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Forschung in der Nordsee

In den Anfangsjahren war die Nordseeforschung vor allem eine nationale Küstenforschung. Die Möglichkeiten für ozeanographische und biologische Felduntersuchungen waren sehr beschränkt. Kescher, Stechrohr und Fischmarktbesuche schafften das Untersuchungsmaterial herbei. Heute ist die Nordseeforschung überwiegend hochtechnisiert. "Multidiziplinär" und "International" sind die Zauberwörter, um an die limitierten Forschungsgelder zu gelangen.

  • Forschungseinrichtungen rund um die Nordsee

    Die Nordsee kann getrost als Wiege zahlreicher grundlegender Methoden der Meeresforschung gelten. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden rund um die Nordsee Feldstationen: die Zoologische Station in Den Helder (1876), die Meeresstation Kristineberg am Skagerak (1877), das Marine Laboratorium in Plymouth (1888) und der Vorläufer der Biologischen Anstalt Helgoland (1892). Die Forscher wollten weg von ihren Formalinproben und direkt mit lebenden Organismen in ihrer natürlichen Umwelt arbeiten.
    Aus den bescheidenen Anfängen entwickelten sich große Forschungsinstitute wie z.B. das NIOZ (Nederlands Institut voor Onderzoek der Zee) auf Texel, wo sowohl auf der Nordsee und im Wattenmeer als auch auf den Ozeanen geforscht wird. Das NIOO-CEMO (Nederlands Institut voor ecologie, center voor estuarine en kustecologie) in Yerserke an der Oosterschelde hat sich vornehmlich auf die Ökologie der Flussmündungen und Küsten konzentriert. Die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität und das Monitoring von Plankton und Benthos sind Aufgaben des RIKZ in Den Haag. Meeresvögel und -säuger der Nordsee werden am NIOZ und IMARES auf Texel erforscht, während die Aufnahme des Fischbestandes dem DLN-RIVO in IJmuiden unterliegt.
    Auch international legen die Institute bestimmte Schwerpunkte. Die Station der MBA (Marine Biological Association) in Plymouth widmet sich seit mehr als 70 Jahren der Erforschung des Ärmelkanals und des Nordseeplanktons. Das deutsche TerraMare, Forschungszentrum am Jadebusen, hat sich ganz der Wattenmeerforschung verschrieben. Dieses Zentrum bietet seine Infrastruktur (Labormöglichkeiten, Schiffszeit) allen Forschungsinteressierten an, es liefert sozusagen nur die Hardware, während die Gastwissenschaftler für den Inhalt sorgen. Das Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit den traditionsreichen Zweigstellen auf Helgoland und Sylt arbeitet eng mit dem niederländischen NIOZ zusammen.