 Das Holozän, mit schmatischem Pollendiagramm, eARTh Works!, Wieringen
| HolozänVor 10.000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Das Holozän, das damals begann, ist eine Zwischeneiszeit, eine warme Periode zwischen zwei Eiszeiten. Verglichen mit der vorangegangenen Periode sind die letzten 10.000 Jahre von einem relativ milden Klima geprägt. Diese Zeit wird das Holozän genannt, aber auch Namen wie Postglazial oder die ältere Bezeichnung Alluvium werden für diese Periode gebraucht. Wissenschaftler nehmen an, dass auch das Holozän nur eine Warmzeit zwischen zwei Eiszeiten ist, ähnlich wie die Holstein- und Eem-Warmzeiten. Anhand von Pollenkörnern in den Bodenschichten (siehe das nebenstehende Diagramm) ist zu sehen, wie sich die Vegetation mit der Erwärmung des Klimas entwickelt hat. Es ist unwahrscheinlich, dass mit dem Holozän die Millionen Jahre andauernde Periode der Eiszeiten zu Ende geht. Das Eis ist noch immer nicht von unserem Planeten verschwunden und wird sich früher oder später wieder ausbreiten. Allein der Zeitpunkt ist unbekannt. Das Holozän ist der jüngste Zeitabschnitt in der Erdgeschichte. Das Klima im Holozän ist gekennzeichnet durch höhere Temperaturen als im letzten Abschnitt des Pleistozäns. Die mächtigen Gletscher und Landeise sind bis auf kleine Reste abgeschmolzen, was in einem weltweiten Meeresspiegelanstieg resultierte. Auch eine Anzahl großer Säugetiere, die während der Eiszeit lebten, sind ausgestorben. Dagegen hat der Einfluss des Menschen auf die natürlichen Prozesse unserer Erde stark zugenommen. Durch das Abschmelzen der Eiskappen und die Ausdehnung des Meerwassers durch höhere Temperaturen stieg der Meeresspiegel um mehrere Meter. Die Nordsee füllte sich wieder. Für die Niederlande fällt mit Beginn des Holozäns auch die dauerhafte Besiedlung durch den Menschen zusammen. Durch die Klimaveränderung änderte sich auch die Zusammensetzung der Vegetation. Das oben stehende Pollendiagramm (Pollenreste in Bodenschichten) zeigt einige Baumarten. Die Pollen dieser Bäume wurden in verschiedenen Mengenverhältnissen in den Ablagerungen aus den verschiedenen Perioden des Holozäns gefunden. Früher zog man Rückschlüsse über das jeweilige Klima in der Periode, heute berücksichtigt man zudem die Geschwindigkeit, mit der sich Arten über Klimazonen hinweg ausbreiten können. Im polaren Klima der letzten Eiszeit wuchsen hier nur Tundrpflanzen, wie die heute einheimische Silberwurz (Dryas octopetala) und die Kriechweide (Salix retusa). Zu Beginn des Holozäns hielten Birken- und Kiefernwälder ihren Einzug, wärend vor etwa 7000 Jahren die echten Laubwälder unsere Gegend erreichen. Für die Wattenmeerregion werden die holozäne Geologie und die damit verwobene Geschichte der Watten- und Küstenbewohner weiter behandelt im Kapitel 'Die Entstehung des Wattengebietes'. |