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  • Nie: Cyanobacterie, blauwwier, blauwalg
  • Lat: Microcystis aeruginosa, Aphanizomenon, Oscillatoria, Coelosphaerium
  • Eng: Cyano bacteria, blue-green algae
  • Deu: Blaualge, Cyanobakterie
Cyanobakterien (Blaualgen), Koninklijk NIOZ, www.nioz.nl

Blaualgen oder Cyanobakterien

Blaualgen sind eigentlich keine Algen sondern Bakterien. Sie gehören zu den ältesten Lebensformen auf der Erde. Von dieser Gruppe wurden fossile Exemplare gefunden, die rund drei Milliarden Jahre alt sind. Im Plankton der Meere spielen sie eine kleinere Rolle als andere Algen, doch machen sie durch gelegentliche Massenvermehrung auf sich aufmerksam. Im Gegensatz zu den Algen haben Blaualgen und Bakterien keine Zellkerne und pflanzen sich mittels Teilung fort. Als Bewohner des Wattbodens und der Meere bis in 500 m Tiefe sind die Blaualgen Alleskönner. Sie können mit Hilfe ihrer blauroten bis gelben Farbstoffe die Sonnenenergie nutzen, aber auch im sauerstoffarmen Milieu tiefer im Boden sogenannte Chemosynthese betreiben, ähnlich wie andere Bakterien. Das heißt, sie können durch den Umbau chemischer Verbindungen Energie gewinnen, ohne dass sie dafür Sauerstoff verwenden müssen. Eine wichtige Funktion der Blaualgen im Ökosystem ist ist ihre Fähigkeit um Stickstoff zu binden, weshalb sie auch nicht auf eine Nährstoffzufuhr angewiesen sind wie die echten Algen.

  • Blaualgenblüte in Binnengewässern

    Durch Eutrophierung der Oberflächengewässer pflanzen Blaualgen sich sehr schnell fort und können dicke treibende Algenteppiche bilden. Dann sieht es aus, als ob blaugrüne Farbe in das Wasser gekippt wurde.
    Cyanobakterien scheiden giftige Stoffe aus, die in höherer Konzentration für Mensch und Tier schädlich sein können. Sie werden von Algenweidern und -filterern gefressen, wie z.B. von Ruderfusskrebsen, Wasserflöhen und Zebramuscheln. Die Giftstoffe gelangen in das Gewebe der Tiere und sammeln sich dort an. Das geschieht vor allem während der Algenblüten. Tiere, die höher in der Nahrungskette stehen, wie Fische und Wasservögel, können so große Mengen des Giftes ansammeln (Bioakkumulation). Das Massensterben der Kaulbarsche im IJsselmeer im warmen Sommer von 1995 schreibt man einer indirekten Vergiftung durch Blaualgen zu.
    Die Giftstoffe der Vyanobakterien können beim Menschen zu Unwohlsein, Erbrechen, Magenkrämpfen, Hautirritationen und Ohrenschmerzen führen. Vor allem Kinder, alte und abwehrgeschwächte Menschen können Probleme bekommen.
    Im Winter klumpen die Blaualgen zusammen und sinken zu Boden. Dort halten sie eine Art "Winterschlaf". Dies bietet die Möglichkeit, die Blaualgen zu "ernten" (Abbaggern des Bodens).