliche Aktivitäten in der Cardigan Bay (Irland). Dieses Gebiet ist normalerweise relativ ruhig (bis 50 Dezibel), doch während der Wochenenden in der Ferienzeit steigt der Geräuschpegel durch den Wassersport auf 80-90 Dezibel (ein startendes Motorrad in 5 m Abstand!). Delphine, die normalerweise in der Bucht dicht unter der Wasseroberfläche vorkommen, können jetzt nur noch nachts auf Fischjagd in die reichen Küstengewässer kommen.
Von Buckelwalen ist bekannt, dass sie Probleme mit Sonargeräuschen haben, die vor allem von U-Booten zur Navigation genutzt werden. In der Paarungszeit führen die Männchen Balladen vor, die die Weibchen anlocken sollen. Als Forscher ein Band mit Sonargeräuschen während des Gesangs der Wale abspielten, war der Gesang um 30% länger. Die Wissenschaftler vermuten, dass hierdurch das Paarungsritual gestört werden kann.