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Ökologie   Inselbiologie   

Inselbiologie

Das Leben vieler Tiere auf den Inseln unterscheidet sich vom Leben auf dem Festland. Inseln sind im Allgemeinen artenärmer und die Arten, die auf den Insel vorkommen, sind häufig selten. Darum sind Inseln für Biologen sehr interessant. Vor allem auf sehr abgelegenen Inseln hat sich ein besonderes Tierleben entwickelt, mit Tieren, die sonst nirgendwo mehr vorkommen. Diese Tierarten nennt man "endemische Tierarten".

  • Inselbiologie im Wattenmeer

    Die Wattenmeerinseln gibt es – geologisch gesehen – erst seit sehr kurzer Zeit. Erst vor einigen tausend Jahren wurden sie zu Inseln, zudem liegen sie sehr nahe am Festland. So konnten einige Landtiere die Inseln doch über das Watt erreichen. Aus diesen Gründen konnten sich hier auch keine endemischen Arten entwickeln. Es gibt jedoch Varianten, die von ihren Artgenossen auf dem Festland abweichen. Auf Texel sind z.B. die Wasserspitzmäuse kleiner und völlig schwarz (statt schwarz-weiß) als auf dem Festland. Auf Helgoland sind die Waldmäuse rötlich gefärbt.
    Alle Wattenmeerinseln haben durch das Fehlen bestimmter Arten eine einzigartige Tierwelt. Auf keiner der niederländischen Wattenmeerinseln kommen Maulwürfe, Eichhörnchen oder Füchse vor. Diese Tiere könnten hier zwar gut leben, aber sie haben die Inseln nie erreicht. Dies hatte Folgen für die anderen Tiere. Das Fehlen größere Landraubtiere ist die Ursache für die große Anzahl bodenbrütender Vogelarten: Möwen, Enten, Brachvögel und Sumpfohreulen. Die Nordische Wühlmaus ist in Westeuropa selten, sie lebt in sumpfigen Gebieten. Auf Texel kommt die Nordische Wühlmaus dagegen verbreitet vor und lebt auch in trockenen Gebieten. Hier fehlt die Konkurrenz der Feldmaus.

  • Vorkommen von Landsäugetieren auf den niederländischen Watteninseln
      TX VL TS AM Sch
    Westigel x x x x x
    Waldspitzmaus     x    
    Zwergspitzmaus     x x  
    Wasserspitzmaus x        
    Hausspitzmaus         x
    Feldhase x x x x x
    Wildkaninchen x x x x x
    Rötelmaus e   e    
    Erdmaus e     e  
    Sumpfmaus x        
    Feldmaus       x  
    Bisam     e e  
    Zwergmaus e   e e  
    Waldmaus x x x x x
    Hausmaus x x x x x
    Wanderratte x     x x
    Hauskatze x x x x x
    Frettchen e     e  
    Hermelin x   x    
    Reh     e x  
    x = einheimische Art, e= rezent eingeschleppte Art


    Es gibt in dieser Tabelle nur wenige Arten, die auf den Inseln echt heimisch sind. Vermutlich sind nur Igel, Hase und einige Maus- und Spitzmausarten heimisch, aber auch das ist nicht sicher. Alle anderen Arten sind durch den Menschen auf die eine oder andere Art und Weise auf die Insel gelangt. Entweder wurden sie vorsätzlich ausgesetzt (Kaninchen, Hermelin, Reh auf Terschelling) oder unabsichtlich eingeführt (Hausmaus, Ratte, verwilderte Katzen), oder aber durch menschliche Bauten (Dämme etc.) bekamen die Tiere die Möglichkeit auf die Insel zu gelangen (Rehe auf Ameland).
    Durch den Transport von verschiedenen Gütern und Grundstoffen (Stroh, Gartenerde, Weihnachtsbäume, etc.) auf die Insel, in denen kleinere Tiere mittransportiert werden, oder durch vorsätzliche Einfuhr von Einzelpersonen (Frösche in Gartenteiche) werden vermutlich regelmäßig neue Arten auf die Inseln gebracht. Die ursprüngliche Isolation der Inseln ist dadurch aufgehoben. Ab und zu taucht auf den Inseln die Forderung auf, die heimischen Tierarten zu schützen und neue Arten auszurotten. Meist sind diese Forderungen erfolglos.