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Meeresspiegelanstieg

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist der Meeresspiegel weltweit um etwa 15 cm gestiegen. Weil die Durchschnittstemperatur auf der Erde steigt, vergrößert das Seewasser sein Volumen und es schmilzt ein Teil des Landeises, wodurch der Meeresspiegel steigt. Zusätzlich sinken der Norden und Westen der Niederlande langsam ab. Die Ursache ist ein langsames Verkippen der Erdscholle, auf der die Niederlande liegen. Weltweit wird für das 21. Jahrhundert mit einem maximalen Meeresspiegelanstieg um 59 Zentimeter gerechnet. Darüber hinaus werden der Westen und Norden der Niederlande um rund 10 Zentimeter absinken.

  • Ausdehnen und Schmelzen

    Der Meeresspiegel steigt schon länger als nur die letzten 100 Jahre. In der letzten Eiszeit, vor rund 10.000 Jahren, war der größte Teil der Nordsee trocken. Durch die Klimaerwärmung schmolz das Landeis und der Meeresspiegel stieg 120 bis 140 Meter. Zu Beginn verlief dieser Anstieg sehr schnell. Später nahm die Geschwindigkeit ab. Im allgemeinen stieg der Meeresspiegel konstant in den letzten 1000 Jahren. Nur im Späten Mittelalter (kleine Eiszeit) sank der Meeresspiegel. Seit etwa 1850 nimmt die durchschnittliche Temperatur wieder zu, nehmen die Gletscher ab und ist der Meeresspiegel an der niederländischen Küste um rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegen. Er hat erneut den Stand des Frühen Mittelalters erreicht.
    Aus den Aufzeichnungen der vergangenen 150 Jahre geht ein relativ konstanter Anstieg um 20 cm pro Jahrhundert hervor. Durch die Erhöhung des Gehaltes an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre kann die durchschnittliche Temperatur auf der Erde weiter steigen. Das Klimapanel der Vereinten Nationen, der IPCC, erwartet einen Meeresspiegelanstieg um 59 cm im 21. Jahrhundert, der vor allem durch die Ausdehnung des Meerwassers zustande kommt. In den ungünstigsten Szenarien wird mit einem Anstieg von 85 bis 130 cm pro Jahrhundert gerechnet.

  • Die Niederlande kippen
    Schema des Kippvorganges der Erdscholle, Ecomare

    Der Abstand zwischen Meeresspiegel und Meeresboden an der niederländischen Küste wird nicht nur durch den Meeresspiegelanstieg größer, sondern auch durch das Absinken des Meeresbodens. Rijkswaterstaat rechnet mit einer Absenkung des Bodens im niedrigen nordwestlichen Teil der Niederlande bis 2050 zwischen 2 und 60 Zentimeter, der hohe südöstliche Teil wird einige Zentimeter steigen. Die Niederlande kippen somit langsam aber stetig in Richtung Nordsee. Diese natürliche Bodenbewegung ist im vergangenen Jahrhundert gleichmäßig verlaufen.

  • Weltweite Folgen

    Durch den relativ schnellen Anstieg des Meeresspiegels sind einige Inseln im Pazifik gefährdet, aber auch einige niedrig gelegene Länder in den verschiedenen Kontinenten, so z.B. Bangladesh.
    In den Niederlanden müssen die Deiche erhöht werden und möglicherweise halten auch die Randdünen dem Ansturm der Nordseewellen nicht mehr dauerhaft stand.
    Nach Berechnungen von Rijkswaterstaat kosten die Anpassungen bei einem Meeresspiegelanstieg um einen Meter 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro. Die Deltawerke kosteten damals etwa 6,8 Milliarden Euro.

  • Folgen des Meeresspiegelanstieges für das Wattenmeer

    Sandbänke und Wattplaten bilden ein wichtiges Glied im Ökosystem Wattenmeer. Viele Wattvögel suchen hier bei Ebbe nach Nahrung. Längere Überflutung der Wattplaten bedeutet, dass weniger nach Nahrung gesucht werden kann. Zwischen den einzelnen Platen bestehen große Unterschiede im verfügbaren Nahrungsvorrat. Nicht jede Sandplate ist gleich interessant für jeden Vogel. Die Sandplaten mit dem reichsten Bodenleben ziehen die meisten Vögel an. Wachsende Sandplaten enthalten eine größere Biomasse an Bodentieren als erodierende Sandplaten. Der Brutfall der Muscheln überlebt nicht so lange auf erodierenden Sandplaten.

