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Search in the Encyclopedia
  • Nie: Zandspiering
  • Lat: Ammodytes marinus
  • Eng: Lesser sandeel
  • Deu: Kleiner Sandaal
  • Fr: Lançon
  • Dän: Kysttobis (sandgrævling)
Kleiner Sandaal, NIOZ, www.nioz.nl

Kleiner Sandaal

Der Kleine Sandaal ist eine bis zu 25 cm lange, kurzlebige Fischart, die in großen Schwärmen in der Nordsee lebt. Sie ernähren sich von Plankton und sind ihrereseits eine wichtige Beute für größere Raubfische (z.B. für Dornhai, Kabeljau und Schellfisch), Seevögel und kleinere Meeressäuger wie Schweinswale und Weißschnauzendelphine. Bei Gefahr graben sich die Sandaale schnell in den Sandboden ein, was sie sogar im nassen Sand am Strand können.

  • Leckerer Happen

    Sandaale sind für viele Fischarten wie z.B. Makrele, Köhler, Wittling, Schellfisch und Kabeljau äußerst wichtige Nahrungsfische: Zusammen fressen die genannten Fische etwa 1,3 Millionen Tonnen von den insgesamt 1,8 Millionen Tonnen Sandaal pro Jahr auf.

  • Fischmehl

    Die dänische Fischmehlindustrie verarbeitet zum großen Teil den Sandaal. Das Fischmehl wird unter anderem in Lachszuchten verfüttert. Bis 1998 war die Fischerei auf den Sandaal nicht reglementiert, heute gibt es auch für den Sandaal eine Fangquote.

  • Seevogelkolonien

    Nach 1982 nahm die Zahl der Kleinen Sandaale im Gebiet rund um die Shetland-Inseln stark ab. Im Bereich dieser Inselgruppe wurde viel gefischt: zwischen 1974 und 1982 stieg die jährliche Fangmenge des Kleinen Sandaales von 8.000 auf 52.000 Tonnen. Seit 1983 hatten sowohl die Küstenseeschwalben als auch die Schmarotzerraubmöwen, Dreizehenmöwen, Papageitaucher und Eissturmvögel schlechtere Brutergebnisse als Folge des Nahrungsmangels. 1988 und 1989 gab es in den Kolonien der Schmarotzerraubmöwen, der Skuas, der Dreizehenmöwen und der Eissturmvögel fast überhaupt keinen Nachwuchs mehr. Die Zahl der Küstenseeschwalben hatte sich inzwischen um 70% verringert.
    1991 hat man die lokale Fischerei auf den Sandaal rund um Schottland gestoppt. Bei der Wiedereröffnung 1995 verkündete die schottische Regierung, dass der Bestand des Sandaales genau beobachtet werden muss. Es gibt einen Total Allowable Catch von 3000 Tonnen pro Jahr, eine maximale Anzahl von Schiffen, die auf Sandaale fischen dürfen und eine jährlicher Stopp der Fischerei am Ende des Junis. Diese Regeln gelten nicht für den große industriellen Fang auf der Nordsee. 2004 überlebten noch immer sehr wenig Jungvögel in den Seevogel-Kolonien der englischen und schottischen Küsten. Ein Mangel an Sandaalen ist dafür die Ursache.

  • Verbreitung des Kleinen Sandaales