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Verschmutzung   PCBs und BDEs   
Plastikspielzeug mit Farbstoffen und Weichmachern, www.tapierback.com

PCBs und BDEs

PCB ist die Abkürzung für Polychlorbiphenyl, BDE steht für bromierte Diphenylether oder auch modfizierte PCBs. Es sind Sammelbegriffe für große Gruppen von chemisch schwer abbaubaren Stoffen. Sie werden in Kühlsystemen, als Weichmacher in vielen Plastiksachen sowie als Brandhemmer in z.B. Armaturenbrettern, Gardinen und Weihnachtsschmuck eingesetzt. PCBs und BDEs sind sehr schädlich für die Umwelt. Die Produktion und Verarbeitung von PCBs ist darum seit 1985 in den Niederlanden verboten, aber der Stoff ist noch nicht aus der Umwelt verschwunden.
Leckende Geräte auf Mülldeponien stellten in der Vergangenheit wichtige Quellen der PCB-Verschmutzung dar. Auch bei der unkontrollierten Verbrennung von chlorhaltigen Kunststoffen, wie Abwasser- und Elektrizitätsleitungen, wurde viel PCB freigesetzt.

  • PCBs in niederländischen Küstengewässern
    Mittlerer PCB-Gehalt, Ecomare

    Als um 1975 bekannt wurde, dass PCBs sehr schädliche Auswirkungen in der Natur haben, probierte man, die Einleitungen zu reduzieren. Besonders die kontrollierte Verarbeitung PCB-haltiger Abfälle bekam große Aufmerksamkeit. Oben stehende Grafik zeigt jedoch, dass die Verschmutzung mit PCBs besonders hartnäckig ist: Die Mengen von PCBs, die an Stoffteilchen in der Meeresumwelt festsitzen, sinken nicht oder nur in geringem Maße.

  • Quellen von PCBs

    PCBs werden seit etwa 50 Jahren in der Industrie und Technik angewandt. Im Gebrauch unterscheidet man zwei Kategorien: die der offenen und die der geschlossenen Systeme. Der Gebrauch in offenen Systemen ist gemäß PCB-Beschluß vom 12. Mai 1979 in Holland verboten, wie in den anderen Mitgliedstaaten der EU. In einigen ehemaligen Ostblockländern, wie in der Tsjechoslowakei, hat man die Produktion und den Gebrauch noch viel länger fortgesetzt. Beispiele des Gebrauchs in offenen Systemen sind: als Weichmacher in Kunststoffen, in Farbe, Tinte, Lack, Leim und Insektiziden. Beispiele der Verwendung in geschlossenen Systemen: Transformatoren und Kondensatoren.

  • Verhalten in der Umwelt

    Chemische Betriebe tragen PCBs als unerwünschtes Nebenprodukt in Flüsse und andere Oberflächengewässer ein. PCBs lösen sich in Fetten deutlich besser als in Wasser. Der Abbau geschieht sehr langsam, besonders wenn der Chlorgehalt hoch ist.

  • Giftigkeit

    Schlickfresser, wie Watt- und Seeringelwürmer, nehmen einen Teil der PCBs in ihre Körper auf. Wegen ihrer hohen Fettlöslichkeit reichern PCBs sich in der natürlichen Nahrungskette an: Vom Wattwurm über den Plattfisch bis hin zu den Fischfressern nimmt der PCB-Gehalt im Fettgewebe stetig zu. Auf diese Weise können Seehunde derart mit PCBs vergiftet sein, dass tote Exemplare als chemischer Abfall behandelt werden müssen. PCBs wirken praktisch auf alle Tierarten giftig. Die auffallendste Wirkung ist die Abnahme der Fruchtbarkeit von Tieren unter Einfluss von PCBs, indem der Hormonhaushalt gestört wird. PCBs haben nämlich eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Hormon Östrogen.
    PCBs sind in vielen Fischen, Vögeln und Säugetieren nachgewiesen worden. Im Jahre 1980 wurden die niederländischen Aalfischer durch ein Verkaufsverbot betroffen, weil der Aal aus dem Rheinstromgebiet so hoch PCB-belastet war, dass Gefahr für die Volksgesundheit bestand. Aal aus dem Haringvliet und dem Hollands Diep enthielten auch 1995 noch (zu) viel PCBs, allerdings nicht in Konzentrationen, die eine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.
    1998 stellten Forscher fest, dass weibliche Eisbären auf Spitzbergen penisartige Auswüchse tragen und sechs mal soviel PCBs im Blut haben wie ihre kanadischen Vettern. Man ninnt an, dass PCBs eine Einfluss auf den Hormonhaushalt der Eisbären haben.