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Baßtölpel

Maße:

87-100 Zentimeter, Spannweite 165-180 Zentimeter

Farbe:

Erwachsene: weiß mit schwarzen Flügelspitzen, Kopf orange-gelb, Augen und Schnabel hellblau, umgeben von schwarzen Strichen
Jungtiere: schwarz mit weißen Punkten

Nahrung:

Fisch

Feinde:

(treibende) Fischnetze und anderer Treibmüll, Ölteppiche

Fortpflanzung

ab 5 Jahre, 1 Ei pro Jahr, auführliches Balzritual

Fortpflanzung

ab 5 Jahre, 1 Ei pro Jahr, ausgedehnte Balzrituale

Habitat:

Sommer: offenes Meer, Brutkolonien an Felsenküsten
Winter: offenes Meer, von der südlichen Nordsee bis nach Westafrika

 

  • Nie: Jan van Gent (Bassaanse gans, bassaangans)
  • Eng: Gannet
  • Fra: Fou de Bassan
  • Deu: Basstölpel
  • Dän: Sule
  • Nor: Havsule
  • Fries: Gint
  • Ital: Sula
  • Lat: Sula bassana
Basstölpel, Ecomare

Baßtölpel

Basstölpel sind die größten Vögel in der Nordsee. Wenn sie ihre Flügel ausbreiten, sind sie knapp 2 Meter breit. Sie schwimmen und fliegen fast ihr gesamtes Leben auf und über dem Meer, nur zur Brutzeit kommen sie an Land. Zum Aufsteigen braucht der Basstölpel einen guten Wind unter den Flügeln. An Land würde das einen langen Anlauf bedeuten, aber dafür laufen diese Vögel zu schwerfällig. Darum brüten Basstölpel an Steilküsten, wo der kräftige Seewind durch die Felswand nach oben gedrückt wird. Dann brauchen sie ihre Flügel nur auszubreiten, um vom Wind nach oben getragen zu werden.

  • Koloniebrüter
    Basstölpel-Kolonie, Marijke de Boer

    Basstölpel brüten in Kolonien. Die Basstölpel-Kolonie auf dem Bass Rock in Schottland ist schon seit Jahrhunderten bekannt: Diesem Fels hat der Vogel seinen wissenschaftlichen Namen (Bassana), seinen alten niederländischen Namen (Bassaanse gans) sowie seinen deutschen Namen zu verdanken. Ihr erstes Ei legt das Weibchen erst im fünften Lebensjahr. Die Eltern halten das Ei abwechselnd warm. Während der Brutzeit sind die Schwimmhäute besonders gut durchblutet, so dass das Ei durch die warmen Füße warm gehalten wird. Dieser Aufwand wird nicht umsonst betrieben, denn die Basstölpel legen nur ein Ei pro Jahr. Das Küken wird rund 3 Monate versorgt. Einmal flügge, gehen sie zuerst mit einem grau-braunen Federkleid mit kleinen weißen Flecken durch das Leben. Erst nach 5 Jahren bekommt ein junger Basstölpel das designartige Federkleid eines Altvogels.

  • Verbreitung und Habitat
    Verbreitung Baßtölpel, Ecomare

    Im Herbst kommen ungefähr 20.000 Basstölpel im niederländischen Teil der Nordsee vor. Das sind 2% der gesamten Population.

  • Torpedo-Tauchen
    Baßtölpel, Marijke de Boer

    Basstölpel suchen aus der Luft ihre Beute im Wasser und fangen den gesichteten Fisch mit einem sogenannten Stoßtauchgang: aus bis zu 30 m Höhe tauchen sie senkrecht ins Meer. Dabei falten sie ihre Flügel nach hinten und ihren Schnabel strecken sie gerade nach unten. So stürzen sie sich mit bis zu 100 km/h ins Wasser. Der starke Aufprall wird von einem versteiften Schädel und Luftpolster unter der Haut, eine Art Airbag, aufgefangen. Einmal unter Wasser, geht die Jagd weiter. Die ersten 4 Meter knallt das lebende Projektil noch durch das Wasser, aber danach schwimmt der Vogel unter Wasser hinter dem aufgeschreckten Fisch her.

     

  • Gefahren auf dem Meer
    Baßtölpel, Marijke de Boer

    Basstölpel werden von der Langleinenfischerei bedroht. Bei dieser Fischereitechnik wird eine Leine Dutzende Kilometer im Wasser gespannt, daran Tausende Haken mit Aas, gedacht zum Fang von Thunfisch und Schwertfisch. Die Vögel werden vom Aas angelockt und beißen sich fest. Auch andere Fischereiwerkzeuge können eine Bedrohung für den Basstölpel darstellen.
    Treibmüll fordert ebenfalls regelmäßig Opfer unter den Basstölpeln. Auf Terschelling spülte im August 2005 eine Fischkiste mit drei Basstölpeln an. Da die Vögel zum Auffliegen einen Anlauf oder aufsteigende Luft  benötigen, konnten sie dort nicht mehr herauskommen. Im November desselben Jahres spülte auf Texel ein Vogel an, der sich in einer Kitesurf-Ausrüstung verstrickt hatte.

  • Doch lieber keine Reste

    Basstölpel folgen, wie Möwen, den Fischereischiffen und jagen auf den Fischabfall und Beifang, der über Bord geht. Wissenschaftler zeigten, dass dieser schnelle Bissen für die Vögel einen geringeren Futterwert hat als frei gefangener Fisch. Sind die Basstölpel dabei, das Küken groß zu ziehen, jagen sie nur auf wilden lebenden Fisch, auch wenn es anstrengender ist, diesen zu bekommen.