  • Der Sandhunger des Wattenmeeres

    Der Sandhaushalt des Wattenmeeres ist nahezu geschlossen. Wenn in einem Teil des Gezeitenbeckens eine Vertiefung auftritt, wird das Gleichgewicht durch die Zufuhr von Sediment aus einem anderen Teil des Systems hergestellt. Wenn der Meeresspiegel steigt oder das Wattenmeer durch Gas- oder Sandgewinnung vertieft wird, beschleunigt sich die Auffüllung mit Sand, und das Gleichgewicht wird bewahrt. Dieser sogenannte Sandhunger des Wattenmeeres wird vor allem von der Küste von Texel und Nordholland gestillt. Dort verschwindet Sand, der woanders, weiter östlich im Wattenmeer, landet.
    Die bestehenden Salzwiesen an der friesischen und groninger Küste sind derzeit nicht gefährdet. Die heutige Aufschlickung der Festlandssalzwiesen beträgt umgerechnet auf 100 Jahre durchschnittlich 130 bis 180 Zentimeter. Die Salzwiesen an der Südseite der Wattenmeerinseln schlicken 30 bis 80 Zentimeter pro Jahrhundert auf. Wenn der Meeresspiegelanstieg mit mehr Wind und höheren Wellen einher geht, können diese Salzwiesen unter Wasser stehen.
    Wenn durch Erdgasförderung sowie Sand- und Muschelschillförderung der Sandhunger im Wattenmeer zunimmt, bedeutet dies über längere Sicht zusätzliche Erosion an den Inselsockeln. Diese zusätzliche Erosion kommt zusätzlich zum Sandhunger, der durch den Meeresspiegelanstieg verursacht wird.
    Bei einem stärkeren Meeresspiegelanstieg von 60 Zentimetern pro Jahrhundert und dem damit einhergehenden Sandhunger wird die Wattenmeerküste schneller zurück gedrängt, nach Schätzungen um 1 bis 2 Meter extra pro Jahr. Bei einem Meeresspiegelanstieg von 85 Zentimetern pro Jahrhundert sind es 2 bis 3 Meter pro Jahr. Die Notwendigkeit für zusätzliche Sandaufspülungen wird dann sehr stark zunehmen.
    Das RIKZ kommt zu dem Ergebnis, dass das Wattenmeer in der Lage ist, mit einem Meeresspiegelanstieg von 20 bis 60 cm Schritt zu halten. Platen und Salzwiesen werden im allgemeinen nicht dauerhaft unter Wasser stehen. Problematisch wird es bei einem Anstieg von 85 cm oder mehr sowie bei stärker werdenen Winden. Dann können trockenfallende Platen im Wattenmeer langfristig (d.h. nach einigen Jahrhunderten) endgültig verschwinden.

  • Ausdehnen und Schmelzen

    Der Meeresspiegel steigt schon länger als nur die letzten 100 Jahre. In der letzten Eiszeit, vor rund 10.000 Jahren, war der größte Teil der Nordsee trocken. Durch die Klimaerwärmung schmolz das Landeis und der Meeresspiegel stieg 120 bis 140 Meter. Zu Beginn verlief dieser Anstieg sehr schnell. Später nahm die Geschwindigkeit ab. Im allgemeinen stieg der Meeresspiegel konstant in den letzten 1000 Jahren. Nur im Späten Mittelalter (kleine Eiszeit) sank der Meeresspiegel. Seit etwa 1850 nimmt die durchschnittliche Temperatur wieder zu, nehmen die Gletscher ab und ist der Meeresspiegel an der niederländischen Küste um rund 20 bis 30 Zentimeter gestiegen. Er hat erneut den Stand des Frühen Mittelalters erreicht.
    Aus den Aufzeichnungen der vergangenen 150 Jahre geht ein relativ konstanter Anstieg um 20 cm pro Jahrhundert hervor. Durch die Erhöhung des Gehaltes an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre kann die durchschnittliche Temperatur auf der Erde weiter steigen. Das Klimapanel der Vereinten Nationen, der IPCC, erwartet einen Meeresspiegelanstieg um 59 cm im 21. Jahrhundert, der vor allem durch die Ausdehnung des Meerwassers zustande kommt. In den ungünstigsten Szenarien wird mit einem Anstieg von 85 bis 130 cm pro Jahrhundert gerechnet.

  • Die Niederlande kippen

    Der Abstand zwischen Meeresspiegel und Meeresboden an der niederländischen Küste wird nicht nur durch den Meeresspiegelanstieg größer, sondern auch durch das Absinken des Meeresbodens. Rijkswaterstaat rechnet mit einer Absenkung des Bodens im niedrigen nordwestlichen Teil der Niederlande bis 2050 zwischen 2 und 60 Zentimeter, der hohe südöstliche Teil wird einige Zentimeter steigen. Die Niederlande kippen somit langsam aber stetig in Richtung Nordsee. Diese natürliche Bodenbewegung ist im vergangenen Jahrhundert gleichmäßig verlaufen.

