Da immer mehr Kegelrobben im Wattenmeer leben, werden auch mehr Jungtiere geboren. In manchen Jahren mit extremen Hochwassern und Stürmen spülen viele junge Kegelrobben von den flachen Sandplaten, auf denen sie groß gezogen werden. Die Jungen verlieren dann ihre Mutter, wodurch sie letztendlich in den Aufzuchtstationen landen. Im Winter 2006/07 zum Beispiel konnte die Seehundcrèche Lenie 't Hart in Pieterburen den Zustrom von Kegelrobben nicht mehr verarbeiten. Dadurch mussten allerlei Notmaßnahmen getroffen werden und es war extra viel Geld nötig.
Ecomare hatte darum einen Plan, um den Robben zu helfen. Die höher gelegenen und somit sturmsicheren Küsten im Wattenmeergebiet werden allesamt zu häufig von Menschen besucht. Das mögen die Kegelrobben nicht. Für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen Kegelrobben die verlassenen, aber dafür niedriger gelegenen Sandplaten. Mit einfachen Maßnahmen, wie das Aufstellen von Schilfschirmen, können einige Sandplaten zu wirkungsvollen Fluchthügeln für Kegelrobben erhöht werden.
Der erste natürliche Fluchthügel wurde von den Kegelrobben bereits selber gefunden und genutzt. Auf der Insel Griend werden seit dem Winter 2007/08 Kegelrobben geboren. Die Insel war vorher schwierig für sie zu erreichen. Aber seit kurzen verläuft ein Wattpriel zur Insel. Dadurch können die Robben, bei Hochwasser, zur Insel schwimmen. Auf Griend dürfen keine Menschen kommen, es ist also der ideale trockene und ruhige Fluchthügel für Kegelrobben.