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Walross

Maße:

Männchen: maximal 3,60 Meter
Weibchen: maximal 3 Meter

Gewicht:

Männchen: maximal 1900 Kilogramm
Weibchen: maximal 1200 kilogramm

Farbe:

grau bis hellbraun, oft mit fleischfarbenen Narben, Flecken oder Knoten

Alter:

maximal 40 Jahre

Nahrung:

vor allem Schalentiere, aber auch Würmer, Schnecken, Tintenfische und Bodenfische

Fortbewegung:

schwimmen und an Land eine schiebende Bewegung

Feinde:

Menschen (Jagd) und Eisbären

Fortpflanzung:

geschlechtlich
Geschlechtsreife: ab 4-7 Jahre
Anzahl: alle zwei Jahre ein Junges

  • Nie: walrus
  • Eng: walrus
  • Fra: morse
  • Deu: Walross
  • Lat: Odobenus rosmarus
  • Dän: Hvalros
  • Nor: Hvalros
Walross im Wattenmeer (De Cocksdorp 1976), Ecomare Gerrit de Haan / Peter Smit

Walross

Die Stoßzähne eines Walrosses sind nicht zu übersehen. Bei den Männchen können sie bis zu einem Meter lang werden. Auch Weibchen haben Stoßzähne, aber die werden nicht so groß. Die langen Zähne sehen vielleicht etwas unpraktisch aus, aber das Walross kann sie gut gebrauchen. Sie nutzen sie als Eispickel, um sich auf die glatten Eisschollen zu heben. Oder als Spitzhacke, um Schalentiere vom Boden los zu hacken. Aber auch als Waffe beim Kampf mit Rivalen oder als Schmuck, um Weibchen zu verführen, sind sie gut.

Auf Texel


1982 kam ein lebendes Walross zu Besuch nach Texel, bei 't Horntje. Damals wurde probiert, das Tier zu fangen, aber ohne Erfolg. Rund um Texel wurden einige Walrossknochen gefunden. Vielleicht wurden sie von Walfängern aus dem hohen Norden mitgebracht. In der Nordsee bei Texel wurden ebenfalls Walrossknochen aus der letzten Eiszeit gefunden.

  • Walrosse in den Niederlanden

    Wir kennen Walrösser vor allem aus den hohen Norden, aber ab und zu schwimmt einer eine Runde durch die Nordsee. Bereits 1578 beschreibt der Scheveninger Adriaen Coenen im "Vischboeck" die Strandung von einem 'Seepferd' mit zwei langen, nach vorne stehenden Zähnen. Albrecht Dürer zeichnete im selben Jahrhundert bei seinem Besuch an der niederländischen Küste einen Walrosskopf. Er schrieb dazu, dass das Tier im niederländischen Meer gefangen wurde.
    Das erste Mal, dass der Name 'Walross' verwendet wurde, war 1761. Houtuyn schrieb damals, dass einige Jahre zuvor ein junges Walross in der Zuiderzee gefangen worden war.
    Die erste Meldung von einem Walross im 20. Jahrhundert stammt von 1926. Dieses Walross wanderte von den Shetlandinseln über die norwegische Küste nach Den Helder und von dort wieder nach Norden. Es wurde am 27. Januar 1927 in Schweden erschossen.
    Im November 1977 wurde ein zweites Walross gesehen, dieses Mal auf Texel. Dieses Walross schwamm danach weiter nach Zeeland (Colijnsplaat  an der Oosterschelde) und Belgien und wurde schließlich wieder auf Texel gesehen. 1979 haben einige Menschen ein schwimmendes Walross im Marsdiep gesehen. Da dieser Vorfall nicht gut genug dokumentiert wurde, ist nur wenig darüber bekannt.
    Das nächste Walross meldete sich 1981 auf den Stränden von Terschelling und Ameland. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Seehundcrèche Pieterburen und einem etwas längeren Aufenthalt im Becken das damaligen RIN (heute IMARES) auf Texel wurde das Walross bei Helgoland wieder ausgesetzt. Da dieses Walross beim Aussetzen mit einem Farbfleck markiert wurden, konnte später festgestellt werden, dass es weiter geschwommen war nach Hörnum (Schleswig-Holstein), Esbjerg und Skagen (Dänemark).
    1982 sah die Familie Cadée bei ‘t Horntje auf Texel wieder ein Walross. Drei Tage später tauchte dieses Walross bei Den Helder auf und sein Foto erschien landesweit in der Presse.
    Das letzte umher irrende Walross strandete am 21. Januar 1998 am Strand von Ameland. Auch hier handelte es sich um ein kerngesundes Walross, mindestens zwei Meter lang, etwa 600 Kilogramm schwer und schätzungsweise 6 Jahre alt. In den Abendnachrichten und in der Presse wurde landesweit darüber berichtet. Am 22. Januar schwamm es wieder in der Nordsee, in Richtung Juist (Niedersachsen), wo es am 23. Januar kurz an den Strand kroch. Eine Woche später ließ ein Walross sich bei Hörnum (Schleswig-Holstein) sehen und noch eine Woche später an der schwedischen Küste des Kattegats; vermutlich war es dasselbe Walross. Die Wanderung ging weiter nach Oslo und zum norwegischen Küstenort Svelvik, wo es Anfang März ankam.

    DatumOrt und Besonderheiten
    1926 Den Helder
    1977 Texel-Colijnsplaat-belgische Küste-Texel
    1979 Marsdiep (undeutliche Meldung)
    1981 Terschelling/Ameland
    1982 Texel
    1998 Ameland
    aus verschiedenen Quellen, u.a.: van Bree, 1996 und Berichte Zeehondencrèche Pieterburen
  • Walrossknochen am Strand
    Schienbeinknochen von einem Walross, Ecomare

    Bei jeder Sandaufspülung werden auch Knochen mit auf den Strand gespült. Bei der Sandaufspülung von 1990 am Strand von Texel wurden einige Knochen eines Meeressäugers gefunden, die zu Ecomare gebracht wurden. Hier wurde festgestellt, dass diese Knochen von einem Walross stammen. Das genaue Alter der Knochen ist noch unbekannt. Vielleicht geht es um ein Walross, das vor mehr als 2000 Jahren hier gelebt hat. Doch es könnte auch sein, dass das Walross viel jünger ist. In diesem Fall wäre eine mögliche Erklärung, dass holländische Walrossjäger im 17. oder 18. Jahrhundert die Knochen vor der Küste der Watteninseln über Bord geworfen haben.

  • Verbreitung und Lebensraum
    Walrösser, foto fitis, adriaan dijksen

    Walrösser kommen fast im ganzen Nordpolgebiet vor. Sie leben im Meer östlich von Kanada und Grönland bis in den Norden von Europa sowie westlich von Alaska. Je nach Jahreszeit leben sie auf dem Packeis oder auf den Stränden und Felsenküsten an Land. Gegenwärtig leben noch rund 250.000 Walrösser rund um den Nordpol. Wahrscheinlich lebten die Walrösser vor 2000 Jahren auch in der südlichen Nordsee, aber sie wurden in der Folgezeit von den Menschen in nördlichere Gebiete vertrieben. Nur ab und zu verirrt sich ein Tier in die südliche Nordsee.