  • Weltweite Folgen

    Durch den relativ schnellen Anstieg des Meeresspiegels sind einige Inseln im Pazifik gefährdet, aber auch einige niedrig gelegene Länder in den verschiedenen Kontinenten, so z.B. Bangladesh.
    In den Niederlanden müssen die Deiche erhöht werden und möglicherweise halten auch die Randdünen dem Ansturm der Nordseewellen nicht mehr dauerhaft stand.
    Nach Berechnungen von Rijkswaterstaat kosten die Anpassungen bei einem Meeresspiegelanstieg um einen Meter 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro. Die Deltawerke kosteten damals etwa 6,8 Milliarden Euro.

  • Folgen des Meeresspiegelanstieges für das Wattenmeer

    Sandbänke und Wattplaten bilden ein wichtiges Glied im Ökosystem Wattenmeer. Viele Wattvögel suchen hier bei Ebbe nach Nahrung. Längere Überflutung der Wattplaten bedeutet, dass weniger nach Nahrung gesucht werden kann. Zwischen den einzelnen Platen bestehen große Unterschiede im verfügbaren Nahrungsvorrat. Nicht jede Sandplate ist gleich interessant für jeden Vogel. Die Sandplaten mit dem reichsten Bodenleben ziehen die meisten Vögel an. Wachsende Sandplaten enthalten eine größere Biomasse an Bodentieren als erodierende Sandplaten. Der Brutfall der Muscheln überlebt nicht so lange auf erodierenden Sandplaten.

  • Der Sandhunger des Wattenmeeres

    Der Sandhaushalt des Wattenmeeres ist nahezu geschlossen. Wenn in einem Teil des Gezeitenbeckens eine Vertiefung auftritt, wird das Gleichgewicht durch die Zufuhr von Sediment aus einem anderen Teil des Systems hergestellt. Wenn der Meeresspiegel steigt oder das Wattenmeer durch Gas- oder Sandgewinnung vertieft wird, beschleunigt sich die Auffüllung mit Sand, und das Gleichgewicht wird bewahrt. Dieser sogenannte Sandhunger des Wattenmeeres wird vor allem von der Küste von Texel und Nordholland gestillt. Dort verschwindet Sand, der woanders, weiter östlich im Wattenmeer, landet.
    Die bestehenden Salzwiesen an der friesischen und groninger Küste sind derzeit nicht gefährdet. Die heutige Aufschlickung der Festlandssalzwiesen beträgt umgerechnet auf 100 Jahre durchschnittlich 130 bis 180 Zentimeter. Die Salzwiesen an der Südseite der Wattenmeerinseln schlicken 30 bis 80 Zentimeter pro Jahrhundert auf. Wenn der Meeresspiegelanstieg mit mehr Wind und höheren Wellen einher geht, können diese Salzwiesen unter Wasser stehen.
    Wenn durch Erdgasförderung sowie Sand- und Muschelschillförderung der Sandhunger im Wattenmeer zunimmt, bedeutet dies über längere Sicht zusätzliche Erosion an den Inselsockeln. Diese zusätzliche Erosion kommt zusätzlich zum Sandhunger, der durch den Meeresspiegelanstieg verursacht wird.
    Bei einem stärkeren Meeresspiegelanstieg von 60 Zentimetern pro Jahrhundert und dem damit einhergehenden Sandhunger wird die Wattenmeerküste schneller zurück gedrängt, nach Schätzungen um 1 bis 2 Meter extra pro Jahr. Bei einem Meeresspiegelanstieg von 85 Zentimetern pro Jahrhundert sind es 2 bis 3 Meter pro Jahr. Die Notwendigkeit für zusätzliche Sandaufspülungen wird dann sehr stark zunehmen.
    Das RIKZ kommt zu dem Ergebnis, dass das Wattenmeer in der Lage ist, mit einem Meeresspiegelanstieg von 20 bis 60 cm Schritt zu halten. Platen und Salzwiesen werden im allgemeinen nicht dauerhaft unter Wasser stehen. Problematisch wird es bei einem Anstieg von 85 cm oder mehr sowie bei stärker werdenen Winden. Dann können trockenfallende Platen im Wattenmeer langfristig (d.h. nach einigen Jahrhunderten) endgültig verschwinden.