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  • Nie: Schol (bunscholleke, kantschol, keu, kraat, plaat, pladijs, ronde schol, spreischol)
  • Lat: Pleuronectes platessa
  • Eng: Plaice
  • Deu: Scholle (Goldbutt)
  • Dän: Rüdspætte
  • Fra: Plie (Carrelet)
Scholle, foto fitis, sytske dijksen

Scholle

Die Scholle ist von den anderen Plattfischen durch die orangen Punkte auf der Augenseite des Tieres zu unterscheiden. Sie lebt am Meeresboden, wo sie vor allem Weichtiere und Würmer frisst. Die Scholle laicht in der südlichen Nordsee. Die gerade geschlüpften Schollen geraten, getragen von der Strömung, in die Gezeitenregion, wo sie das große Nahrungsangebot nutzen und aufwachsen. Eine ausgewachsene Scholle kann bis zu 80 cm lang werden. Die Scholle bildet zusammen mit der Seezunge die wichtigste Einkommensquelle für die niederländische Berufsfischerei.

  • Entwicklung des Schollenbestandes
    Schollen in der Nordsee., Ecomare
  • Schollenfischerei
    Scholle, ecomare, sytske dijksen

    Schollen lassen sich auf viele Arten fangen. Die meisten Schollen in der Nordsee werden mit Baumkurren und Weckerketten gefangen. Twinrigging, Elektrokurren und Sumwing sind Fischereimethoden, die viel weniger Energie benötigen und ebenfalls gute Fangergebnisse liefern können. Die dänische Küstenflotte fängt Schollen mit der Ringwadentechnik. Schollen sind traditionell eine Spezialität der großen Kutterflotte aus Urk. Der Großteil des Fanges wird als tiefgefrorenes Filet exportiert.
    Seit dem 1. Januar 2008 gibt es von der EU einen mehrjährigen Managementplan für die Nordseescholle (und Seezunge). Dieser Plan bestimmt unter anderem, dass der Fischereidruck auf die Scholle jedes Jahr um 10% verringert werden muss, bis der Schollenbestand wieder über die sichere Grenze angewachsen ist.
    Lange Zeit wurde diskutiert, ob Schollen auch in der Zeit gefangen werden sollen, in der die Weibchen Eier tragen. Diese Periode dauert etwa von Januar bis März. Diese eiertragenden Schollen sehen weniger appetitlich aus als normal, der größte Vorteil ist aber natürlich, dass die Weibchen für mehr Nachkommen sorgen können, wenn sie die Möglichkeit haben, die Eier abzulegen. Die Diskussion wurde beigelegt, als 2007 zwei große Supermarktketten in den Niederlanden beschlossen, um in der entsprechenden Zeit keine frischen Schollen mehr anzubieten. Der Kuttersektor beschloss daraufhin, den Schollenfang in den ersten drei Monaten des Jahres stark einzuschränken.

  • Schutz der Kinderstube
    Scholle, Ecomare

    Um die jungen und untermaßigen Schollen besser schützen zu können, wurde 1989 die Schollenbox eingerichtet. Dieses Gebiet mit einer Größe von ca. 40.000 Quadratkilometern liegt nördlich der niederländischen und ostfriesischen und westlich der nordfriesischen und dänischen Wattenmeerinseln. Es ist das ganze Jahr für Baumkurrenkutter mit mehr als 300 PS Vermögen verboten.

  • Scholle früher erwachsen durch Fischerei

    In den 1950ern wurden die weiblichen Schollen bei einer Länge von 27 bis 41 Zentimetern, im Alter von 3 bis 7 Jahren, geschlechtsreif. Da durch die Fischerei die großen Schollen weggefischt werden, haben die Schollen, die sich schon bei einer kleineren Länge fortpflanzen, eine größere Chance, Nachwuchs zu bekommen. Durch den Selektionsdruck der Fischerei sind die weiblichen Schollen heute früher erwachsen, bei einer Länge von 25 bis 37 Zentimetern. Norwegische Studien zeigen, dass dies auch beim Kabeljau vor der kanadischen Küste der Fall ist: die Weibchen werden früher geschlechtsreif und bleiben kleiner.