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Austernfischer

Maße:

40-45 Zentimeter, Spannweite 80-86 Zentimeter

Farbe:

Leib und Kopf schwarz, Bauch weiß; langer Schnabel (7 cm) und stabile orange Beine, rote Augen

Nahrung:

vor allem Muscheln (Miesmuscheln, Herzmuscheln, Tellmuscheln), Krabben, Garnelen, Würmer, Insektenlarven

Status in den Niederlanden:

Standvogel, Wintergäste oder durchziehende Vögel

Habitat:

Watten, Salzwiesen, Dünen, Weiden

Fortpflanzung:

2-3 Eier, nach vier Jahren geschlechtsreif

Alter:

durchschnittlich 12 Jahre, der älteste bekannte Austernfischer war älter als 43 Jahre

Besonderheiten:

Watt-Austernfischer haben meißelförmige Schnäbel, Austernfischer auf Kulturland haben spitzere Schnäbel;
die Jungen werden 2 Monate lang gefüttert, so dass Austerfischer auch auf Dächern brüten können

Forschung:

Netwerk Ecologische Monitoring

Schutz:

Nie: Zielartenliste
Nie: Flora- und Faunagesetz
EU: Vogelschutzrichtlinie
Int: AEWA (Schutz von Zugvögeln), Berner Konvention, Bonner Konvention

  • Nie: Scholekster (bonte Piet, auf Texel: Lieuw)
  • Eng: Oystercatcher
  • Fra: Hußtrier pie
  • Deu: Austernfischer
  • Dän: Strandskade
  • Nor: Tjeld
  • Fri: Strânljip
  • Ital: Beccaccia di mare
  • Lat: Haematopus ostralegus
Austernfischer, foto fitis, sytske dijksen

Austernfischer

Ab und zu frisst der Austernfischer eine junge Scholle, aber eigentlich er ist ein Liebhaber von Mies- und Herzmuscheln. Manchmal wird noch eine Qualle gefressen. Dabei sprechen wir über die Wattenmeerbewohner, denn es git auch Austernfischer, die sich auf das Leben auf Kulturflächen spezialisiert haben. Diese Austernfischer ernähren sich vor allem von Würmern und Insektenlarven. Austernfischer sind Krachmacher. Wenn man eine Gruppe von ihnen sieht, ist das typische 'tepiet-tepiet-tepiet'-Geräusch nicht zu überhören. Sogar nachts erkennt man eine überfliegende Gruppe von Austernfischern an diesem Geräusch.

  • Fortpflanzung
    Nest Austernfischers, foto fitis, sytske dijksen

    Austernfischer legen vier Eier, jeweils mit einem Tag Pause dazwischen. Vier Wochen später schlüpfen die Küken nacheinander. Sobald drei Küken geschlüpft sind, wird nicht mehr weiter gebrütet und die Elterntiere widmen ihre ganze Aufmerksamkeit den Küken.
    Niederländische Vogelschutzorganisationen haben das Jahr 2008 zum 'Jahr des Austernfischers' ernannt. Da die niederländische Population seit 1990 um die Hälfte geschrumpft ist, verdient diese Art eine besondere Aufmerksamkeit. Der Rückgang wurde lange Zeit von der Tatsache überdeckt, dass Austernfischer ziemlich alt werden können. Ein großer Teil der Brutpopulation besteht jetzt aus Senioren.

  • Hocker, Pendler und Klubvögel
    Austernfischer, foto fitis, sytske dijksen

    Junge Austernfischer werden von den Eltern gefüttert. Da alle Austernfischer den Abstand zwischen Nest und Futterplatz gering halten wollen, entsteht ein Konkurrenzstreit. Diese Rivalität wird seit 1984 von der Rijksuniversiteit in Groningen untersucht. Das Ergebnis dieser Studie war, dass es in der Austernfischergesellschaft drei verschiedene Klassen gibt.
    Die erste Klasse, die 'Hocker', besteht aus Vögeln, die ihr Nest im Futtergebiet haben. Bei Niedrigwasser sind diese Austernfischer schnell an ihrem Futterplatz und können ihre Jungen mit ausreichend Nahrung versorgen. Die "Pendler" bilden die zweite Klasse, sie brüten in den Salzwiesen und müssen etwa 500 m zwischen Watt und Nest hin und her pendeln. Damit sie ihren Jungen genausoviel Futter bringen können, wie die "Hocker", müssten die "Pendler" innerhalb der sechs Stunden dauernden Niedrigwasserperiode eine Stunde nur mit Hin- und Herfliegen verbringen. Dazu ist kein Vogel in der Lage. Die Pendler haben aber nicht nur Nachteile von ihrem niederen Rang. Da sie höher auf der Salzwiese brüten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Überflutung kleiner. Auch der Konkurrenzdruck untereinander ist niedriger.
    Zum Brüten ist ein Revier nötig. Da Platz Mangelware ist und viele Vögel miteinander konkurrieren, gibt es Vögel, die den Streit verlieren und somit nicht brüten können. Dies sind die Vögel der letzten Klasse, die "Klubvögel". Während des Hochwassers sammeln sich die Tieren in großen Gruppen auf den Hochwasserfluchtplätzen, den Klubs.
    Es dauert im Schnitt fünf bis sechs Jahre, bis ein "Klubvogel" in die Klasse der "Pendler" aufgestiegen ist. Da die "Hocker" mit weniger Anstrengung mehr Junge aufziehen können (0,67 Küken bei "Hockern", 0,18 Küken bei "Pendlern"), ist der Konkurrenzdruck auf die "Hocker" sehr hoch. Sowohl die Männchen, als auch die Weibchen müssen ihr Territorium verteidigen.

  • Wusstest du, dass...

    ... Austernfischer auch Quallen fressen? Früher dachten die Vogelfreunde, dass die Austernfischer die Quallenflohkrebse aus den Quallen suchten, aber ein Biologe von Texel hat auf seiner täglichen Fahrradfahrt am Deich gesehen, dass ein Austernfischer eine Qualle auseinander zog, die Quallenstücke in einer Pfütze sauber spülte und danach verschlang.