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Ökologie   Ökosystemdynamik   

Ökosystemdynamik

Ein Ökosystem ist keinen Moment lang dasselbe. Es wird durch benachbarte Ökosysteme und verschiedene Faktoren beeinflußt. Die Reaktion eines Ökosystemes auf diese Veränderlichen nennt man Dynamik. Es gibt vohersagbare Veränderungen, wie die Gezeitendynamik oder die Jahreszeitendynamik und mehr oder weniger zufällige Faktoren, wie z.B. das Wetter. Auch der Mensch kann die Dynamik beeinflussen, z.B. durch erhöhte Anfuhr von Nährstoffen.

  • Gezeitendynamik

    Die Gezeiten bringen viele Veränderungen in ein Ökosystem. Zweimal täglich werden die Wattplaten überflutet und zweimal täglich fallen sie trocken. Die deutlichste Veränderung ist der Wasserstand, aber mit dieser Veränderung verändern sich auch zahlreiche andere Faktoren. Der Sauerstoffgehalt und die Temperatur des Wattbodens verändern sich durch die Gezeiten ständig. Im Sommer kann sich der Boden bei Niedrigwasser stark erwärmen und dann bei Flut wieder abkühlen. Im Winter ist es genau andersherum. Die Gezeiten führen Nährstoffe mit und bieten Seehunden einen befristeten Ruheplatz. Die Strömungen, die unter dem Einfluss der Gezeiten entstehen, verfrachten Bodenteilchen, die Form des Bodens verändert sich dadurch ständig. Die Gezeitenzone ist somit sehr dynamisch. Es gibt nur wenige Organismen, die mit allen diesen Veränderungen umgehen können.

  • Jahreszeitendynamik

    So wie die Gezeiten den täglichen Rhythmus in einem Ökosystem bestimmen, so bestimmen die Jahreszeiten den jährlichen Rhythmus. Die Veränderungen durch das Jahr hindurch sind die Tageslänge und der Sonnenstand am Horizont und damit die Temperatur. Im Herbst stürmt es im allgemeinen häufiger als im Sommer. Auch dies gibt wieder Veränderungen in einem Ökosystem. Das Wachstum des Phytoplanktons wird durch die Jahreszeitendynamik bestimmt. Das Phytoplankton ist für sein Wachstum von drei Dingen abhängig: Licht, Temperatur und Nährstoffe. Im Winter gibt es Nährstoffe im Überfluss. Dennoch wächst aufgrund des Lichtmangels nur sehr wenig Phytoplankton. Im Frühjahr nimmt die Lichtmenge zu. Kieselalgen sind die ersten Algen, die hiervon profitieren. Nach einiger Zeit ist der Vorrat an Kieselsäure aufgebraucht und wachsen die Kieselalgen nicht weiter. Inzwischen ist das Lichtangebot gestiegen und das Meer wärmt sich auf, wovon andere Algen profitieren. Im Herbst, wenn die Lichtmenge abnimmt, sinkt die Phytoplanktonproduktion wieder.

  • Sukzession

    Sukzession wird die zeitlich aufeinander folgende Veränderung der Vegetation genannt. Es kommen immer andere Arten vor, wodurch sich die eine Vegetation langsam in eine andere verwandelt. Die ersten Pflanzenarten, die in einem Gebiet wachsen, werden Pionierarten genannt. Die Pioniergemeinschaften sind durch das Vorkommen von wenig Arten gekennzeichnet. Von diesen Pflanzenarten sind jedoch viele Individuen vorhanden. Diese Pionierpflanzen sind an extreme Lebensbedingungen angepasst.
    Verlandung ist eine Form der Sukzession. Verlandung findet in wasserreichen Gebieten statt, wie Gräben, Teichen und Mooren. Durch die Ablagerung von (unter anderem) Pflanzenresten im Wasser, wird der Boden stellenweise höher. Hierdurch können an diesen Stellen bestimmte andere Pflanzen wachsen, was vordem nicht möglich war. Letztendlich wächst der Graben oder Tümpel auf diese Art zu.