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Delphine und Schweinswale

Man kann es fast nicht glauben, aber es schwimmen Hunderttausende Schweinswale und Tausende Delphine in der südlichen Nordsee. Früher kam der Tümmler auch häufig vor, aber jetzt sieht man den Weißschnauzendelphin häufiger. Ab und zu werden Gemeine Delphine oder Weißseitendelphine gesehen oder gefangen. Noch seltener sind Rundkopfdelphine, Blauweiße Delphine, Schwertwale und Grindwale. Eine besondere Gruppe stellen die Schnabelwale dar, zu denen der Faßkopf gehört.  Dies sind Tiere der Ozeane, die ab und zu in der Nordsee auftauchen. 

Auf Texel


Bei Ecomare sind Knochen und Modelle von den meisten der in der Nordsee vorkommenden Delphinarten zu finden. An den Strand von Texel spülen manchmal auch Schweinswale und Delphine an. Meistens sind es Schweinswale, aber ab und zu werden auch andere Delphinarten gesehen oder tot gefunden, wie der Weißschnauzendelphin, der Tümmler oder der Gemeine Delphin.

  • Nicht sehen, sondern hören
    Große Tümmler, Jeroen Reneerkens

    Zum Aufspüren ihrer Nahrung benutzen Delphine statt ihrer Augen ihre Ohren. Die Tiere können vom Kopf aus hohe Pieptöne aussenden, die z.B. von einen Fisch zurückgeworfen werden. Der Widerhall wird im Unterkiefer aufgefangen. Mit dieser Echoortung kann ein Delphin die Größe des Fisches sowie die Schwimmrichtung und -geschwindigkeit bestimmen. Der Delphin kann die Stärke des Signales selber regeln. In einem lauten Meer müssen die Signale viel lauter sein, als in einem ruhigen Meeresgebiet. Delphine leben also in einer Geräuschewelt, was sie besonders empfindlich gegenüber übermäßigem Lärm unter der Wasseroberfläche macht, wie zum Beispiel der Lärm von Schiffsmotoren.
    Delphine und Tümmler können sich an ihren individuellen 'Pfiffen' erkennen. Artgenossen erkennen das Geräusch und nutzen es um sich zuzurufen.

  • Bedrohungen

    Die Delphine sind in ihrer Anzahl zwischen 1940 und 1965 stark zurück gegangen. Da sie die Spitze der Nahrungspyramide stellen, sind sie sehr empfindlich für die Akkumulation giftiger Stoffe. Auch der Fischbestand, die Nahrung der Delphine, hat in dieser Zeit abgenommen. Zudem ist der Lärm unter Wasser durch die zunehmende Schifffahrt stärker geworden. Delphine orientieren sich mit Hilfe der Echoortung und werden durch diese 'Nebengeräusche' gestört. Auch Fischernetze können für Schweinswale und Delphine gefährlich sein. Wenn sie sich darin verheddern, können sie nicht mehr zum atmen an die Wasseroberfläche kommen und ersticken. Um Beifänge von Schweinswalen und Delphinen in Fischernetzen zu verhindern, werden Pinger an die Netze befestigt. Diese machen unter Wasser ein Ping-Geräusch, das die Delphine vor der Gefahr warnen soll.

  • Schutz
    Delphine, Marijke de Boer

    1991 unterzeichneten einige Länder die ASCOBANS-Erklärung, das steht für 'Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas'. Die Länder verpflichten sich, die Lebensräume der kleinen Walartigen zu schützen, wissenschaftliche Daten zu sammeln, Verschmutzungen zu verringern und Informationen zu verbreiten.
    Wenn Delphine und Schweinswale an Land spülen, ist eine Rettung schwierig. Die Stiftung SOS Dolfijn, die sich im Delphinarium in Harderweijk befindet, versucht dennoch, so viele wie möglich zu retten. Verschiedene Einrichtungen an der Küste, darunter auch Ecomare, haben die Ausstattung für die Erstversorgung, danach werden die Tiere nach Harderwijk transportiert. Gelingt es, sie dort wieder gesund zu bekommen, werden die Tiere wieder in das Meer zurück gebracht.

  • Schlafen und Atmen

    Delphine können nicht unbewusst atmen, wie z.B. Menschen. Sie müssen ständig an ihren Sauerstoffhaushalt denken, da sie sonst sterben. Schlafen wie die Menschen würde dann auch unweigerlich zum Tod führen. Delphine schlafen darum auf eine andere Art. Sie können die eine Hirnhälfte schlafen lassen, während die andere einige Funktionen übernimmt. So können sie doch eine Weile sicher schlafen.
    Ein verletzter Delphin wird häufig von seinen Artgenossen unterstützt. Sie halten ihn an der Wasseroberfläche und transportieren ihn an einen sicheren Ort. Dass Delphine dies auch mit ertrunkenen Menschen machen, gehört eher in das Reich der Fabeln.