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Brandseeschwalben

Maße:

Länge: 36-41 Zentimeter
Spannweite: 98-105 Zentimeter

Gewicht:

250 Gramm

Farbe:

hellgrauer Rücken, schwarze Kappe, im Sommer mit einem Schopf, schwarzer Schnabel mit gelber Spitze und schwarze Füße

Alter:

maximal 30 Jahre

Nahrung:

Fische, vor allem Heringe, Sprotten, Sandaale und Stinte

Fortpflanzung:

Geschlechtsreif: 3 Jahre
Anzahl: 1-2 Eier pro Nest

  • Nie: Grote stern
  • Eng: Sandwich tern (Cabot's tern)
  • Fra: Sterne caugek
  • Deu: Brandseeschwalbe
  • Dän: Splitterne
  • Nor: Splitterne
  • Fries: Klikstirns
  • Ital: Beccapesci
  • Lat: Sterna sandvicensis
Brandseeschwalbe, foto fitis, adriaan dijksen

Brandseeschwalbe

Brandseeschwalben fressen Sprotten, Heringe, Sandaale und Stinte. Sie fangen diese Fische, indem sie rüttelnd über dem Wasser stehen. Wenn sie eine Beute erblicken, stürzen sie sich aus großer Höhe nach unten. Es ist nicht so erstaunlich, dass sie auf diese Art Heringe und Sprotten fangen. Diese Fische leben in der oberen Wasserschicht und können somit leicht auf der Luft aufgefischt werden. Aber Sandaale und Stinte leben am Meeresboden. Nur wenn diese Fische an Stellen mit einer starken Strömung schwimmen und durch diese Wasserströmung nach oben kommen, können die Seeschwalben sie fangen.

  • Sehr gemütlich
    Brandseeschwalben und Lachmöwen, foto fitis, sytske dijksen

    Brandseeschwalben brüten an den westeuropäischen Küsten sowie an einigen Orten im Mittelmeergebiet und am Schwarzen Meer. Auch in Nord- und Mittelamerika kommen Brandseeschwalben vor. Wie die anderen Seeschwalbenarten brüten auch sie in Kolonien. Die Nester der Brandseeschwalben stellen nicht viel vor, es handelt sich lediglich um flache Kuhlen. Die Nester liegen so dicht beieinander, dass ein brütender Vogel sich kaum auf dem Nest umdrehen kann, ohne den Nachbarn zu berühren. Um sicher brüten zu können, suchen sich die Brandseeschwalben Gebiete aus, in denen keine Landraubtiere vorkommen, wie z.B. kleine Inseln.

  • Bedrohung
    Brandseeschwalbe, foto fitis, sytske dijksen

    Im 20. Jahrhundert haben es die Brandseeschwalben in den Niederlanden dreimal mit einem Einbruch in den Bestandszahlen zu tun gehabt. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Brandseeschwalben so stark bejagt, dass die Zahl der Brutpaare fast auf null sank. Die Jagd wurde vor allem wegen der Federn ausgeübt, die zu der Zeit viele Damenhüte verzierten. Danach konnte sich die Population erholen (auf etwa 46.000 Brutpaare), bis im Zweiten Weltkrieg die Eier der Brandseeschwalben als Eiweißquelle für die Menschen gesammelt wurden. Der dritte Rückgang wurde durch die Vergiftung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln verursacht. Die Population sank dadurch von 30.000 auf 875 Brutpaare. Seitdem hat sich die Population noch nicht wieder erholt. In guten Jahren kommen etwa 400 Paare hinzu.
    Die Erholung der Population dauert aus zwei Gründen so lange. Zum einen werden Brandseeschwalben erst spät erwachsen und ein Paar legt meistens nicht mehr als ein bis zwei Eier pro Jahr. Zum anderen herrscht Nahrungsmangel. Vor allem der Zusammenbruch des Heringsbestandes um 1990 traf die Brandseeschwalben hart.
    Die Brutgebiete der Brandseeschwalbe sind von internationaler Bedeutung. Darum ist die Brandseeschwalbe durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Dies bedeutet für die Niederlande, dass sie besonders geschützte Gebiete für diese Vögel einrichten müssen. Diese Gebiete müssen spärlich bewachsen sein, in der Nähe von nahrungsreichen Küstenabschnitten liegen und nicht zu oft von Menschen oder Raubtieren gestört werden. Es gibt nicht viele Gebiete, die diesen Anforderungen genügen.

  • Kolonien in den Niederlanden
    Brandseeschwalben auf Texel, foto fitis, adriaan dijksen

    In den Niederlanden gibt es sieben große Brandseeschwalbenkolonien: die größten drei gibt es auf Griend, auf der Hompelfoet (Grevelingenmeer) und auf den Hooge Platen (Zeeland). Zudem sind neue Kolonien auf Schiermonnikoog, Rottumerplaat und Texel entstanden. Auch der östliche Teil von Terschelling, die Boschplaat, ist ein beliebter Brutplatz. Im Juni 2004 verursachte ein schwerer Sturm ein großes Sterben unter den jungen Brandseeschwalben auf Griend. Verwalter Otto Overdijk von Natuurmonumenten schätzte, dass etwa 90% der Küken auf Griend ertranken.

  • Zusammenarbeit mit Lachmöwen
    Brandseeschwalbe, Jan Andries van Franeker

    Brandseeschwalben brüten oft zwischen Lachmöwen und Flussseeschwalben. So werden ihre Nester besser gegen den Eier- und Kükenraub durch Silbermöwen geschützt. Brandseeschwalben verteidigen ihre Nester selber nicht gegen Angreifer. Die brütenden Lachmöwen und Flussseeschwalben jagen die eierraubenden Silbermöwen dagegen weg.

  • Verbreitung
    Verbreitung der Brandseeschwalbe, Ecomare

    Die Brandseeschwalbe überwintert in Afrika und sie verbringt dort auch ihre ersten drei Lebensjahre. Viele Brandseeschwalben werden in Afrika gefangen und aufgegessen.

Kolonie bei de Petten, Texel