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Umweltqualität des Wattenmeeres

Die Qualität von Wasser und Boden des Wattenmeeres wird regelmäßig untersucht. Daraus wird ersichtlich, dass die Eutrophierung abnimmt. Und auch die Schwermetallkonzentrationen nehmen ab oder bleiben gleich. Stoffe aus der Industrie, wie PCBs, TBT und Schädlingsbekämpfungsmittel kommen immer weniger vor. Das Problem der Ölverschmutzungen ist zurück gegangen, aber noch nicht im ausreichenden Maße. Dennoch sind im allgemeinen die Konzentrationen der meisten verschmutzenden Stoffe noch immer (manchmal viel) höher als die Richtwerte. Miesmuschelbänke und Seegrasfelder sind früher stark zurückgegangen und haben sich noch immer nicht erholt. Die Bodenzerstörung durch die mechanische Muschelfischerei ist gestoppt, aber andere Formen der Fischerei sorgen noch immer für Störungen. Für einige Vögel gibt es noch zu wenig Platz zum Rasten und Mausern. Mit der Seehundpopulation geht es seit der Virusepidemie von 2002 gut.

  • Nährstoffe und Eutrophierung

    Die Eutrophierung des Wattenmeeres nimmt ab, da der Rhein und andere Flüsse immer weniger Nährstoffe antransportieren und weniger Schmutzwasser eingeleitet wird. Vor allem der Phosphatgehalt ist gesunken, ein wichtiger Nährstoff für Algen. Die Menge an Nitrat, ein anderer Nährstoff, ist nicht gesunken. Die Abnahme hat zur Folge, dass weniger Algen im Wasser wachsen. Die Konzentrationen von Ammonium und Nitrit sind noch immer um den Faktor drei bis fünf höher als in natürlichen Gewässern. Im allgemeinen ist das südliche Wattenmeer stärker eutrophiert als das nördliche.

  • Ölverschmutzung und Seevögel

    Die Ölverschmutzung ist seit 1990 geringer geworden, stellt aber immer noch eine Gefahr für Vögel dar. Die Zahl der ölverschmutzten Vögel pro Kilometer Küste ist im Wattenmeer kleiner als in der Nordsee. Es wird angestrebt, dass nicht mehr als 10% der toten Vögel am Strand Ölpestopfer sind. Dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht. Bei einer Ölpest erhöht sich die Zahl der Vögel.

  • Von Menschen geschaffene Stoffe

    Im allgemeinen nehmen die Konzentrationen von Stoffen wie PCBs, TBT und Schädlingsbekämpfungsmitteln im Wattenmeer ab. So ist der Gehalt an TBT in der Zeit von 1990 bis 2002 in den Wattenmeerhäfen um 60% gesunken. TBT wurde früher als anwuchshemmende Farbe für Schiffe verwendet, wodurch keine Organismen mehr auf der Schiffswand wuchsen. Der Stoff sorgt aber auch dafür, dass einige Schneckenarten sexuelle Probleme bekommen. Trotz des Verbotes für die Nutzung dieses Stoffes wurden sehr hohe Gehalte in den Seehunden angetroffen, die während der Virusepidemie 2002 starben und in Eiderenten, die 2000 und 2001 in großen Mengen starben. Diese Tiere stehen am Ende der Nahrungskette, wodurch es zur Bioakkumulation kommen kann. Die langfristigen Auswirkungen dieser Stoffe sind oft nicht bekannt.
    Die Auswirkungen von Lindan, einem sehr giftigen Schädlingsbekämpfungsmittel, sind auch noch nicht deutlich. Die Konzentrationen dieses Stoffes sind sehr unterschiedlich.
    Die PCB-Gehalte im Sediment sind im allgemeinen gesunken, ebenso in Eiern von Austernfischern und Flussseeschwalben, aber noch nicht in der Flunder. Stoffe, die zunehmen, sind zum Beispiel bromierte Brandhemmer. Die langfristigen Auswirkungen dieser Stoffe, genau wie die der hormonwirksamen Stoffe, auf Organismen ist noch nicht deutlich.

  • Salzwiesen

    Salzwiesen werden heute mehr in Ruhe gelassen, so dass sie sich natürlich entwickeln können. Früher wurden die Salzwiesen häufig künstlich entwässert und beweidet. Durch die neue Politik nimmt die natürliche Vegetation wieder zu. Es wird eine Vergrößerung der Salzwiesenfläche angestrebt.

  • Die Watten

    Die Watten selber sind noch immer durch eine große Dynamik gekennzeichnet. Das heißt, dass die Natur an vielen Stellen ihren Gang gehen kann. Ab und zu gibt es menschliche Störungen, wie die Vertiefung von Fahrrinnen, den Bau von Deichen und den Tourismus. Eine andere Form der Störung ist die Zerstörung des Bodens, wie sie bis 2005 durch die Herzmuschelfischerei verursacht wurde. Dies hatte nachteilige Folgen für den Brutfall der Muscheln, wie der Baltischen Tellmuschel. Die Politik ist darauf ausgerichtet, diese Störungen zu beschränken.
    In der Vergangenheit sind die natürlichen Miesmuschelbänke und Seegrasfelder stark zurück gegangen. Stabile alte Miesmuschelbänke sind im niederländischen Teil des Wattenmeeres eine seltene Erscheinung. Früher war das anders. 1978 gab es, verteilt über das Wattenmeer, noch eine Oberfläche von 4000 Hektar an stabilen Miesmuschelbänken. 1997 waren davon etwa 100 Hektar über. Es wird danach gestrebt, diese Strukturen wieder zu bekommen, aber die Entwicklung davon, genau wie bei den Sabellaria-Riffen, bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Natur scheint sich in den Gebieten, in denen nicht gefischt werden darf, besser zu erholen, als in den befischten Gebieten.
    Die mechanische Herzmuschelfischerei wurde im August 2005 abgeschafft, wodurch zu einem großen Teil die Bodenzerstörung und das Wegfangen von Muscheln, die auch die Nahrung der Vögel sind, beendet wurde. Die warmen Winter der letzten Jahre hatten eine negative Auswirkung auf die Fortpflanzung der Muscheln, wie der Baltischen Tellmuschel, und damit auch auf die Vogelarten, die von diesen Muscheln abhängig sind. Für die Fische im Wattenmeer gibt es genügend Nahrung, das gilt auch für Vögel, die sich von Garnelen ernähren. Für Zugvögel sollte es mehr Orte gebe, wo die Vögel rasten und mausern können. Mit den Seehunden geht es nach der letzten Virusepidemie gut. Sowohl der Gemeine Seehund als auch die Kegelrobbe nehmen in ihrem Bestand zu. Der Vormarsch der Pazifischen Auster scheint jetzt langsamer zu gehen, als in den letzten Jahren.

  • Schwermetalle und PAKs

    Die Konzentration an Schwermetallen ist im Vergleich zu 1995 stoffabhängig gleich geblieben oder gesunken. Messungen von Schwermetallen in Miesmuscheln, Flundern sowie Eiern von Flussseeschwalben und Austernfischern ergaben höhere Konzentrationen als erwünscht. Die meisten Schwermetalle stammen aus den Flüssen. Die Politik ist darauf ausgerichtet, die Werte bis auf die natürlichen Hintergrundwerte zu senken.